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Dresdner Raketenforscher greifen nach dem Weltall

Dresdner Raketenforscher greifen nach dem Weltall

Beim Stichwort "Rakete" oder gar "Weltraumfahrt" dürfte kaum jemandem die Stadt Dresden in den Sinn kommen. Das könnte sich allerdings bald ändern.

"Wir haben im September auf dem Prüfstand in Großenhain umfangreiche Tests an einem von uns entwickelten und in unseren Werkstätten selbst gebauten Raketen-Triebwerk abgeschlossen. Die Ergebnisse sind ermutigend", freut sich Olaf Przybilski, Projektleiter vom Institut für Luft- und Raumfahrttechnik der TU. "Die mit einem Gemisch aus flüssigem Sauerstoff und Ethanol, also einem Alkohol, gespeiste Brennkammer entwickelte einen Schub von rund 50 Kilogramm."

Das alles geschieht im Rahmen einer möglichst praxisnahen Ausbildung, in die derzeit zwei Doktoranden und bis zu 15 Studenten einbezogen sind. Das mit insgesamt 340 000 Euro geförderte, über drei Jahre laufende Projekt soll spätestens Anfang 2016 in Raketenstarts münden. Von einem geeigneten Areal wollen der Raketen-Doktor und seine Mitstreiter ihre erste SMART Rocket bis auf 5000 Meter Höhe schießen. Die auf den Namen Mira getaufte Flüssigkeitsrakete soll 20 Sekunden nach dem Start etwa 1000 km/h erreichen und an einem Fallschirm zur Erde zurückkehren.

Bewusst entschieden sich die Wissenschaftler des Instituts nicht für das gemeinhin übliche Kerosin, sondern für Alkohol als Brennstoff. Dieser sei speziell für die Verbrennung in Raketentriebwerken absolut ungefährlich und zugleich umweltfreundlich. Es gäbe keinerlei Probleme z.B. mit Verunreinigungen, so Przybilski. Schon die ersten Raketen des deutschen und später US-amerikanischen Raketeningenieurs Wernher von Braun seien so konzipiert gewesen. Die Pläne am Dresdner TU-Institut reichen jedoch deutlich weiter. Zum einen sei der Bedarf an Diplom-Ingenieuren, die an Trägersystemen ausgebildet sind, auch in Deutschland sehr hoch und könne derzeit nicht gedeckt werden. Schließlich existieren beispielsweise in Bremen, Friedrichshafen und in München bedeutende Standorte der Luft- und Raumfahrt, so Przybilski, der also in der Ausbildung eine große Chance für Dresden sieht.

Zum anderen sei auch der kommerzielle Aspekt nicht zu unterschätzen. Weltweit gäbe es schon jetzt einen riesigen Bedarf an kleinen, ebenso wirtschaftlich wie ökologisch sauber arbeitenden Klein-Raketen, die in der Lage sind, Kleinst-Satelliten in eine Erdumlaufbahn zu transportieren. Dieser Bedarf könnte in den nächsten Jahren eine Steigerung um das Zehnfache, vielleicht sogar das Hundertfache erfahren. Die Dresdner wären, da ist sich Przybilski sicher, die ersten und einzigen Produzenten solcher Raketen in absehbarer Zeit.

Nach Mira soll in drei bis fünf Jahren eine Rakete erprobt werden, die mit einer Nutzlast von 100 kg bis in den Weltraum, also bis in ca. 250 Kilometer Höhe vorstoßen kann. Dann wäre auch ein großer kommerzieller Effekt vorstellbar.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.11.2014

Peter Weckbrodt

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