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Dresdner Malteser säubern ihr überschwemmtes Hauptquartier: „So langsam geht der Saft aus“

Dresdner Malteser säubern ihr überschwemmtes Hauptquartier: „So langsam geht der Saft aus“

„Wir können nur helfen, wenn wir selber funktionieren.“ Diesen Anspruch zu erfüllen, stellt Rico Bäßler und die Dresdner Malteser gerade vor eine riesige Herausforderung.

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Bis knapp unter die Kellerdecke stand das Elbwasser, zeigt Rico Bäßler, Leiter des Einsatzdienstes.

Quelle: Tanja Tröger

Ihre Einsatzzentrale an der Leipziger Straße ist selbst von der Flut überschwemmt worden, aber die Hilfe für notleidende Menschen muss trotzdem gewährleistet sein.

Rico Bäßler ist deshalb seit mehr als einer Woche im Dauereinsatz. Der Leiter des Malteser-Einsatzdienstes koordiniert die Arbeit von etwa 80 Ehrenamtlichen – erst bei der Betreuung der Hochwasser-Betroffenen, dann beim Kampf gegen die Elbe im eigenen Hauptquartier und nun beim Aufräumen. „Da ging’s Schlag auf Schlag. An Schlafen war gar nicht zu denken. Selbst, wenn man mal drei Stunden zu Hause ist, klingelt das Handy.“ Kaffee sei sein Hauptnahrungsmittel gewesen, so der junge Mann.

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Wasser bis zur Kellerdecke: Seit Sonntag befreien die Dresdner Malteser ihre Einsatzzentrale von Sperrmüll, Restwasser und Schlamm.

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Drei randvoll gefüllte Abfallcontainer stehen am Dienstagvormittag bereits auf dem Hof an der Leipziger Straße, daneben türmen sich Berge mit zertrümmerten Möbeln, Sanitäranlagen und Sperrmüll. Aus dem Keller schleppen Männer Schubkarren mit nassem Abfall. Um ihn zu entsorgen, müssen noch zusätzliche Container geliefert werden. Etwa fünf Stück werden sie wohl noch brauchen, schätzt Bäßler. Außerdem müsse erst noch ein Sachverständiger kommen, der die Schäden für die Versicherung begutachtet, ergänzt Jan Kliemann, stellvertretender Diözesangeschäftsführer Dresden-Meißen. Die Zwangspause kommt allen recht: Erschöpft lassen sich die Helfer am Mittag auf die Bänke im Hof fallen. Gerade radelt der Pizzabote um die Ecke und bringt das wohlverdiente Essen für die Helfer.

Bis knapp unter die Kellerdecke hat das Wasser in der Malteser-Einsatzzentrale gestanden. Dort befanden sich die Aufenthalts- und Lagerräume für die Einsätze der ehrenamtlichen Malteser. „Wir hatte die gerade erst schön hergerichtet, mit Sitzecke und kleiner Küche“, erzählt Bäßler. „Die Ehrenamtlichen hatten hier ein zweites Zuhause gefunden. Das ist dann für mich als Chef traurig, wenn das alles absäuft.“

Provisorische Apotheke im Ausbildungssaal

„Zum Scheitelpunkt war das Wasser kurz davor, ins Erdgeschoss reinzulaufen“, berichtet Bäßler weiter. Auch in den Garagen und Nebenräumen auf dem Hof stand die braune Brühe. Obwohl die Elbe binnen 20 Minuten die Räume flutete, konnten die Malteser noch einen Großteil des Inventars retten. Medikamente, medizinisches Material, Einsatzbedarf und Spinde wurden in den oberen Stockwerken oder in oberen Regalböden der Garagen zwischengelagert. Der kleine Ausbildungssaal dient jetzt als improvisierte Apotheke und Umkleide. Die Fahrzeuge dürfen sie zum Glück auf dem benachbarten Schlachthofgelände abstellen. Etliches Mobiliar,

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Tierischer Mitbewohner: Die Elbe spülte einen Fisch in den Keller des Malteser-Hauptquartiers.

Quelle: Tanja Tröger

Einsatzkleidung, Notfallrucksäcke, Biertischgarnituren und auch einige teure medizinische Geräte wurden jedoch Opfer der Elbefluten. Allein die rund 30 untergegangenen Einsatzmonturen kosten etwa 14.000 Euro in der Wiederbeschaffung, so Jan Kliemann.

In der Nacht zum Sonntag hat sich die Elbe vom Hof zurückgezogen, anschließend leerte sich auch der Keller. „Das war ein großes Glück, dass wir nicht pumpen mussten. Das Wasser ist von selbst abgelaufen“, so Bäßler. „Jetzt ist nur noch der Schlamm da. Den müssen wir rauskärchern, wenn wir den Müll weggeräumt haben.“ Der Einsatzleiter hofft, dass die Bausubstanz des Hauses nicht allzu sehr beschädigt ist.

Lob für die Ehrenamtlichen: „ein cooles Miteinander“

„Ich habe so viel Hochachtung vor den Ehrenamtlichen“, sagt Chef Rico Bäßler. Alle hätten angepackt und neben dem Einsatz im überfluteten Hauptquartier noch die eigentliche Arbeit verrichtet. „Wir haben die Notunterkunft in der Boxberger Straße eingerichtet und betreut. Da waren pro Schicht zehn bis zwölf Leute im Einsatz, jeweils 12 Stunden. Obwohl das eine schäbige Turnhalle war, haben unsere Jungs und Mädels was Gutes draus gebastelt. Alle Betroffenen haben sich wohlgefühlt.“ Auch einige Großveranstaltungen wie die Inline-Hockey-WM und das David-Garrett-Konzert haben die Malteser während des Hochwassers betreut. Trotz der Erschöpfung ist die Stimmung gut. „Es fällt kein böses Wort, das ist ein cooles Miteinander.“

ttr

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