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Dresdner Selbsthilfegruppe für adoptierte Erwachsene hofft auf Zuwachs

Damals adoptiert, jetzt erwachsen Dresdner Selbsthilfegruppe für adoptierte Erwachsene hofft auf Zuwachs

Sebastian (Name geändert) hat in Dresden eine Selbsthilfegruppe für adoptierte Erwachsene ins Leben gerufen. Denn die Frage „Was stimmt nicht mit mir?“ begleitet ihn und viele andere Adoptierte bis ins Erwachsenenalter.

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Eine Mutter mit Kleinkind. Oft, aber eben nicht immer verlaufen Adoptionen für die betroffenen Kinder positiv.

Quelle: dpa

Dresden. Eine narzisstische Mutter, die den Kontakt zum leiblichen Vater verbietet, ein Stiefvater, der sein Adoptivkind regelmäßig schlägt: Szenarien, die man nicht nur in Filmen findet. Auch in der Realität kommen solche Familienverhältnisse vor – leider viel zu oft. Für die betroffenen Kinder ist das alles nur schwer zu verstehen. Die Erinnerungen verblassen zwar über die Jahre, doch eine Frage durchzieht häufig auch das Erwachsenenalter: „Was stimmt nicht mit mir?“ In Situationen wie diesen, in denen man weder zurück noch nach vorn schauen kann, können Gleichgesinnte viel bewirken. Manchmal hilft schon ein „Mit dir ist nichts falsch, es ging mir ähnlich. Deine Gefühle sind normal.“

Genau diese Art menschlichen Kontakts sucht auch Sebastian (Name von der Redaktion geändert). Seinen leiblichen Vater kennt er erst seit einigen Jahren wieder. Die Mutter untersagte den Kontakt lange Zeit, redete immer nur von den schlechten Seiten des Vaters. Dass ihr Sohn von ihrem neuen Ehemann regelmäßig geschlagen wurde, übersah sie - oder wollte es nicht wahrhaben. Sebastian leidet auch heute noch unter diesen Erfahrungen. „Sie müssen sich das vorstellen, als wären sie ein riesiger Bahnhof. Irgendwann wird absichtlich eine Weiche umgestellt. Von da an fahren sie auf dem falschen Gleis – und das ihr ganzes Leben lang“, erklärt der Dresdner. Für Außenstehende sei es oft schwer nachzuvollziehen, wie prägend solche Kindheitserinnerungen sein können. Deshalb sucht Sebastian nun Gleichgesinnte - Menschen, die ein ähnliches Schicksal teilen.

Vor ein paar Wochen hat er über die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (KISS) eine Selbsthilfegruppe in Dresden ins Leben gerufen. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es schon einige Anmeldungen. “Es tut so gut, sich mit Menschen auszutauschen, denen es genauso geht. Ich freue mich auf den Zuspruch und hoffe, dass die Gruppe schnell Wurzeln tragen wird.”
Das erste Treffen findet am 24. November um 17 Uhr in der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe, Ehrlichstraße 3, statt. Interessierte werden gebeten sich vor der ersten Sitzung bei der KISS anzumelden.                                           

KISS-dresden@t-online.de, Tel.: 2061985

jbü

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