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Dresdner Messeveranstalter liefern sich erbitterten Konkurrenzkampf

Dresdner Messeveranstalter liefern sich erbitterten Konkurrenzkampf

Nach dem weitestgehenden Rückzug des Messeveranstalters TMS aus der Messe Dresden aufgrund von Mietstreitigkeiten will die Messe Dresden von diesem Jahr an selber eine Herbstmesse als Verbrauchermesse veranstalten.

Von Catrin Steinbach

"Hochwertiger" als die TMS-Herbstmesse soll diese sein, den Titel "Herbst und Winter" tragen und vom 25. bis 27. Oktober im Ostragehege stattfinden. Das kündigt Gerd Sperhacke, Leiter Messen der Messe Dresden, an. Zur Zeit laufen Verhandlungen mit einem renommierten Spielwarenhersteller für ein großes Kinderfest im Rahmen dieser Messe, die sich in großen Teilen dem Thema Kreativität widmen werde.

TMS in ICC und Flughafen

TMS-Geschäftsführerin Anne Frank verfolgt "mit Staunen", dass die Messe Dresden jetzt selber eine Herbstmesse veranstalten will. Für TMS stand mit der Verdopplung der Miete im Ostragehege die Wirtschaftlichkeit in Frage. Außerdem sei es generell in Dresden schwer, eine Verbrauchermesse zu machen. Das Konzept habe sich überholt. Die TMS will die Themen Bau/Energie sowie Gesundheit, die bisher auf der Herbstmesse eine große Resonanz fanden, herauslösen und mit zwei verschiedenen Messen bedienen.

Während Ulrich Finger und sein Team jetzt der TMS mit einer eigenen Herbstmesse Konkurrenz macht, will sich die TMS ihrerseits jetzt (wie die Messe Dresden) dem Thema Kunst widmen. Im Oktober werde erstmals die Messe "Art" stattfinden. Sie soll aber - im Gegensatz zur Messe des Dresdner Künstlerbundes - weniger Dresdner Künstlern ein Podium bieten, sondern über Agenturen "international anerkannte Kunst" nach Dresden holen. Nach dem Auszug aus der Messe im Ostragehege hat TMS jetzt die Hochzeits- und die Babymesse in das Internationale Congress Center (ICC) verlegt und die "Automobil" sowie die "Kulinaria und Vinum" auf den Flughafen. Lediglich der Reisemarkt findet wieder im Ostragehege statt.

Die wirtschaftliche Situation der Messe Dresden sieht Chef Ulrich Finger positiv, obwohl der Umsatz 2012 mit fünf Millionen Euro etwa 200 000 Euro geringer ausfiel als ein Jahr zuvor. "Wir hatten keinen Kirchentag, zwar mehrere aber nur kleine Kongresse sowie keine "Pieta", keine "Sachsen-Back", weil die nur alle zwei Jahre stattfinden", so die Begründung. Obwohl die TMS fünf Messen aus dem Ostragehege abgezogen hat, rechnet Ulrich Finger 2013 mit einem Umsatz "deutlich über fünf Millionen Euro". Kein Wunder, schließlich musste ja die Unterhaltungskunst vom Kulturpalast ins Ostragehege ziehen.

Sitz-/Stehplatz-Konzerte geplant

Damit sich die Konzertbesucher in Halle 1 wohler fühlen, wurden drei Millionen Euro in Tribüne, Bestuhlung usw. investiert (DNN berichtete). Das gemütliche und elegantere Flair des Kulturpalastes erreicht die Messe trotzdem nicht, beklagen Besucher. "Wir haben bei bestimmten Veranstaltungen schon Bodenbelag in die Gänge gelegt, damit es anheimelnder wirkt. Aber die Leute sollten hier nicht im langen Kleid herkommen", stimmt Finger dem Besucherempfinden zu. Da er ja nun aber mal der Chef der Messe ist, betont er naturgemäß die positive Seite des Veranstaltungsortes. "Dass man bei Konzerten, wo man eigentlich begeistert aufstehen und mittanzen möchte, brav im Plüschsessel sitzen bleiben muss, hat mich im Kulturpalast immer gestört." Finger sieht deshalb bei bestimmten Künstlern Sitz-/Stehplatz-Konzerte als Option. Bedenklich findet er eher, wenn Konzertveranstalter die Platzkapazität bei Konzerten wie das von Helene Fischer voll ausreizen. "Wir müssen aufpassen, dass wir hier nicht eine Grenze überschreiten, wo es für die Leute unbehaglich wird." Da gebe es Diskussionsbedarf mit den Veranstaltern. Noch mehr von ihnen vom Veranstaltungsort Messe Dresden zu überzeugen ist sein Ziel.

Potenzial sieht Messechef Finger in den Messen room+style, fashion+style und Künstlermesse, die am vergangenen Wochenende stattfanden und sich im Vergleich zum Vorjahr weiter vergrößert haben. "Vielleicht müssen wir sie irgendwann trennen."

Im Schloss Albrechtsberg, wofür Ulrich Finger seit 1. Januar für "unbestimmte Zeit" die Verantwortung trägt, könne man "mehr und anderes" machen. Für Messen sei das Schloss, das weiter im Rahmen von kulturellen Veranstaltungen öffentlich zugänglich sein wird, nicht geeignet. "Dieser exklusive Ort eignet sich eher für den Businessbereich." Dass die Porzellan-Manufaktur Meissen in diesem Jahr das Schloss für eine Produktpräsentation nutze, sei ein Schritt in diese Richtung.

"Schlachthof 5"- Kunstwerk fertig

"Schlachthof 5" heißt das Buch von Kurt Vonnegut, der auch zu den rund 150 amerikanischen Kriegsgefangenen gehörte, die als Arbeitskommando 557 im Schlachthof im Ostragehege gefangengehalten wurden und die Bombardierung Dresdens in einem Keller überlebten. Dieser Keller, zu erreichen über das Foyer der Halle 1 in der Messe Dresden, ist noch erhalten. Am 12. Februar soll dort eine Lichtkunst-Wand-Installation - geschaffen von dem Künstler Ruairi O'Brien und den Deutschen Werkstätten Hellerau - eingeweiht werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.01.2013

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