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Dresdner Paul Hackenberg hat in Pieschen eine Weingalerie eröffnet

Dresdner Paul Hackenberg hat in Pieschen eine Weingalerie eröffnet

Wo früher Brillengestelle funkelten, blinken jetzt Flaschen. In der Oschatzer Straße 20 in Pieschen hat der Dresdner Paul Hackenberg in diesem Jahr eine kleine Weingalerie eröffnet.

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Darf es auch mal Hagebuttenwein sein? Paul Hackenberg stellt aus selbst gesammelten Blüten und Früchten Sirup und Weine her.

Quelle: Dietrich Flechtner

In diesem Zuge polierte er auch die historische Ladeneinrichtung wieder auf. 1935 hatte sich hier ein Optiker niedergelassen und wie durch ein Wunder überlebte das in die Wände eingelassene dunkle Holzmobiliar mit seinen vielen Schubkästchen DDR und Nachwendezeit.

Eigentlich habe er nur Lager und Küche für seinen Imbiss und Catering-Service gesucht, erzählt Hackenberg. Doch als er die Geschäftsräume auf der Oschatzer sah, wurde ihm klar, dass er hier mehr draus machen musste. So kam ihm die Idee mit der Weingalerie, in der Verkostungen, musikalische Abende am Klavier und Ausstellungen von Szenekünstlern stattfinden sollen. Die jüngste Ausstellung war Ende Mai zu sehen. Künstler, die ihre Arbeiten zeigen möchten, könnten sich jederzeit bei ihm melden, so Hackenberg.

Derzeit können Kunden bei ihm in erster Linie den Inhalt schlanker Flaschen und schwerer Weinballons verkosten und kaufen. Vor allem Holunder taucht in verschiedensten flüssigen Formen auf - als Sirup, Glühwein oder schwerer Dessertwein. "Ich gehe auf Wildsammlung. Und gerade Holunder ist an vielen Ecken, vor allem in Richtung Sächsische Schweiz zu finden", erklärt Hackenberg. Es sei doch schade, wenn so viele Blüten und Früchte ungenutzt auf die Erde fallen. Darum setzte der 29-Jährige im vergangenen Jahr das erste Mal auch einen Perlwein aus Robinienblüten an.

Seit vier Jahren vergärt Hackenberg Blüten und Früchte zu Weinen. In einem Radebeuler Weinkeller reifen gerade in Barrique-Fässern ein Hagebuttenwein, ein Apfelcidre und - Hackenbergs Favorit - ein Holunder-Vanille-Wein. Die Haupteinnahmequelle des jungen Mannes bleibt jedoch sein Imbiss und Catering-Service, der insbesondere auf den Sommer-Festivals ohne Fleisch und tierische Produkte auskommt. "Ich koche für Festivals vollkommen vegan, es gibt zum Beispiel indische Linsensuppe, Pakoras und Falafel", sagt Hackenberg. Nein, er selbst sei kein Vegetarier. "Ich würde gern, kann aber noch nicht ganz widerstehen. Ich habe drei Jahre vegetarisch gelebt und bin dann bei der Weihnachtsgans schwach geworden." Neben veganem Essen bedient Hackenbergs Catering-Service eine zweite Nische - Buffets für Allergiker. Ob Laktose-Intoleranz (Unverträglichkeit von Milch), Gluten-Unverträglichkeit (Proteine, die im Getreide vorkommen) oder Nuss-Allergie, im Vorgespräch wird geklärt, welche Zutaten auf keinen Fall auch nur spurenweise in der Küche auftauchen dürfen.

Zum Dresdner Hechtfest am letzten Augustwochenende steht Paul Hackenberg mit seinem Stand wieder in der Hechtstraße und verkauft Vollkorn-Langos. Und mittwochs zwischen 16 und 22 Uhr öffnet der Dresdner sein "Genusswerk" an der Oschatzer Straße. Übrigens: Wer während der Öffnungszeiten das Klavier spielt, bekommt Wein auf Kosten des Hauses.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.07.2013

Madeleine Arndt

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