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Dresdner Mütter: Hohe Versicherungsgebühren für freie Hebammen sind eine Sauerei

Dresdner Mütter: Hohe Versicherungsgebühren für freie Hebammen sind eine Sauerei

Am Samstagvormittag haben freiberufliche Hebammen mit einem Protestfrühstück auf den Dresdner Elbwiesen auf enorm hohe Versicherungsgebühren aufmerksam gemacht.

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Katja Röder hat ihren Sohn Willy zu Hause zur Welt gebracht. Gemeinsam mit Willy und Freund Basti beteiligte sie sich am Protestpicknick der Dresdner Hebammen.

Quelle: Tanja Tröger

Dresdner Mütter befürworten die Aktion. Gegenüber DNN-Online erklärten sie, warum freie Hebammen wichtig sind, damit sich Schwangere, Gebärende und frischgebackene Mütter wohl fühlen.

Die 33-jährige Gabriela A. hat drei Kinder zur Welt gebracht: 2006 „schlüpfte“ in einer Vollmondnacht Lukas, drei Jahre später folgte Bruder Felix, und 2011 wurde der kleine Elias geboren. Für die junge Frau war es stets wichtig, Schwangerschaft und Geburt selbstbestimmt durchleben zu können. „Ich gehe nicht davon aus, dass eine Schwangerschaft ein krankhafter Prozess ist“, sagte sie gegenüber DNN-Online. Diese Einstellung teilt sie mit den Geburtshelferinnen: „Die Hebammen sehen das von der gesundheitlichen Seite, sind entspannter als Ärzte, kümmern sich um das Wohl der Frau: ‚Ach, Sie nehmen aber schön zu, Sie sehen gut aus – dann wird es ihrem Kind im Bauch auch gut gehen!’ Ärzte dagegen gucken immer: Was ist nicht normal, was muss behandelt werden?“, schilderte sie ihre Erfahrungen.

Durch ihre drei Kinder kennt Gabriela A. alle Möglichkeiten der Geburt – mit einer Ausnahme: „Ich hätte ausgesprochen gerne ein Geburtshaus ausprobiert, das wäre meine Idealvariante gewesen. Aber in der Region, in der wir damals wohnten, gab es so was einfach nicht.“ Nach langer Suche fand sie schließlich eine Hebamme, die auch Hausgeburten begleitete – so kam der dritte Sohn in der elterlichen Wohnung zur Welt. Dabei machte die Mutter auch Bekanntschaft mit dem großen Problem der freiberuflichen Geburtshelferinnen, den hohen Beiträgen für die Haftpflichtversicherung. Die Hebamme musste die Gebühr auf die Schwangere umlegen, sonst hätte sie die Geburt nicht betreuen können. „Das ist eine Sauerei!“, schimpft die junge Mutter über die Versicherungen und Krankenkassen. „Sollen sich denn nur noch Gutverdienende Hausgeburten oder den Besuch im Geburtshaus leisten können?!“ Inzwischen habe ihre damalige Hebamme die Geburtshilfe eingestellt und betreue Frauen nur noch vor und nach der Geburt, berichtet Gabriela A. weiter.

Die 33-Jährige befürchtet, dass es bald nur noch Klinikgeburten geben wird. „In meinen Augen arbeitet da ganz stark die Lobby der großen Krankenhaus-Ketten“, sagte sie. Sicherlich gebe es auch Frauen, die ein hohes Sicherheitsbedürfnis haben und lieber ins Krankenhaus gehen, sie selbst bevorzuge aber eine Geburt ohne Medikamente und ärztliche Hilfe, so die gebürtige Karl-Marx-Städterin.

Auch Katja Röder hat ihren Sohn Willy zu Hause geboren. „Eigentlich wollten wir in ein Geburtshaus, aber dann ging alles so schnell, dass wir doch daheim geblieben sind“, berichtete sie. Rückblickend sei sie sehr froh, das erlebt zu haben. „Die Geburt hätte schöner nicht sein können!“ Besonders habe sie genossen, dass sie sich nach all den Anstrengungen mit ihrem Neugeborenen und Freund Basti gleich zu dritt ins eigene Bett kuscheln konnte. „Es wäre schade, wenn so etwas aussterben würde, wenn es nicht mehr die Möglichkeit gäbe, sein Kind zu Hause oder im Geburtshaus zu bekommen“, unterstützte sie die Proteste der Hebammen. Die Betreuung durch ihre beiden Hebammen während der gesamten Schwangerschaft sei ihr sehr wichtig gewesen. „Das war so hilfreich und erleichternd, mit jemandem reden und die Ängste teilen zu können! Und vor allem: nach der Geburt einfach jemanden anrufen und alle möglichen Fragen stellen zu können“, erinnerte sich die junge Mutter.

Tanja Tröger

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