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Dresdner Politikwissenschaftler stellt neues Buch über Pegida vor

„Alles, was man derzeit über Pegida wissen kann“ Dresdner Politikwissenschaftler stellt neues Buch über Pegida vor

„Pegida ist die AfD auf der Straße und die AfD ist Pegida als Partei und in den Wahlkabinen.“ Das sagte am Dienstag der Dresdner Politikprofessor Werner Patzelt bei der Vorstellung eines neuen, fast 700 Seiten starken Buchs mit dem Titel „Pegida. Warnsignale aus Dresden“.

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Politikprofessor Werner Patzelt.
 

Quelle: dpa-Zentralbild

Dresden.  „Pegida ist die AfD auf der Straße und die AfD ist Pegida als Partei und in den Wahlkabinen.“ Das sagte der Dresdner Politikprofessor Werner Patzelt bei der Vorstellung eines neuen, fast 700 Seiten starken Buchs mit dem Titel „Pegida. Warnsignale aus Dresden“. Mitautor ist Joachim Klose, studierter Theologe und Philosoph, aktuell tätig als Landesbeauftragter der CDU-nahen Konrad-Adenauer Stiftung im Freistaat. Die Verfasser haben darin alles beleuchtet, „was man derzeit gesichert über Pegida wissen kann und damit auch über die AfD wissen sollte“, meint Patzelt. Dabei konnten sie auf mehrere Studien zur Pegida-Bewegung bauen, die am TU-Institut für Politikwissenschaften entstanden sind und unter anderem Demonstrationsbeobachtungen, Befragungen und Studien im Internet als Grundlage hatten.

Problem von Patzelts Studien

Die von Patzelt selbst erstellten Studien zu Pegida gelten unter Wissenschaftlern jedoch als problematisch. Denn: Die Stichprobe, also die Auswahl der bei Pegida befragten Personen, ist keinesfalls representativ. Bei Patzelts zuletzt erstellter Befragung antworteten vor allem die radikaleren Pegida-Teilnehmer nicht, ein Teil trat so matrialisch auf, dass die Befrager sich gar nicht erst trauten, sie überhaupt anzusprechen. Patzelts Daten lassen demnach keine Schlüsse über Pegida insgesamt zu, sondern nur über den eher gemäßigten Teil von Pegida, der sich an den Befragungen beteiligte.

Pegida und AfD als Komplex

Das Buch beschreibe nicht nur, „es macht klar, dass Pegida und die AfD einen Komplex bilden“, stellte der Politikprofessor fest, der mit zahlreichen Fernsehauftritten zum Thema Pegida von sich reden gemacht hat und dabei nicht unumstritten ist. Pegida sei „unter anderem Namen erfolgreicher denn je“, sagte Patzelt mit Blick auf die AfD.

Die Verfasser vergleichen die Bewegung mit Magma, das aus einem Vulkankrater austritt. Dass der „markanteste Vulkanschlot, durch den jenes Magma an die Oberfläche dran und wöchentlich weiter quoll“, in Dresden entstand, begründete Klose, mit der Rolle der Stadt. Sie sei „eine schöne Bühne“, sagte er, „in Dresden lassen sich Dinge sichtbar machen, die woanders nicht sichtbar sind.“ Im Vorwort ihres Buches schreiben die Verfasser von einer unterschiedlich ausgedehnten und bewegten Magmaschicht und einem „Deckgebirge“, das unterschiedlich dick ist. Die Magmaschicht, also den Pegidianern und ihren Ansichten sowie den politischen und sozialen Umständen, die zum Vulkanausbruch in Dresden geführt haben, widmen sie dann ganze Kapitel.

Pegida und Heimatverlust

Klose erklärte das Interesse an Pegida mit Heimatverlust. Nur wer Heimat habe, könne wirklich ein Patriot sein. „Wir müssen den Leuten ermöglichen, sich zu beheimaten, dann werden sie sich auch für die Gesellschaft einsetzen“, so der Beauftrage der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Den Pegidianern selbst und ihren „Anführern“, stellten die Verfasser des Buchs kein gutes Zeugnis aus. Angst, Neid und Ressentiments seien ihr Hauptantrieb, sagte Klose. Patzelt stellte fest, die Organisatoren der Bewegung hätten Pegida in eine „Sackgasse“ geführt. „Sie wissen nicht so recht, wie sie weitermachen sollen“, stellte er zum aktuellen Zustand von Pegida fest. Bachmann und seine Unterstützer hätten höchstens politische Fähigkeiten, „mit denen man sich vielleicht für die Kreisklasse qualifiziert“.

In ihrem Buch haben Werner Patzelt und Joachim Klose ihren eigenen Angaben zufolge die wichtigsten Befunde aller bislang erschienenen Studien zu Pegida integriert. „Die Ergebnisse passen bestens zusammen“, stellte Patzelt fest, „es wäre ein Wunder, wenn das reiner Zufall wäre.“

Pegida. Warnsignale aus Dresden; erschienen im w.e.b., Universitätsverlag und Buchhandel Eckhard Richter & Co. OHG, ISBN 978-945363-44-7

DNN

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