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Dresdner Striezelmarkt: Neue Tasse, alte Tasse

Verschenkt Dresdner Striezelmarkt: Neue Tasse, alte Tasse

Auf dem Dresdner Striezelmarkt haben die Besucher in diesem Jahr erstmals Tassen „Made in Sachsen“ in ihren Händen. Und auch für die 50.000 ausrangierten alten Trinkgefäße ist inzwischen eine Lösung gefunden worden.

Quelle: Miriam Harner

Dresden. Auf dem Dresdner Striezelmarkt haben die Besucher in diesem Jahr erstmals Tassen „Made in Sachsen“ in ihren Händen. Die Firma Kannegießer Keramik im ostsächsischen Neukirch hat im Auftrag der Stadt 100.000 Trinkgefäße im Farbton „Preußisch Blau“ geliefert. Für das 1824 gegründete 30-Mann-Traditionsunternehmen war das eine besondere Aufgabe.

„Produktionsbeginn war im September. Damit wir den Termin halten können, haben wir extra noch einen Zeitarbeiter eingestellt. Aber wir sind stolz darauf, dass wir in den nächsten Jahren die Tassen für den Striezelmarkt herstellen dürfen. Diese individuell zu entwerfen und zu gestalten, war eine schöne Aufgabe“, so Inhaber Andreas  Kannegießer.

Silke Kannegießer, Dr. Robert Franke, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, und Andreas Kannegießer bei der Enthüllung der neuen Strizelmarkttasse in Neukirch.

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Besonders an den neuen Tassen, die für die nächsten fünf Jahre auf dem Markt zu finden sein werden, ist der Henkel mit dem kleinen Fäustling. Er dient gleichzeitig als Zierde wie auch als bequeme Daumenablage. Außerdem ist er vom Durchmesser her so groß gestaltet, dass man den Becher auch bequem mit dicken Handschuhen umgreifen kann.

Dass die Striezelmarkttassen exklusiv für diesen Zweck komplett neu entworfen wurden und in Sachsen hergestellt werden, ist eine Premiere. Bisher waren die Tassenkörper Stangenware und wurden nur noch für den berühmtesten Dresdner Weihnachtsmarkt bedruckt. Und um die alten Tassen, rund 50.000 stapeln sich in einem Niedersedlitzer Lager, gab es zuletzt einigen Streit. Denn die Stadt wollte sie ursprünglich allesamt vernichten – und zog damit einigen Ärger auf sich.

Nach heftigem Protest ruderte das Amt für Wirtschaftsförderung zurück. Am Donnerstag wurden nun die ersten 4300 alten Striezelmarkttassen einem guten Zweck übergeben. „Wir freuen uns, dass wir gemeinschaftlich eine praktikable Lösung gefunden haben und die Tassen für gute Zwecke weiter genutzt werden können“, so Dr. Robert Franke, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung.

Die ersten 300 Tassen gehen an die Werkstatt für behinderte Menschen St. Josef der CSW-Christliches Sozialwerk gGmbH. „Bei uns gehen ständig Tassen kaputt. Wir brauchten dringend neue Tassen, da kommt uns das Angebot der ausgedienten Keramiktassen vom Striezelmarkt wie gerufen“, so der stellvertretende Werkstattleiter Jörg Backasch. Auch das Rote Kreuz Meißen, die Treberhilfe, der Verein Drobs, der Meißner Tierschutzverein und fünf weitere Vereine erhalten eigene Exemplare. Weitere Anfragen laufen. Voraussetzung für Empfänger sei, dass die Tassen nicht kommerziell genutzt werden. Die Abgabemengen werden angemessen nach Art und Zweck der Nutzung sein, teilte die Stadtverwaltung mit.

Miriam Harner/Stephan Lohse

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Die Maschine in der Firma Kannegießer Keramik im ostsächsischen Neukirch läuft von morgens um sechs bis 24 Uhr durch. Im Sekundentakt spuckt sie im Pressverfahren je vier Tassenrohlinge aus, die dann von Andre Barth vorsichtig mit einem Schwamm geglättet werden.

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