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Dresdner Staatsschauspiel präsentiert sich runderneuert

Nach 18 Wochen Umbau Dresdner Staatsschauspiel präsentiert sich runderneuert

Wenn das Dresdner Staatsschauspiel am Samstag die Premiere von „Othello“ feiert, dann ist vieles neu. In 18 Wochen wurde der Saal runderneuert und auch hinter der Bühne blieb kaum etwas unverändert. Von den investierten elf Millionen Euro sollen Publikum wie Schauspiel gleichermaßen profitieren.

Wenn das Dresdner Staatsschauspiel am Samstag die Premiere von „Othello“ feiert, dann ist vieles neu

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Wenn das Dresdner Staatsschauspiel am Samstag die Premiere von „Othello“ feiert, dann ist vieles neu. In 18 Wochen wurde der Saal runderneuert und auch hinter der Bühne blieb kaum etwas unverändert. Von den investierten elf Millionen Euro sollen Publikum wie Schauspiel gleichermaßen profitieren.

Für die Besucher das Wichtigste: Die Stühle sind fast völlig neu. Von den unbequemen und quietschenden Sitzen ist nur das Metallkorsett geblieben. Ansonsten wurden die 794 Sessel komplett erneuert. „Wir hatten mit dem alten Gestühl viel Ärger“, erinnert sich Roland Oertel, Leiter des Technischen Dienstes im Staatsschauspiel. Die neuen Stühle sind etwas höher, bequemer und nichts quietscht mehr.

Neue Sitze für das Publikum

„Wir hatten mit dem Gestühl viel Ärger“, erinnert sich Roland Oertel, Technikchef im Staatsschauspiel. Die 1995 eingebauten alten Sitze waren wenig bequem, schlecht gepolstert und sie quietschten. Nun wurden die Stühle komplett erneuert. Von den alten 749 Stühlen blieb nur das Metallgestell übrig. Der Rest ist neu.

Die neuen Stühle sind besser gepolstert, die Lehnen sind höher, um den Sitzkomfort zu verbessern. Auch die Farbe wurde dem Urzustand von 1911 angenähert. Statt des bisherigen beige dominiert jetzt ein goldener Farbton im großen Saal. Dank spezieller Beschichtung der Sitze soll auch die gute Akustik des Hauses erhalten bleiben.

Eng bleibt es allerdings auch künftig. Das ließe sich in dem historischen Saal leider nicht ändern.

Wer sich dann im Theater umsieht, der bemerkt hellere Wände und feinere Deckenmalereien. Diese wurden komplett erneuert, so Ludwig Coulin, Niederlassungsleiter des Sächsischen Immobilien und Gebäudemanagements SIB. Bei der letzten Renovierung des Saales wurden hier einige Fehler gemacht, so Coulin. Daher wurde jetzt alles erneuert. Zudem gibt es neue Geländer, die Wandbespannung wurde gereinigt, der neue 33 Meter hohe Bühnenvorhang soll pünktlich zum Samstag auch fertig sein.

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Wenn das Dresdner Staatsschauspiel am Samstag die Premiere von „Othello“ feiert, dann ist vieles neu. In 18 Wochen wurde der Saal runderneuert und auch hinter der Bühne blieb kaum etwas unverändert. Von den investierten elf Millionen Euro sollen Publikum wie Schauspiel gleichermaßen profitieren.

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Nicht zuletzt können sich die Theatergäste auch über neue Toiletten freuen. Vor allem weibliche Besucher können aufatmen, denn für sie wurde die Zahl der WCs verdoppelt, damit die langen Schlangen vor der Damentoilette künftig der Vergangenheit angehören. Zu Beginn dürfte das aber für Verwirrung bei Stammgästen sorgen. Denn Männer- und Frauenklos wurden vertauscht. Die Herren müssen künftig nach rechts, die Damen nach links. Dort gab es einfach mehr Platz, so Roland Oertel.

Neuer Zwischenboden für die Technik

Für den Technik-Chef viel wichtiger sind jedoch die Arbeiten hinter der Bühne. Dort wurde in 28 Metern Höhe eine zusätzliche Arbeitsebene mit zusätzlichen Zugsystemen für die Bühnentechnik eingebaut. 34 Züge, die zudem weitgehend automatisch eingesetzt werden können, hat das Theater jetzt. Ein Teil der alten Technik stammte noch von 1988 und war restlos verschlissen, berichtet Oertel. Die Spielfähigkeit des Hauses war durchaus in Gefahr.

Zudem wurde in Brandschutz, Beleuchtung, Elektronik und vieles mehr investiert, um das Haus zukunftsfest zu machen. „Das Haus ist auseinandergerissen worden“, umschreibt es der Technikchef. Wasserleitungen wurden erneuert, 56 neue Elektro-Verteiler installiert und die Kälteanlage entscheidend verbessert. Alles kein Luxus, so Oertel. „Es ging um den Erhalt der Spielfähigkeit.“ Mit den Umbauten sei das Haus auf mindestens 15 Jahre sicher, hofft er. 2018 sollen noch dringend nötige Arbeiten an Video- Ton Beleuchtungs- und Inspiziententechnik folgen.

Für die Umbauten war das Haus 18 Wochen lang eine Baustelle. Normal sind sechs Wochen Sommerferien. Die Alternative wäre ein Umbau verteilt auf sieben Jahre gewesen, sagt Oertel. „Was hier in vier Monaten gemacht wurde, ist einmalig“, lobt er. Zeitweise hätten bis zu 200 Mann parallel gearbeitet. Alles sei perfekt gelaufen, lobte er die Firmen, die vor allem aus Sachsen kommen. Jeder Arbeiter sei mit hohem Engagement und enormer Einsatzbereitschaft bei der Sache gewesen. Die Arbeiter hätten „unmögliches wahr gemacht“, lobt auch SIB-Chef Coulin. Da seien auch die Mehrkosten von rund einer Million Euro zu verschmerzen. „Es musste mehr gemacht werde“, erklärt er. Ein Großteil der Zusatzkosten sei in den Brandschutz investiert worden.

Das Dresdner Schauspielhaus

Das 1911 bis 1913 erbaute Königliche Schauspielhaus war im Februar 1945 zerstört worden. Von 1948 bis zur Wiedereröffnung der ebenfalls zerstörten Semperoper diente das „Große Haus der Staatstheater“ als Spielstätte für Oper, Ballett, Schauspiel und Konzert. 1993 bis 1995 wurde das Gebäude generalsaniert, der Zuschauersaal erhielt das ursprüngliche Aussehen zurück. Nach dem Hochwasser 2002 musste erneut renoviert werden. 2007 wurde die Außenfassade erneuert. Nun war der Innenraum an der Reihe.

Von Stephan Lohse

Theaterstraße 2, 01067 Dresden 51.0521804 13.7318327
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