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Dresdner Luisenhof steht vor Zwangsversteigerung

Dresdner Luisenhof steht vor Zwangsversteigerung

Er zählt zu den beliebtesten Ausflugsgaststätten in der Stadt und wird liebevoll der "Balkon Dresdens" genannt: der Luisenhof. Doch der Eigentümer der Immobilie, ein Investor aus Bayern, nimmt es mit dem Begleichen von Rechnungen offenbar nicht allzu genau.

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Von der Terrasse des Luisenhofs genießt man einen exzellenten Blick auf den Dresdner Osten.

Quelle: Jürgen-Michael Schulter

Deshalb wird das 1895 eröffnete Domizil an der Bergbahnstraße zwangsversteigert. Das erfuhren die DNN über ein entsprechendes Justizportal im Internet.

Am 15. Dezember ab 11 Uhr kommt die Immobilie am Dresdner Amtsgericht öffentlich unter den Hammer. Das Mindestgebot liegt gemäß dem Verkehrswert bei satten 1,4 Millionen Euro. Das von Armin und Anja Schumann betriebene Panoramarestaurant bleibt von der Versteigerung jedoch unberührt. Denn die Gastronomen, die den Luisenhof seit 2002 bewirtschaften, verfügen über einen längerfristigen Pachtvertrag. Und der mögliche neue Eigentümer der Immobilie muss diesen mit übernehmen. Zu weiteren Einzelheiten wollten sich gestern auf Anfrage weder die Schumanns noch deren Rechtsanwalt Bernd Thiem äußern. Interessant wäre es beispielsweise zu wissen, ob und wie lange die beiden schon von der Zwangsversteigerung des Luisenhofs wissen. Fakt ist, dass es nicht die erste unter dem jetzigen Eigentümer ist. Schon Ende 2011 war er in erhebliche Zahlungsschwierigkeiten geraten. Und schon damals war auch klar, dass der Restaurantbetrieb definitiv weiterläuft. Armin Schumann hatte den Luisenhof vor zwölf Jahren gepachtet, nachdem der vorhergehende Betreiber Insolvenz anmelden musste.

Gläubiger und damit Initiator des neuerlichen Zwangsversteigerungsverfahrens ist nach DNN-Informationen die in München ansässige "Archon Group Deutschland". Zusammen mit ihrer Schwestergesellschaft, der "Archon Capital Bank Deutschland", verwaltet das Unternehmen im Auftrag verschiedener Investoren mehr als 10 000 Immobilien und notleidende Kredite mit einem Volumen von über 20 Milliarden Euro. Gegründet wurde "Archon" 1996 durch die "Goldman Sachs Group", die wiederum im Zuge der jüngsten Finanzkrise keine positiven Schlagzeilen machte.

Angeblich nicht betroffen von der Zwangsversteigerung des Luisenhofs sind die über dem Restaurant befindlichen Eigentumswohnungen, in denen unter anderem Dresdens Travestie-Star Zora Schwarz lebt.

Der Name des Luisenhofs geht auf die ehemalige sächsische Kronprinzessin Luise von Toskana (1870-1947) zurück, die zur Zeit der Jahrhundertwende in Dresden gelebt hat. Nach den Bombenangriffen auf die Elbestadt wurde die Gaststätte am 8. Mai 1945 geschlossen.

Zwischen 1975 und 1990 nahm die Handelsorganisation für Gaststätten (HOG) das Objekt in Besitz. Ende der 1990er Jahre steckte der eingangs erwähnte Investor aus Bayern rund 7,7 Millionen D-Mark in die Sanierung des Anwesens. Doch das sich anschließende Betreiberkonzept rentierte sich nicht. "Als Gourmetrestaurant war es zu groß, für ein Ausflugslokal waren dagegen die Preise zu hoch", bilanzierte seinerzeit die Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.10.2014

chs

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