Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Dresdner Solarwatt unter Krisendruck

Dresdner Solarwatt unter Krisendruck

Die Photovoltaik-Krise setzt "Solarwatt" weiter unter Druck: Die Umsätze des Dresdner Solarmodulherstellers sind im Jahr 2011 um über ein Drittel auf unter 200 Millionen Euro abgesackt, Solarwatt landete in den roten Zahlen, wie Vertriebsvorstand Detlef Neuhaus mitteilte.

Voriger Artikel
Ehepaar spendet Hochzeitsgaben für Kita-Spielzeug
Nächster Artikel
Solarbranche kämpft ums Überleben - auch Dresdner Solarwatt unter Druck

Um mit den Massenproduzenten mitzuhalten, setzt man auch bei Solarwatt in Dresden immer mehr auf Automatisierung.

Quelle: PR

Dresden . Die Firma will der Krise nun mit einem neuen Profil begegnen.

Von Heiko Weckbrodt

Der Verlust bewege sich im "niedrigen Millionen-Bereich", sagte Neuhaus, ohne genaue Zahlen zu nennen. "Das Ergebnis ist unerfreulich, wir sind aber nicht existenziell bedroht." Schuld am Minus seien der massive Preisverfall für Photovoltaik auf den Weltmärkten und das "skandalöse Herumdrehen" deutscher Politiker an den Einspeisevergütungen für Solarstrom.

Luft kurz vorm Ziel abgeschnürt

Unbestritten sei, dass die Subventionen für die Branche schrittweise abgebaut werden müssten, betonte der Solarwatt-Manager. Jetzt aber abrupt die Einspeisevergütungen zu drosseln, während man die Energiewende verkünde, asiatische Regierungen ihre Solarindustrie hochfüttern und die Preisgleichheit zwischen Sonnen- und "Normal"-Strom fast erreicht sei, "das ist so, als ob man einem Marathon-Läufer auf den letzten 100 Metern die Luft abschnürt", sagte Neuhaus.

Immerhin traf es die Dresdner nicht so hart wie Q-Cells in Bitterfeld oder "First Solar" in Frankfurt/Oder, die jetzt vor dem Aus stehen (wir berichteten): Solarwatt hat (bisher) auf Entlassungen verzichtet und nur wenig an der Personalschraube gedreht. Die Stammbelegschaft schrumpfte zwischen 2010 und 2011 von 473 auf 456 Mitarbeiter - "aber nur durch normale Fluktuation", wie Sprecherin Sabine Penkawa unterstrich. Allerdings beschäftigt Solarwatt nun weniger Zeitarbeiter, nämlich im Jahresschnitt 70 statt 117 Leihkräfte.

Durch Investitionen in seinen Anlagenpark und eine schärfere Profilierung als Qualitäts- und System-Anbieter will sich Solarwatt aus der Krise herausarbeiten. Im Gegenzug werde man sich aus einigen Geschäftsfeldern zurückziehen, auf denen man gegen die asiatischen Großfabriken mit deren Kostenvorteilen eh keine Chance habe, so Neuhaus. Dazu gehört die Ausrüstung von Groß-Solarkraftwerken mit über 20 Megawatt Spitzenleistung auf Freiflächen.

Solarzellen überwiegend aus Asien

Im Einkauf haben die Dresdner schon an der Kostenschraube gedreht: Sie beziehen jetzt den größten Teil der Solarzellen, die sie in ihre montagefertigen Photovoltaik-Module einbauen, aus Taiwan - die seien in Qualität und Preis kaum zu toppen, sagte Neuhaus. Deutsche Zellen machen dagegen nur noch zehn bis 20 Prozent aus.

All diese eingekauften Zellen werden von Solarwatt aber weit höheren Qualitätstests unterworfen und hochwertiger weiterverarbeitet als sonst branchenüblich, wie der Manager unterstreicht und damit auf ein Alleinstellungsmerkmal zielt: "Wer Module von uns kauft, bekommt deutsche Qualitätsarbeit, die auch noch nach zehn, 20 oder 30 Jahren noch die versprochene Ausbeute liefert."

Außerdem wollen sich die Dresdner auf Häuslebauer sowie kleine und mittlere Unternehmen als Kernzielgruppen konzentrieren. Und die sollen nicht nur Solarpaneele bei Solarwatt kaufen, sondern hochwertige Komplettsysteme, die auch Energie-Speicher, -Manager und -garantien umfassen. Ziel: Wer solch ein Solarwatt-System installiert, kann seine Eigenstrom-Versorgungsquote von derzeit üblichen 25 Prozent auf rund 70 Prozent steigern. Dadurch könne sich eine Firma beziehungsweise ein Hauseigentümer viele teure Zukäufe aus dem Stromnetz des örtlichen Energieversorgers sparen, argumentiert Neuhaus.

Lithium-Akkus als Energiespeicher

Dafür setzt Solarwatt auf modernste Technik, mit der man sich von der Konkurrenz absetzen will. Statt kellerfüllender Blei-Akkus werden bei den Dresdner Systemen, die ab 2013 auf den Markt kommen sollen, Lithium-Ionen-Energiespeicher eingesetzt, die nur einen Wandschrank füllen. Sie sollen den Modulstrom dann zwischenspeichern, wenn die Sonne ordentlich strahlt, aber wenige Verbrauchsgeräte am Netz hängen. Abgegeben wird die Energie erst, wenn sie wirklich gebraucht wird. Außerdem haben die Dresdner spezielle Computerprogramme (Energiemanager) entwickelt, die den Strombezug diverser Haushaltsgeräte besser aufeinander abstimmen sollen. Und die Firma will ihren Kunden förmlich garantieren, dass die Qualitätssysteme aus Dresden auch nach Jahrzehnten noch so funktionieren wie versprochen - wenn doch etwas ausfällt, bekommt der Kunde alles Material, Energieausfälle etc. voll ersetzt. "Ohne Wenn und Aber", betont Neuhaus.

Mehr Infos im Netz: computer-oiger.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.04.2012

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.