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Dresdner "Organik-Papst" Karl Leo will nach Arabien gehen

Dresdner "Organik-Papst" Karl Leo will nach Arabien gehen

Dresden verliert eine Koryphäe: Der Photonik-Professor Karl Leo, der als ein Vater der Dresdner Organikelektronik-Industrie gilt, will nach Arabien gehen. Der Professor habe "ein attraktives Stellenangebot der King Abdullah University of Science and Technology in Saudi-Arabien erhalten", bestätigte die Technische Universität Dresden auf DNN-Anfrage.

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Professor Karl Leo bei der vierten Auflage internationalen Konferenz für Smart Green Business "Ecosummit" vor einem Jahr in Dresden.

Quelle: TU Dresden

Die Uni hegt indes noch Hoffnungen, den 53-jährigen Spitzenforscher zurückzuangeln: "Derzeit verhandelt die TU Dresden ergebnisoffen mit Herrn Prof. Leo über mögliche Optionen, die vom Verbleib an der Universität über eine befristete Beurlaubung bis zu einem vollständigen Weggang reichen", hieß es von der TU. "Das ist ein schmerzhafter Verlust für den Standort", kommentierte Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) Leos geplanten Weggang. "Er war bisher der entscheidende Knoten im Organikelektronik-Netzwerk."

Leo selbst will Dresden indes nicht ganz den Rücken kehren: Er habe die Uni "nur um eine Beurlaubung gebeten", sehe dies als "eine befristete Aufgabe" und eine "exzellente Möglichkeit einer sächsisch-saudischen Zusammenarbeit", erklärte er auf Anfrage. Er verhandele derzeit mit Land und Uni, wie diese Kooperation aussehen könne. Der inzwischen mehrfach ausgezeichnete Physiker war 1993 von Aachen nach Dresden gekommen und leitete hier das TU-Institut für Angewandte Photophysik (IAPP). Er war Mitinitiator solcher Firmenausgründungen wie Novaled (Organische Leuchtdioden) und Heliatek (organische Solarzellen) und förderte weitere Organikelektronik-Aktivitäten, die Dresden zu einem der weltweit wichtigsten Forschungs- und Wachstumskerne für organische Elektronik formten, an dem inzwischen über 1000 Jobs hängen. Unter anderem holte er die internationale Fachkonferenz "Plastic Electronics" nach Dresden, war zeitweise einer der Chefs des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme (IPMS) in Dresden-Klotzsche und leitete dann dessen Organikelektronik-Zentrum "COMEDD", das 2012 wegen seines gefragten Profils als eigene Fraunhofer-Einrichtung ausgegründet wurde.

In seinen Forschungen hatte Leo zuletzt die Devise "Zurück ans Reisbrett" ausgegeben: Er wollte an einem völlig neuem Design organischer Elektronik arbeiten, das diese schneller und konkurrenzfähiger zu anorganischen Chips machen sollte.

Wegen der besonderen Schlüsselrolle der Arbeiten von Leo und dessen Institutskollegen hatten der Freistaat und die TU erst kürzlich angekündigt, ab dem Frühjahr 2014 für 30 Millionen Euro einen Neubau für das IAPP an der Nöthnitzer Straße im Dresden Norden zu errichten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.08.2013

Heiko Weckbrodt

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