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Dresdner Startup „Fodjan“ will mit Futter-Software Landwirte und Kühe glücklich machen

Dresdner Startup „Fodjan“ will mit Futter-Software Landwirte und Kühe glücklich machen

Einmal tief in den Mais-Sack gegriffen und dem Stall-Vieh ein paar Handvoll in die Krippe geworfen war gestern: Der Bauer von heute füttert seine Kühe computergestützt.

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Startup Fodjan: Daniel Schreck, Michael Schütze, Carsten Gieseler und Johannes Völker (v.links) haben die Sofware entwickelt.

Quelle: Fodjan

Das junge Dresdner Unternehmen „Fodjan“ hat dafür eine neue Software geschrieben, die dafür sorgen soll, dass die Kühe schön viel Milch geben, gesund bleiben und dem Bauern nicht die Haare vom Kopf fressen.

„In Pilotbetrieben konnten die Bauern mit unserem Programm etwa ein Zehntel ihrer Futterkosten sparen“, sagt Michael Schütze, der die „Fodjan GmbH“ zusammen mit Agrarwissenschaftler Carsten Gieseler leitet.Gieseler hatte schon während seines Studiums an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden gemerkt, dass vieles von dem, was die Bauern heute noch nach dem Prinzip „Versuch & Fehler“ am Futter herumexperimentieren, von Computern viel effektiver und schneller berechnet werden kann.

„Es gab bisher keine Fütterungsprogramme, die ganzheitlich analysieren und dabei sowohl Herdenanforderungen als auch vorhandene Futtermittelbestände einbeziehen“, schätzt Gieseler ein. Aus dieser Idee heraus schrieb er das Programm „Smart Feeding“, das aus neuesten wissenschaftlichen Ernährungs-Erkenntnissen optimale Futterpläne für die Herden zusammenstellt, dabei auch berücksichtigt, welche Kühe wann gekalbt haben, wann wieviel Milch geben, wieviel Mais, Heu und Gerste in welcher Qualität der Bauer in seinen Silos lagert und wieviel Kraftfutter der Landwirt noch dazu kaufen muss.

„Zwar gab es auch bisher schon Computerprogramme für die Fütterung“, erzählt Schütze. „An denen mussten die Bauern aber lange herumprobieren, bis die richtige Mischung gefunden war. Unsere Software dagegen macht das alles automatisch auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand.“ Dafür muss der Bauer noch nicht einmal ein Programm auf seinem agrarischen PC installieren, denn die Dresdner Software rechnet über einen Internet-Browser. Der Landwirt zahlt dafür eine Monatsgebühr.Im September dieses Jahres hatten Gieseler, Schütze und zwei Informatik-Studenten der TU das Programm soweit zur Praxisreife gebracht, dass eine wirtschaftliche Verwertung anstand. Sie gründeten „Fodjan“ und wollen nun den deutschen Agrarmarkt aufrollen.

Zehn Bauern in Sachsen, Bayern und Norddeutschland setzen das schlaue Fütter-Programm aus Dresden bereits ein, weitere 35 stehen am virtuellen Tresen und möchten auch mitmachen. Auf der Messe „Eurotier“ (11. bis 14. November 2014 in Hannover) wollen die Existenzgründer nun noch mehr Landwirte für „Smart Feeding“ begeistern.Die Resonanz der „Pilot“-Bauern auf das neue Programm war jedenfalls so gut, dass die jungen Dresdner optimistisch in die Zukunft schauen und auf etwa 100 Kunden deutschlandweit bis Mitte nächsten Jahres spekulieren. Schütze: „Viele Bauern waren richtig begeistert, wie schnell sie jetzt die richtige Futterzusammensetzung finden – und dabei auch noch Geld sparen.“

Heiko Weckbrodt

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