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Dresdner Orangerie wird öffentlich

Nutzungskonzept steht Dresdner Orangerie wird öffentlich

Auf dem Grundstück des Herzogin Garten gibt es einen weiteren Lichtblick: Das Projekt der historischen Orangerie nimmt konkrete Formen an. Projektmanager Rene Schulz von der Memesy GmbH spricht über das Konzept von Investor Saal.

Bald wird die historische Orangerie wieder aufgebaut sein.

Quelle: Foto: Anja Schneider

Dresden. Auf dem Grundstück des Herzogin Garten gibt es einen weiteren Lichtblick: Das Projekt der historischen Orangerie, die 1841 gebaut, im zweiten Weltkrieg zerstört, und nun wieder aufgebaut werden soll, nimmt endlich konkrete Formen an. Vorausgegangen war eine lange und emotionale Auseinandersetzung zwischen Investor, Stadtverwaltung und dem Amt für Denkmalpflege.

Der Siegener Grundstückseigentümer und Investor Reinhard Saal hatte bei seiner Planung für das Grundstück in der Vergangenheit mehrfach angekündigt und gegenüber der Stadt im Bauausschuss versprochen, neben seinem Palais auch die Orangerie wieder aufzubauen. Doch Saal plante zunächst mit Wohnungen. Dafür bekam er auch eine vorläufige Baugenehmigung mit der Bedingung, dass kein öffentliches Interesse bestünde.

Doch das ist ganz offensichtlich der Fall gewesen. Mehrere Stadträte und kulturelle Einrichtungen forderten eine öffentliche Nutzung der Orangerie. Schließlich torpedierte Landeskonservatorin Rosemarie Pohl, mit ihrem Veto im vergangenen Dezember, Saals Pläne. Seit dem befanden sich Nutzungskonzept und Zeitpunkt des Wiederaufbaus in der Schwebe. Immerhin muss Saal rund zehn Millionen Euro für die Rekonstruktion in die Hand nehmen.

Von einigen Seiten gab es sogar Befürchtungen, die Orangerie würde gar nicht mehr gebaut werden. „Es muss jetzt geschehen. Wenn Palais und Garten einmal fertig sind, sehe ich wenig Chancen für die Orangerie“, erklärt Grünen-Stadtrat Thomas Löser. Er fordert seit Beginn der Planungen gemeinsam mit weiteren Stadträten und Landeskonservatorin Pohlack eine öffentliche Nutzung für die Orangerie.

Dass Investor Saal entgegen den Befürchtungen Willens ist, die Orangerie zu bauen und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, zeigte er dadurch, dass Rene Schulz von der Memesy GmbH mit ins Boot geholt wurde. Schulz ist Projektentwickler und war unter anderem für das Nutzungskonzept des Kulturkraftwerk Mitte verantwortlich. Deshalb pflegt er gute Kontakte zu kulturellen Institutionen und dem Landesamt für Denkmalpflege.

Schulz kündigte nun an, dass der planmäßige Bau der Orangerie fortgesetzt wird. „Das Konzept steht. Der Ball liegt jetzt bei den Geldgebern“, so der Projektentwickler. Derzeit laufen Gespräche mit einem regionalen Finanzinstitut. „Es wäre sehr viel verlangt, wenn Herr Saal dieses Projekt bei einer öffentlichen Nutzung aus der eigener Tasche finanzieren soll“, ergänzt Schulz. Auch deshalb erwies sich die Projektplanung äußert schwierig. Mit dem Konzept musste sichergestellt werden, dass die künftige Nutzung die Baukosten refinanzieren kann.

Geplant sind nun verschiedene, hochwertige Veranstaltungen wie Konzerte oder Ausstellungen. Angestrebt wird auch eine dauerhafte Gastronomie, derzeit wird noch mit möglichen Partnern verhandelt. Zudem steht auch die Gründung einer Betreibergesellschaft im Raum, um die komplexe Koordinierung einer Vielzahl von Mietern und Nutzern abzusichern. Unterstützung für das Projekt wurde bereits von der Stadt Meißen und Schloss Proschwitz angekündigt.

Die Firma C. Bechstein will im Falle, dass ein geplanter Kammermusiksaal entsteht, diesen mit einem Konzertflügel im Wert von mehr als 100 000 Euro ausstatten. Damit sollen namenhafte Künstler aus aller Welt nach Dresden gelockt werden. Nicht nur deshalb sieht Projektentwickler Schulz die Orangerie als wichtigen Beitrag zur Bewerbung Dresdens als Kulturhauptstadt 2025.

Da das Nutzungskonzept nun erarbeitet wurde, soll auch alles ganz schnell gehen. Die Orangerie soll bereits im September 2017 öffnen. „Wir haben schon Zusagen für zeitlich aufeinander abgestimmte Nutzung für mehr als acht Monate“, so Schulz. Um eine zeitnahe Bebauung zu sichern, wurde auch pünktlich bis Ende März das Grundwasser der Baugrube abgepumpt.

Aufgrund des benachbarten Palais wird die Rekonstruktion der Orangerie aber nicht ihrem historischen Vorbild gleichen. „Sie wird auf jeden Fall kürzer“, so Schulz. Geplant sind 65 Meter länge und eine Grundfläche von etwa 770 Quadratmetern. Zudem entsteht unter dem Gebäude eine Tiefgarage mit 42 Stellplätzen. Das Oberschoss der Orangerie ist für Büroeinheiten vorgesehen.

Von Sebastian Burkhardt

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