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Dresdner Planck-Institut für Chemische Physik schafft weltweit größten Vektormagneten an

Dresdner Planck-Institut für Chemische Physik schafft weltweit größten Vektormagneten an

Der schottische Physiker und Reinkristallexperte Prof. Andrew Mackenzie ist der neue Direktor für Festkörperphysik am Dresdner Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe (MPI-CPFS).

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Prof. Dr. Andrew P. Mackenzie ist der neue Direktor am Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden. Der Schotte zeigt hier einen Probenhalter zum Messen physikalischer Phänomene im Tieftemperaturbereich. Er sieht die Silizium-Technik an ihren Grenzen und will mit hochreinen Kristallen neue Wege erschließen.

Quelle: Christian Juppe

Im Zuge seiner Berufung hat ihm die Max-Planck-Gesellschaft eine Millionen-Investition in einen neuen Reinraum mit modernster Analyse- und Experimentiertechnik zugesagt, damit der 48-Jährige in Dresden seine Forschungen an der Zukunft der Mikroelektronik vorantreiben kann.

"Jeder weiß, dass die Elektronik-Industrie bald einen neuen Ansatz braucht, weil die Silizium-Technologie an ihre Grenzen stößt", erklärte der Schotte. "Ich will hier in Dresden Materialien untersuchen und testen, die in Zukunft zu einer neuen Quantenelektronik führen könnten." Er sehe "aufregende Zeiten" auf Forschung und Industrie zukommen, zum Beispiel mit Blick auf künftige Elektronikschaltungen, in denen der Drehimpuls einzelner Elektronen die Informationsverarbeitung übernimmt ("Spintronik").

Freilich sei bis dahin noch ein weiter Weg zu gehen. "Was wir hier machen, ist Grundlagenforschung", betonte Mackenzie. Allerdings sei gerade dies für ihn einer der Gründe gewesen, von der schottischen University of St Andrews nach Dresden zu wechseln. "Die Max-Planck-Gesellschaft hat weltweit einen sehr guten Ruf, und das deutsche System aus Grundlagenforschung auf der einen Seite und anwendungsnaher Entwicklung in der Fraunhofer-Gesellschaft auf der anderen Seite ist beispielhaft", sagte Mackenzie. Zudem habe er bei früheren Besuchen in Dresden den Eindruck gewonnen, dass die Sachsen nicht nur ein freundliches Volk, sondern in ihrer Forschungspolitik auch sehr weitsichtig seien.

Für seine Dresdner Forschungen will der Physiker hochreine Kristalle züchten. Je präziser diese Kristalle sind, umso interessantere Eigenschaften offenbaren sie: Teils leiten sie Strom widerstandslos (Supraleitung), teils zeigen sie faszinierende Quanteneffekte, die man für neuartige elektrische und elektronische Anlagen einsetzen könnte.

Um dies zu testen, bekommt der Schotte einen neuen Reinraum im Planck-Institut an der Nöthnitzer Straße. Das Labor wird mit Kristallzucht-Spiegelöfen ausgestattet, außerdem mit Anlagen, die mikroskopisch feine Strukturen durch Elektronen- und Atomrumpf-Strahlen erzeugen (Elektronen- und Ionenstrahl-Lithografie). Auch bekommt das Institut den weltweit größten Vektormagneten - ein Drei-Spulen-System, das Magnetfelder in verschiedene Richtungen drehen kann. Die genaue Investitionssumme wollte das MPI nicht nennen, es soll sich aber um mehrere Millionen Euro handeln.

Der 1964 in Schottland geborene Mackenzie freut sich jedenfalls schon auf seine Dresdner Forschungszeit. In den kommenden Monaten möchte er sich hier auch eine feste Wohnung suchen und seine Frau und seine drei Kinder nachholen - "und ganz schnell Deutsch lernen".

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.02.2013

Heiko Weckbrodt

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