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Dresdner Max-Planck-Institut will 150 Arbeitsplätze schaffen, muss dafür aber Parkplätze opfern

Dresdner Max-Planck-Institut will 150 Arbeitsplätze schaffen, muss dafür aber Parkplätze opfern

Nicht München, nicht Berlin - Dresden soll das neue Zentrum für Systembiologie der Max-Planck-Gesellschaft erhalten. Rund 40 Millionen Euro wollen der Freistaat Sachsen, das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung sowie die Klaus Tschira Stiftung in den Neubau und seine Ausstattung investieren.

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Große Kliniken, wenig Parkplätze: Wenn das Max-Planck-Institut anbaut (siehe markierter Bereich), fallen weitere weitere Stellflächen weg. Ersatz muss her.

Quelle: Jürgen-Michael Schulter

"Das bringt 150 neue Jobs nach Dresden", sagt Tony Hyman, Direktor des Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik.

Das Zentrum soll in einem Anbau an das Institutsgebäude in der Johannstadt auf der Pfotenhauerstraße untergebracht werden. Problem: Der Neubau soll auf dem Institutsparkplatz entstehen - und Parkplätze sind in dem Stadtviertel mit den großen Kliniken extrem knapp. "Wir brauchen Ersatz und hoffen, dass uns Stadt und Freistaat zeitnah etwas anbieten werden", sagt Hyman. Eine Lösung liegt laut Stadtsprecher Karl Schuricht noch nicht vor. Es würden aber die erforderlichen Abstimmungen in mehreren Geschäftsbereichen und Fachämtern laufen. Nach DNN-Informationen sind auch die Staatsministerien für Finanzen und Wissenschaft mit dem Problem befasst.

Wenn die Parkplatzfrage gelöst ist, könnte Ende des Jahres die Baugenehmigung vorliegen, hofft der Institutsdirektor. "Wenn wir Glück haben, ist Anfang nächsten Jahres der erste Spatenstich." Für den Wissenschaftler kann es nicht schnell genug gehen. "Unser Weltstar Gene Myers will endlich loslegen und mehr Platz haben. Aber wir müssen diesen kleinen Neubau europaweit ausschreiben. Da gehen leider sechs Monate verloren." Das sei der Unterschied zum Bau des Instituts zwischen 1998 und 2000. "Damals war die EU noch nicht so tief drin in den Ländern", so Hyman.

Im Frühjahr 2016, so hofft der Direktor, könnte der Neubau fertig sein. Die Arbeitsplätze würden vor allem für Computerwissenschaftler und Theoretiker entstehen. "Da kommen also 150 Akademiker nach Dresden", sagt er. Die Systembiologie sei eines der spannendsten Wissenschaftsfelder überhaupt. So untersuche sein Kollege Myers unter anderem das Zusammenwirken von Gänsen in einem Schwarm. "Wie entsteht er, wie funktioniert er?" Es würden ähnliche Gesetze gelten wie bei organischem Gewebe, so Hyman. "Die Zusammenarbeit von vielen Zellen folgt der gleichen Physik und Mathematik wie beim Gänseschwarm", erklärt er.

Doch ehe Myers seine Labors beziehen und letztendlich den Bauplan des Lebens entschlüsseln kann, müssen erst einmal Parkplätze her. "Reich gesegnet ist die Johannstadt damit wirklich nicht", seufzt Hyman. "Das ist schon hochproblematisch."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.07.2013

Thomas Baumann-Hartwig

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