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Dresdner Umwelt-Technologien sind weltweit bei Hightech-Rohstoffsuche, Flutschutz und Recycling gefragt

Dresdner Umwelt-Technologien sind weltweit bei Hightech-Rohstoffsuche, Flutschutz und Recycling gefragt

Werden Hightech-Rohstoffe knapp oder erlässt die EU neue Umweltnormen, ist die Wirtschaft meist wenig erfreut - allerdings animiert dies die Unternehmen, umweltbewusster zu agieren und Werkstoff zu recyceln.

Diesem Trend zur Ressourcen-Ökologie haben sich in Sachsen nicht nur die Unis und Helmholtz-Institute in Dresden und Freiberg verschrieben, sondern auch Technologiefirmen wie die "Umwelt- und Ingenieurtechnik Dresden GmbH" (UIT).

Die Ingenieure, Physiker, Chemiker und Programmierer dort haben sich auf die richtig schwierigen Fälle spezialisiert: Sie projektieren und bauen Anlagen, die komplexe Schadstoff-Cocktails aus Industrieabwässern extrahieren, Hightech-Metalle aus Bergen herausspülen - oder Alarm schlagen, wenn ein Hochwasser droht. Ihr Wissen ist weltweit gefragt, Unternehmen und Forschungseinrichtungen von Schweden bis Australien, von Kanada bis China gehören zu ihren Kunden.

"Wir entwickeln hier Hochtechnologien, um die Umwelt zu überwachen, sauberer zu machen und prophylaktisch zu verbessern", skizziert Geschäftsführer und Physiker Horst Märten das Unternehmensziel. Natürlich ist ihm und seinem zweiten Geschäftsführer Lars Braun klar, dass diesen Anspruch auch viele andere formulieren. Aber: "Zu uns kommen die Kunden, wenn sie keine Anlagen von der Stange, sondern Spezialanfertigungen brauchen, automatisierte Umwelttechnik zum Beispiel, die komplizierte Schadstoffmischungen reinigt, die wertvolle Rohstoffe wiedergewinnt", meint Braun. Einen Teil dieses Know-Hows nutzen viele Dresdner schon heute oft, ohne es zu wissen: UIT nämlich war es, die für die Stadt nach der Flutkatastrophe 2002 ein Netz von 60 automatisierten Grundwasser-Messstellen aufbaute, die nun täglich ihre Echtzeitdaten ins Internet funken.

Nicht so sichtbar, aber für unseren Alltag nicht weniger wichtig, ist die Mess- und Aufbereitungstechnik, die UIT für Bergbau- und Bodenschatz-Erkundungsunternehmen in Australien, den USA und Kasachstan entwickelt hat. Die hilft, strategische Hightech-Materialien wie "Seltene Erden", die in unser aller Handys stecken, aufzuspüren und ökologisch rücksichtsvoller als früher abzubauen.

"Im Gegensatz zu Tagebauen oder klassischem Bergbau, der sich mit seinen Stollen durch die Erde frisst und zu schweren Eingriffen in die Umwelt führt, setzt unsere Technik auf die Produktion im Berg", erklärt Märten. Dabei werden nur Bohrlöcher gesetzt und darin Kerne unter Tage gebracht, die dann die Metalle ohne Abraum und Schutt aus dem Berg lösen und nach oben transportieren. Die Erfahrungen dafür haben die Ingenieure gesammelt, als sie bei der Sanierung der Wismut-Hinterlassenschaften halfen.

Andere UIT-Anlagen setzen spezielle chemische und physikalische Verfahren ein, um die Produktions-Abwässer in der Solar-, Chip- oder Autoindustrie von Schwermetallen, organischen Resten und Ölen zu befreien. Und weil all diese Technologien durch staatliche Auflagen, wachsendes Umweltbewusstsein und Werkstoff-Verknappung für die globale Wirtschaft wichtig sind, rechnet die UIT angesichts des Ressourcen-Ökobooms weiter mit Wachstum. Derzeit macht das Unternehmen fünf Millionen Euro Jahresumsatz und beschäftigt 30 feste sowie eine projektabhängig schwankende Zahl freier Mitarbeiter.

Wie all dies von der Forschung und den ersten Prozesssimulationen im Computer bis zur fertigen Anlage zustande kommt, wollen die UIT-Spezialisten den Dresdnern während der Industrienacht im Juni an zehn Labor-, Mess- und Entwurfsstationen vorführen. Die Chefs hoffen einerseits ganz eigennützig, dadurch angehende Akademiker für eine Karriere in ihrer Firma zu gewinnen. Andererseits wollen sie das Unternehmen auch unter den Dresdnern bekannter machen, das in Flughafennähe im selben Gebäude sitzt, wo einst ostdeutsche Flugzeugentwürfe im Windkanal getestet und später unter der Regie des "VEB Spezialtechnik" die "Verteidigungstechniken" für die DDR entwickelt wurden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.04.2014

Heiko Weckbrodt

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