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Dresdner Rathaus: „Goldene Pforte“ öffnet am 2. April

Ostflügel komplett fertig / 38 Millionen Euro verbaut Dresdner Rathaus: „Goldene Pforte“ öffnet am 2. April

Der erste Bauabschnitt des Dresdner Rathauses ist abgeschlossen. Am 2. April soll der komplett renovierte Ostflügel erstmals allen Dresdnern offen stehen. In Bälde soll auch der Stadtrat wieder an seinem angestammten Ort tagen.

Denkmalgerecht saniert worden ist der Plenarsaal. Bald kann der Stadtrat hier wieder tagen.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Kaum zu glauben, aber wahr: Nach fast fünfjähriger Bauzeit ist die Sanierung des Ostflügels und des ersten Teils Südflügels des Neuen Rathauses so gut wie abgeschlossen. Das macht ein Drittel des gesamten Rathauses aus. „Ab durch die Goldene Pforte“ heißt es deshalb am Sonnabend, 2. April, von 10 bis 16 Uhr zur festlichen Eröffnung für interessierte Dresdner. Und voraussichtlich am 2. Juni kann der Stadtrat auch wieder an seinem angestammten Ort im Plenarsaal tagen.

„Endlich haben wir mal wieder was zum Vorzeigen im Rathaus“, frohlockte Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) beim Presserundgang durch das Rathaus. In der Tat: Festsaal, Plenarsaal und Kuppelhalle sind nach allen Regeln des Denkmalschutzes restauriert worden. Sowohl der Festsaal, der bereits seit 10. März wieder für Feierlichkeiten genutzt wird, als auch der Plenarsaal versprühen den Charme der Bauzeit, der 1960er Jahre. „Wenn jemand sagt, hier hat sich ja gar nichts verändert, fasse ich das als kleines Kompliment auf“, sagte Kay Ullmann vom Hochbauamt schmunzelnd. Die Holzwände im Festsaal seien restauriert und die historischen Lampen wieder aufgearbeitet worden. „Und auch all das, was man nicht sieht – also die Heizungs-, Lüftungs- und Datentechnik – haben wir komplett erneuert“, erklärt Ullmann.

Ein Stockwerk höher im Plenarsaal können jetzt 100 Gäste auf der Besuchertribüne Platz nehmen. „Was das Parkett betrifft, haben wir jetzt eine letzte Lackschicht aufgebracht, die etwa zehn Tage trocknen muss“, erläutert der Mann vom Hochbauamt. Neu wird eine Abstimmanlage mit vielen Funktionen sein. „Damit lässt sich zum Beispiel die Redezeit der Stadträte beeinflussen, und Stimmen auszählen muss dann auch niemand mehr per Hand“, so Ullmann.

Eine Augenweide ist die prunkvolle Kuppelhalle mit viel Marmor geworden. Sie hatte das Inferno 1945 relativ gut überstanden. Nur die historischen Lampen, um deren Finanzierung es Diskussionen gab, fehlen noch. Sie werden erst 2017 fertig. Das Atrium, in das man durch die „Goldene Pforte“ gelangt, ist nach Informationen des Hochbauamtsmitarbeiters völlig neu gestaltet worden. „Es war früher total verbaut, jetzt haben wir eine Decke in die erste Etage offen gestaltet, so dass man von dort aus ins Atrium hinabblicken kann“, berichtet Ullmann. Auch die Stadtratsfraktionen haben mittlerweile ihre hellen, neuen Fraktions- und Beratungsräume im ersten Stock in Besitz genommen. „Früher war der Flur ja doppelt so breit - ein riesiger, dunkler, deprimierender Raum“, sagte Bürgermeister Vorjohann. Möglicherweise sei das den Stadträten auf die Dauer aufs Gemüt geschlagen, fügte er spitzbübisch hinzu.

Auch das Dach, das eine Bleibeschichtung aufwies, haben die Bauarbeiter neu gedeckt. Und die beiden Rechenzentren sind aus Datensicherheitsgründen vom Erdgeschoss unters Dach gezogen. Im Innenhof des Rathausturmes gibt es jetzt einen neuen Personenaufzug, der den Ostflügel barrierefrei zugänglich macht. Die beiden Innenhöfe sind neu gepflastert worden

Anlass dafür, dass das Rathaus überhaupt saniert wurde, war der mangelnde Brandschutz, der sich noch auf dem Stand der 1950er Jahre befand. „Eigentlich wollten wir nur das Nötigste machen“, blickt Vorjohann zurück. Als die Sanierung des Ostflügels im Juni 2011 begann, stießen die Bauarbeiter jedoch auf böse Überraschungen: Decken hingen durch, erwiesen sich als nicht tragfähig, Streitereien mit der Baufirma kamen hinzu. Das Ende vom Lied war, dass die Sanierung fast zwei Jahre länger dauerte als eigentlich vorgesehen und 13 Millionen Euro teurer wurde (DNN berichteten). 38,2 Millionen Euro sind bislang verbaut worden. 200 Mitarbeiter sind im sanierten Flügel des Rathauses beschäftigt, 650 im gesamten Rathaus.

