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Dresdner Stasi-Gedenkstätte an der Bautzner Straße wird erweitert

Dresdner Stasi-Gedenkstätte an der Bautzner Straße wird erweitert

Die Gedenkstätte Bautzner Straße wird größer und vielfältiger. Gestern begannen die Bauarbeiten zur Erweiterung der Einrichtung, die an jene Jahre erinnert, als die Staatssicherheit der DDR (MfS) hinter den massiven Mauern des Gebäudekomplexes residierte und Hafträume unterhielt.

Von christoph stephan

"Wir werden nach Fertigstellung der Arbeiten nicht nur doppelt so viel Ausstellungsfläche haben, sondern uns auch konzeptionell erweitern. Zur Zeit konzentrieren wir uns bei unseren Ausstellungen auf die 'Opferseite', künftig soll die 'Täterseite' ebenso dargestellt werden", sagt Herbert Wagner. Der langjährige Dresdner Oberbürgermeister ist Vorsitzender des Trägervereins der Gedenkstätte, die mittlerweile pro Jahr etwa 10 000 Besucher anzieht.

Hintergrund ist, dass die Stätte zusätzliche Räumlichkeiten bekommt. Bislang steht im alten Hafthaus die Geschichte der Stasi-Opfer im Mittelpunkt und im als "Fuchsbau" bezeichneten NKWD-Keller die der SBZ-Opfer nach 1945. Im Zuge der begonnenen Bauarbeiten wird nun Haus 2 der früheren Stasi-Bezirksverwaltung denkmalgerecht saniert und nutzbar gemacht. "In den alten Verwaltungs- und Verhörzimmern bietet es sich geradezu an, von der Aktensammelwut der DDR-Behörden und ähnlichen Dingen zu erzählen. Wie bei der Staatssicherheit gedacht und gearbeitet wurde", erklärt Uljana Sieber, die Leiterin der Gedenkstätte.

In eben jenem Haus 2 kann man künftig auch die original erhaltenen Büros des letzten Dresdner Stasichefs Generalmajor Horst Böhm besichtigen. Deren Inventar bestand aus echten Hellerauer Möbeln. "Die Büros ließen wir zwischenzeitig professionell zerlegen, denn sie waren in einem Teil des Komplexes ansässig, den die Stadt verkaufen will. Durch die Verlagerung machen wir sie erstmals öffentlich zugänglich", betont Wagner.

Die Bauarbeiten an der Bautzner Straße sollen in einem Jahr abgeschlossen sein. Investiert werden rund 2,2 Millionen Euro. Den Löwenanteil von 1,9 Millionen Euro steuert das Land Sachsen aus Mitteln ehemaliger Parteien und Massenorganisationen der DDR bei. 350 000 Euro kommen aus dem Haushaltstopf der Stadt Dresden.

Die Erweiterung bringt es mit sich, dass die Gedenkstätte künftig behindertengerecht sein wird. Menschen im Rollstuhl konnten bislang nur die Ausstellungsteile im Erdgeschoss besichtigen. Nun entsteht ein Fahrstuhl - direkt neben dem dann ebenfalls neuen Eingangsbereich. "Unsere Besucher betreten das Haus dann nicht mehr wie jetzt durch den Pförtnereingang", betont Wagner.

Verbesserungen verspricht auch die Modernisierung des ehemaligen MfS-Versammlungssaales. In ihm wurden zum Beispiel die Mitarbeiter durch Filmvorführungen propagandistisch geschult. "Die Stadt lässt hier eine andere Heizungsanlage einbauen, so dass wir den Saal dann ganzjährig für Veranstaltungen nutzen können", freut sich Sieber.

www.bautzner-strasse-dresden.de

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges richtete

die sowjetische Geheimpolizei NKWD ein Untersuchungsgefängnis m sogenannten Heidehof im Nordosten Dresdens ein. Nachdem das Ministerium für Staatssicherheit der DDR das Gelände übernommen hatte, ließ es zwischen 1952 und 1954 ein neues Hafthaus errichten. Darin saßen bis 1989 zwischen 12 000 und 15 000 DDR-Bürger, die der SED gegenüber kritisch eingestellt waren oder Versuche der sogenannten Republikflucht unternommen hatten, in Untersuchungshaft und waren

menschenunwürdigen Verhören und Haftbedingungen ausgesetzt. Am 5. Dezember 1989, vier Wochen nach dem Fall der Berliner Mauer, besetzten Demonstranten den Gebäudekomplex ohne Gewalteinwirkung und stoppten die zuvor begonnene Zerstörung von Stasi-Unterlagen.

wiki

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.07.2012

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