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Dresdner Software-Schmiede macht Mobiltelefone zu sprechenden Reiseführern

Dresdner Software-Schmiede macht Mobiltelefone zu sprechenden Reiseführern

Doch dicke Reiseführer und komplizierte Stadtpläne können den Wissensdurst schnell dämpfen. Statt mühevoll zu suchen und zu blättern, steckt man Buch und Karte wieder weg und nimmt es der Erholung zuliebe in Kauf, Interessantes zu verpassen.

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Adieu, ihr unhandlichen Stadtführer und zerfledderten Karten: Die Dresdner Informatiker Cornelius Hald und Hauke Menges (v.li.) haben eine Software entwickelt, die Mobiltelefone in sprechende Reiseführer verwandelt.

Quelle: Sebastian Kahnert

Reisen bildet. Von Madeleine Arndt

Vier junge Programmierer aus Dresden haben eine bessere Lösung: "Tourschall", eine Software mit der sich Audioguide-Apps (Anwendungsprogramme) herstellen lassen, die ein Mobiltelefon in einen sprechenden Reiseführer verwandeln.

Steht man 50 Meter vor dem Deutschen Reichstag, dann könnte Wolfgang Thierses Stimme aus dem Handy erklingen und über das Gebäude und seine Funktion referieren, nennt der Medieninformatiker Hauke Menges ein Beispiel. Wer mit der App ausgerüstet am Fürstenzug entlangläuft, kann über Kopfhörer ganz bequem etwas über Sachsens Adelsgeschlecht erfahren, natürlich nicht mit der Stimme des bärtigen SPD-Politikers.

Spannend wird so eine Software vor allem bei weniger bekannten Sehenswürdigkeiten. Sobald man sich ihnen nähert, weist die aktivierte Handy-App automatisch auf ihre Besonderheiten hin. Dabei funktioniert "Tourschall" im Ansatz ähnlich wie ein Navigationsgerät. Das Programm erkennt mit Hilfe von GPS, wo man sich im Augenblick befindet. Man muss also nicht wie bei den Audioguides von Museen vorher an den Exponaten ausgewiesene Nummern eintippen.

Die Idee eines digitalen Reiseführers kam Cornelius Hald, als er vor zwei Jahren mit seiner Freundin einen Kurztripp nach Barcelona plante. "Wir hatten zwei Reiseführer gekauft, in einem Dresdner Café gesessen und ewig durchgeblättert", erinnert sich der 31-Jährige. Die Bücher versuchten es jeder Zielgruppe Recht zu machen, deshalb enthielten sie viel zu viele Informationen, so Hald. "Das muss besser gehen", dachte damals der Informatiker. Zum Beispiel mit einem Smartphone, denn das habe man immer dabei.

Mehr als ein Jahr tüftelten die Informatiker an der optimalen Handy-Applikation für digitale Reiseführer. Gefördert wurde die Entwicklungsphase vom Bundesministerium für Wirtschaft und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Die Software fand Anklang, in der Pilotphase testeten einige Kunden das Programm und bespielten es mit Inhalten, O-Tönen, Musik, Bildern und Geräuschen.

Schnell und kinderleicht sei das und erfordere keine Programmierkenntnisse, betont Hald. Für die Informatiker war es wichtig, nicht nur Apps für das exklusive iPhone von Apple zu entwickeln, sondern eine Software zu erschaffen, die sich auch für Handys mit anderen Betriebssystemen - wie zum Beispiel Android - eignet. Die App soll mit 80 Prozent aller Smartphones kompatibel sein, so das Ziel.

Nicht nur touristische Führungen könne man mit Tourschall erstellen, sondern auch Motorrad- oder Wanderrouten, Zoobesuche oder Hörbücher, die die Umgebung mit einbeziehen. Weil das Produkt auf eine Satellitenverbindung angewiesen ist, funktioniert es bisher nur draußen. Aber die Programmierer planen bereits eine Version, die sich auch für Gebäude eignet.

Mittlerweile haben die Informatiker ihre Bürojobs aufgegeben und sich mit ihrem Produkt selbstständig gemacht. Im September gründeten sie ihre eigene Firma, die Kodira UG, mit insgesamt fünf Mitarbeitern. Die erste finale App mit Stadtführungen zu Dresden, Berlin, Münster, Köln, Paris und Florenz soll in wenigen Wochen in den App-Stores und auf der firmeneigenen Homepage stehen. Drei bis vier Euro zahle der Käufer zum Beispiel für eine Dresden-App, sagt Menges. Für weitere Angebote sucht die Firma jetzt Content-Partner.

www.tourschall.com

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