Aus der Geschichte des Neuen Rathauses

Das am Altmarkt gelegene Altstädter Rathaus war Oberbürgermeister Alfred Stübel bereits um 1880 zu eng geworden. Bis zu einem Ratsbeschluss dauerte es noch acht Jahre und erst 1901 lag eine Ausschreibung für den Neubau vor. 1905 schließlich begann der Bau unter Führung der Architekten Karl Roth und Edmund Bräter. Denkmalschützer bedauerten den dafür notwendigen Abriss vom klassizistischen Preußischen Haus und vom Palais Loß.

Der gewaltige Baukomplex sprach vom Selbstbewusstsein der Dresdner Bürgerschaft. Und so hieß es in der Festschrift zur Einweihung am 1. Oktober 1910: „Eine Stadtverwaltung ist eine Macht. Die Verwaltungen unserer modernen Großstädte sind in ihrer Art städtische Großmächte.“ Diese Mächte respektierte auch Friedrich August III., der letzte König von Sachsen. Mit drei Hammerschlägen segnete der Monarch die Grundsteinlegung ab.

Die Bombenangriffe im Februar 1945 verschonten auch den Rathauskomplex nicht. Im Gegensatz zur Sophienkirche oder zunächst sogar vom Residenzschloss drohte dem erst vierzig Jahre alten Bau kein Abriss. 1948 begann unter Federführung von Emil Leibold der Wiederaufbau in vereinfachter Form. Die ausgebrannten Dachreiter verschwanden. Brandopfer wurde auch der Große Festsaal im ersten Stock mit 240 Plätzen und Deckengemälden von Hermann Prell. Die prachtvolle doppelläufige Treppe zum Saal und zahlreiche allegorische Sandsteinfiguren am Turmrundgang blieben erhalten oder wurden rekonstruiert. Der neue Festsaalflügel entstand zwischen 1962 und 1965. Die Hellerauer Werkstätten besorgten die modern-schlichte Innenausstattung des Plenarsaales. Die Wappen der Partnerstädte an der Fassade des Festsaalflügels und die Trümmerfrau in Bronze von Walter Reinhold auf der Grünfläche davor bereichern das Ensemble.

„Ab durch die Goldene Pforte“

Unter dem Motto „Ab durch die Goldene Pforte! Rathaus zeigt sein neues Gewand“ sind die Dresdner am Sonnabend, 2. April, von 10 bis 16 Uhr zum Tag der offenen Tür ins Rathaus eingeladen.

– Aus dem Programm

10 Uhr, Eingang Goldene Pforte: musikalischer Auftakt mit dem Fanfarenzug Dresden und Grußwort von OB Dirk Hilbert

10 bis 16 Uhr: selbstständiger Rundgang mit elf markierten Stationen; im Festsaal gibt es Informationsbroschüren zu verschiedenen Themen der Fachämter und das Presseamt verschenkt alte City-Light-Plakate; Stadträte beantworten in den Räumen der Fraktionen Fragen der Dresdner

12 bis 14 Uhr: Informationen zum Goldenen Buch von Kalligrafin Heidi Kohlert im Raum II-013

13 Uhr und 14.30 Uhr: Führungen durchs Neue Rathaus mit dem Amtsleiter des Stadtarchivs, Thomas Kübler

11 bis 16 Uhr: Bürgermeister stehen im Festsaal für Fragen zur Verfügung

14 Uhr: Künstlerin Virginia Tutila führt durch die Ausstellung (Galerie 2. Stock)

14 bis 16 Uhr: OB Dirk Hilbert zeigt sein Büro (Zugang über Station 10)

– Stationen des Rundgangs durch das Neue Rathaus

1. Goldene Pforte: Informationen zur Geschichte und zum Baugeschehen um die Goldene Pforte

2. Portal zur Kuppelhalle: Informationen zum freigelegten Fries über den Türen zur Kuppelhalle

3. Kuppelhalle: Hintergründe zur Geschichte und zum Baugeschehen in der Kuppelhalle

4. Vorraum zum Fest- und Plenarsaal: Informationen zur Komplettsanierung und den baulichen Herausforderungen

5. Plenarsaal: Details zum Baugeschehen und Einblick in eine typische Stadtratssitzung, außerdem zeigt das Stadtarchiv eine Fotopräsentation zum Neuen Rathaus

6. Festsaal: Informationen zum Baugeschehen, Auslage von Informationsmaterialien der Fachämter, Ausgabe von City-Light-Plakaten, Möglichkeit zum Gespräch mit den Bürgermeistern

7. Büros der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Infos über die Arbeit des Presseamtes

8. Presseraum: Einblicke in die Pressekonferenzen der Landeshauptstadt Dresden

9. Galerie 2. Stock: Aktuelle Ausstellung „Lichter − Die weibliche Perspektive“ und Informationen zur Galerie 2. Stock

10. Beratungsraum II/013: u.a. Vorstellung der Abteilung Protokoll und der Abteilung Europäische und Internationale Angelegenheiten, Einblicke in das Goldene Buch der Landeshauptstadt; Einblick in das Büro des Oberbürgermeisters

11. Fraktionen des Stadtrats: Die Fraktionen des Stadtrates stellen sich und ihre Arbeit vor

Von Katrin Richter

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