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Dresdner Lingnerschloss fast fertig fürs Heiraten

Dresdner Lingnerschloss fast fertig fürs Heiraten

Karl August Lingner würde es sicher gefreut haben, dass sich in seinem Schloss über der Elbe in Kürze Brautpaare das Ja-Wort geben können. Ist es doch "zum Besten der Bevölkerung von Dresden und Umgebung", wenn sich die Villa Stockhausen allen öffnet, die hier ihre Weichen für die Zukunft stellen wollen.

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Peter Lenk, Vorsitzender des Fördervereins Lingnerschloss, freut sich, dass ab 28. März im Schloss geheiratet werden darf.

Quelle: Norbert Neumann

Und wenn eine immer umfangreicher werdende Palette von Veranstaltungen nicht nur Besucher bringt, sondern auch das wirtschaftliche Überleben sichert. Zu Führungen, Lesungen, Musik, Clubkino, Vorträgen oder Vermietungen kommen nun erstmals ab 28. März auch Eheschließungen im Lingnerschloss hinzu.

Das Interesse, an diesem Ort mit der grandiosen Aussicht über das gesamte Elbtal standesamtlich zu heiraten, scheint riesig. Noch ist das Ambiente dafür gar nicht ganz fertig, da sind schon die ersten Termine für 2016 ausgebucht. "Wir haben seit drei Jahren die Idee des Heiratens im Kopf", sagt Dr. Peter Lenk, Vorsitzender des Fördervereins Lingnerschloss. Aber mit der Restaurierung des Kinosaals allein, in dem die Trauungen stattfinden, war es nicht getan. Es braucht einen ansprechenden Zugang und ein Vorbereitungszimmer. Bis auf eine Tür, die noch eingebaut werden muss und den roten Teppich auf den Treppenstufen, sind die Bedingungen jetzt fast geschaffen. Auch der behindertengerechte Zugang ist gewährleistet. Im nordseitigen Eingangsbereich, dem Hauptzugang, wuseln zwar noch Handwerker herum, aber Lenk ist sicher, dass alles pünktlich fertig wird.

Gewölbedecke und Marmorsäulen im unteren Foyer sowie das restaurierte Treppenhaus mit dem farbkräftig ausgemalten Kuppelgewölbe und einem goldenen Treppengeländer geben schon einen Vorgeschmack. Im oberen Foyer vor dem Kinosaal im 1950er-Jahre-Stil ist gerade die erste Ausstellung eröffnet worden. Gemälde des Künstlers Werner Schellenberg schmücken die Wände. Ab Ende April soll den Hochzeitspaaren und ihren Gästen außerdem der Nordbalkon zur Verfügung stehen, der zur Gartenanlage ausgerichtet ist.

Das weiträumige Wiesengelände macht das Amt für Stadtgrün frühlingsfein. Zahlreiche die Sicherheit gefährdende, kranke und von Misteln besetzte Bäume wurden bereits gefällt. Aber keine Bange: Es soll wieder aufgeforstet werden, betont Lenk. "Auch Hochzeitspaare erhalten das Angebot, einen Baum zu pflanzen." So könnte dieser Brauch zu einer ansehnlichen Grünanlage führen. Open-Air-Veranstaltungen wird es auf der großen Wiese auch künftig nicht geben. Sie ist geschützt. Das Feiern ist im, auf dem und um das Schloss herum möglich.

Ein besonderer Clou bleibt natürlich die begehbare Dachplattform, Lenks Lieblingsplatz. Sie entspricht zwar nicht der Historie und hat den Förderverein mehr als 160 000 zusätzliche Euro plus viele Eigenleistungen gekostet, aber das Highlight musste einfach sein. Ab Anfang Mai soll die Plattform dann uneingeschränkt für jeweils 100 Personen nutzbar sein. Bis dahin sei die notwendige Rauchgasdruckanlage vorhanden, so Lenk. Mit drei Euro Eintritt pro Person will der Förderverein durch den Dachaufstieg rund 25 000 Euro im Jahr verdienen. Eine solch sichere Bank ist auch notwendig angesichts weiterer immenser Baumaßnahmen, die auf ihre Umsetzung warten. So kommt der Festsaal im Erdgeschoss erst ganz zum Schluss an die Reihe. Seine Wiederherstellung koste nicht zuletzt auf Grund statischer Probleme einen hohen Aufwand, erklärt Peter Lenk. Derzeit besteht der Raum nur aus nackten Ziegelwänden und einer teilweise erneuerten Holzbalkendecke. Schneller gehe es im Obergeschoss voran. "Das ist dann der nächste Schwerpunkt", unterstreicht Lenk. Möglichst bis Ende dieses Jahres, spätestens aber bis zum Frühjahr 2016 soll dieser Abschnitt beendet sein.

Dazu gehören neben dem schon fertiggestellten Eckraum als Vorbereitungszimmer für die Trauungen noch der Ausbau des Kaminzimmers und der ehemaligen Bibliothek. Die Gestaltung wird mit der Denkmalpflege gegenwärtig abgestimmt. Auch das Nutzungskonzept für die intimeren Räume steht noch nicht endgültig. Lenk denkt an kleine Konferenzen, Ausstellungen, auch an Musik. Einen Flügel soll es hier geben und eine elektronische Orgel. Zur Vollendung des Obergeschosses gehört außerdem die originale Wiederherstellung des großen offenen Südbalkons. Dafür muss die jetzige Verandaverglasung demontiert werden.

Auch im Außenbereich sind noch Wünsche offen. So soll die Ausschankbaracke des Restaurants "Lingnerterrassen" einem massiven Gebäude weichen. Die Baugenehmigung für das künftig um etwa acht Meter bis zur Grundstücksgrenze zurückgesetzte Schankhäuschen liegt vor. Finanzierungsplan und Termin allerdings sind noch offen. Ebenso ergeht es der Wiedergeburt der Lingnerschen Bergbahn. Die Baugenehmigung liegt vor, aber der Großspender fehlt noch. "Es soll ein Schrägaufzug werden nach dem Vorbild von Schwarzenberg oder Meißen", erklärt Lenk. Derweil wird nur die fertige Bergbahnstation - laut Lenk das einzige originale Denkmal, das an Lingner erinnert - genutzt, zum Beispiel im Rahmen der Trödelmärkte am Lingnerschloss. Lenk könnte sich den Aufzug vom Körnerweg auf den Hang als Attraktion für alle drei Elbschlösser vorstellen. "Ich würde es gern noch erleben."

Frühestens 2017 ist mit der kompletten Sanierung des Lingnerschlosses zu rechnen. Nach Lenk sind bis jetzt reichlich zwölf Millionen Euro verbaut, zwei Millionen Euro fehlen noch und weitere Mittel für die Vollendung des Außenbereichs. Der Zustand des lange leer stehenden Gebäudes hat die ursprüngliche Planung gesprengt. Veranschlagt waren zehn Millionen Euro und die Fertigstellung bis 2014.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.03.2015

Genia Bleier

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