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„Dresdner Luisenhof bleibt auch ab 1. Juli geöffnet“: Neuer Eigentümer hält nach neuem Pächter Ausschau

„Dresdner Luisenhof bleibt auch ab 1. Juli geöffnet“: Neuer Eigentümer hält nach neuem Pächter Ausschau

„Wir hätten mit Herrn Schumann über das Mietangebot unter Berücksichtigung seiner betrieblichen Erfordernisse und Wünsche gern erst einmal verhandelt.

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Quelle: JürgenMichael Schulter

“ Julian Dippel, Chef der Dresdner Firma Mabe.Immo, zeigte sich gestern konsterniert, dass Gastronom Armin Schumann einen Schlussstrich unter das Kapitel Luisenhof zieht und das bekannte Ausflugslokal auf dem Weißen Hirsch Ende Juni schließen will.

Julian Dippel ist der Sohn von Inge Dippel, einer der Eigentümer des Aachener Unternehmens Patria Casa Vermögensverwaltung. Das hatte das Restaurant Luisenhof im Dezember bei einer Zwangsversteigerung erworben, kurz darauf den Schumanns als Betreibern des Restaurant-Cafés gekündigt und einen neuen Vertrag angeboten. Allerdings mit einer Pachtsteigerung um 35 Prozent zuzüglich einer Verbraucherpreisindexierung, die eine weitere jährliche Steigerung bedeutet.

„Wir waren überrascht, dass Herr Schumann ohne jedes weitere Gespräch uns gestern nur eine kurze Mail schickte, dass er sich dafür entschieden hat, nicht zu unterschreiben“, ergänzt Joel Rosenberg von der Firma Mabe.Immo, die mit der Verwaltung der Immobilie Luisenhof beauftragt ist. „Eigentlich ist es gängige Geschäftspraxis, dass man ein Angebot macht, in Verhandlung tritt und sich am Ende in der Mitte trifft.“ Die Eigentümer hätten die klare Absicht gehabt, „mit Herrn Schumann weiter zu machen. Wir sind mit keinem anderen Gastronom in Verhandlung getreten und haben nie auch nur ansatzweise in Betracht gezogen, aus der Gaststätte Luxuswohnungen zu machen“, beteuert Rosenberg.

Die Commerzbank habe sich gestern als Mediator angeboten. „Wir nehmen das Angebot an. Wir halten für Herrn Schumann die Tür offen.“

Armin Schumann wiederum wusste gestern zum Zeitpunkt unseres Anrufes von diesem Angebot noch nichts. „In dem Vertragsentwurf ist davon die Rede, dass dieser ,unter Umständen in dem einen oder anderen Punkt ... noch kleinerer Anpassungen bedarf‘. Diese Formulierung lässt nur minimale Spielräume zu“, sagt Schumann und winkt ab. „Selbst wenn das mit der Indexierung weg bleibt, stehen da immer noch 19 000 Euro Nettokaltmiete monatlich, die sich Patria Casa freut, uns anbieten zu können, wie es im Vertragsentwurf heißt. „Das ist doch blanker Hohn. Die wollten die Kuh melken und haben sie geschlachtet. Und jetzt rudern sie zurück.“

Er halte an der Entscheidung, die er und seine Frau nach reiflicher Überlegung getroffen hätten, fest, so Schumann. „Wir arbeiten nicht für lau. Der Luisenhof ist ein wetterabhängiges Ausflugslokal, hier gibt es keine Parkplätze, hier fährt kein Bus, keine Straßenbahn. Macht die Standseilbahn Revision, muss ich damit auch klar kommen.“

Schumann macht den Luisenhof also offensichtlich zu. Patria Casa ist überzeugt, dass das Lokal trotzdem „ab 1. Juli 2015 geöffnet bleibt“, wie es in einer Mitteilung heißt. Nach den Presseveröffentlichungen hätten bereits zwei namhafte Gastronomen aus Dresden bzw. dem Umland Interesse bekundet. Na dann, nächste Runde im Pokerspiel.

Catrin Steinbach

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