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Dresdner Telefon feiert seinen 130. Geburtstag

Dresdner Telefon feiert seinen 130. Geburtstag

Eine Großstadt, Residenzstadt noch dazu, Zentrum von Wissenschaft, Technik und einer wachsenden Industrie, Ballungsgebiet mit 220 000 Einwohnern - und ganze 59 Telefonanschlüsse.

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Vereinschef Claus Hegewald und seine Mitstreiter von der IG "Historische Fernmeldetechnik" kennen sich mit den alten Telefonen bestens aus.

Quelle: Peter Weckbrodt

So etwa muss sich der kommunikationshungrige Dresdner seine Heimatstadt am 18. September 1882 vorstellen. Exakt an diesem Tage nahm im "Kaiserlichen Postamt I" auf dem Postplatz die erste Stadt-Fernsprecheinrichtung ihren Dienst auf.

Doch dann ging alles ganz schnell. Um die Wende zum 20. Jahrhundert zählte Dresden bereits über eine halbe Million Einwohner, ihnen standen damals 5447 Telefone zur Verfügung, die schrittweise von Orts- auf Zentralbatteriebetrieb, von der Handvermittlung zur selbsttätigen Verbindung der Teilnehmer mittels elektromechanischer Schrittschaltsysteme umgestellt wurden. Die Stunde des Drehwähler hatte geschlagen, jeder Teilnehmer hatte "seinen" Wähler. Und das blieb so bis an die Wende zum 21. Jahrhundert - heute gibt es Telefone mit Wählscheibe wohl nur noch im Nostalgietechnik-Laden.

Allerdings kann in den Anfangsjahren der Telefonie von einer stürmischen Entwicklung der Kommunikationstechnik absolut keine Rede sein. Da ist kein Vergleich mit aktuellen Maßstäben möglich. Der erste Münzfernsprecher tauchte in Dresden im Jahr 1928 auf. Nach der Bombennacht vom 13. Februar 1945 kam der öffentliche Fernsprechverkehr ganz zum Erliegen.

Die Wiederinbetriebnahme bis Anfang der 1950er Jahre erfolgte mit aufgearbeiteter Technik. Erst 1962 begann der weiterführende Aufbau des Selbstwählfernverkehrs. Und wer die DDR selbst erlebt hat, wird sich wohl noch gut daran erinnern, wie hart der Kampf um ein eigenes Telefon daheim in realsozialistischen Zeiten war. Der Gang zur Telefonzelle - heute, in den Zeiten von Handys und Smartphones eine Seltenheit - war daher damals noch gang und gäbe.

Mit der Unterstellung des Fernsprechwesens der Deutschen Post unter die Telekom im Jahre 1990 zog der Fernmeldefortschritt endlich auch in Dresden ein. Seit 1998 ist eine Vollversorgung der Dresdner mit Fernsprechanschlüssen möglich. Allerdings gibt es heute in vielen Haushalten - vor allem von jüngeren Dresdnern - gar keinen Festnetzanschluss mehr, weil sich die Handy-Telefonie breit durchsetzt.

Weil aber wegen des permanenten Mangels über Jahrzehnte hinweg jegliche Fernmeldetechnik bestens erhalten wurde, gibt es in Dresden einen reichen Fundus alter Telefoniegeräte. Um seine Bewahrung, Pflege und öffentliche Präsentation machen sich die 75 Mitglieder der Interessengemeinschaft Historische Fernmeldetechnik e.V. (HFT) verdient. In deren Arbeitsräumen auf der Herta-Lindner-Straße kann der Besucher tief in alle Etappen dieser spezifischen, der Öffentlichkeit weitgehend unbekannten Welt eintauchen. Strategisches Ziel der Männer und Frauen um Vereinschef Claus Hegewald ist die Wiederinbetriebnahme der Vermittlungs- und Übertragungstechnik zu einem Gesamtsystem.

Peter Weckbrodt

Mehr Infos: Interessengemeinschaft Historische Fernmeldetechnik e. V. , Postfach 50 01 39, 01031 Dresden, Tel.: 0351/4820680, www.ighft.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.09.2012

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