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"Dresdner Kultur ist mehr als ein Sahnehäubchen" - Stadträte debattieren

"Dresdner Kultur ist mehr als ein Sahnehäubchen" - Stadträte debattieren

Das fehlende Geld beim Dresdner Kreuzchor scheint nur die Spitze des Eisberges zu sein. Das Heinrich-Schütz-Konservatorium benötigt in den nächsten Jahren mindestens 372 000 Euro mehr als bisher eingeplant.

Zudem kämpfen zahlreiche Dresdner Vereine mit stagnierenden Fördermitteln und bleiben auf ihren steigenden Betriebskosten sitzen. Die Fraktionen mahnen einheitlich zum Handeln. Das "Wie" jedoch sieht sehr verschieden aus:

Christa Müller, CDU

Der Kreuzchor ist ein wirtschaftlicher Faktor und Werbung für die Stadt. Wir haben großes Interesse daran, dass der Chor seine Arbeit weiter verrichten kann und dafür auch die finanzielle Ausstattung bekommt. Die Finanzierungslücken des Chores stehen im Fokus unserer Haushaltsberatungen. Die Kürzungen der Verwaltungen legen sich auf alle Einrichtungen. Hier muss noch einiges nachgebessert werden.

Wilm Heinrich, SPD

Ob eine Erhöhung der Elternbeiträge im Kreuzchor nötig ist, muss mit gutem Augenmaß beurteilt werden. Ziel ist es, die Elternbeiträge so zu gestalten, dass man niemanden ausschließt. Die finanziell problematische Situation betrifft jedoch nicht nur den Kreuzchor, auch das Heinrich-Schütz-Konservatorium weist ein großes Defizit auf. Zudem wurde die institutionelle Kulturförderung für 53 Kulturvereine der Stadt seit Jahren nicht erhöht. Das muss sich ändern.

Ulrike Hinz, Grüne

Die Fehlentwicklungen der letzten 20 Jahre schlagen jetzt zu Buche. Man hat immer an der Kultur gespart und sie als Sahnehäubchen betrachtet - ein grundsätzlich falscher Gedanke. Die Dresdner Kultur ist mehr als ein Sahnehäubchen. Sie ist Wirtschaftsfaktor und immens wichtig für Dresden. Jetzt haben sich zu den ohnehin schmalen Budgets Reparaturen und Investitionsstaus gesellt. Für manche Einrichtungen ist es deswegen hochgradig gefährlich bei den Sachkosten zu sparen, zumal darunter auch Honorare und Gagen fallen. Der Kreuzchor ist ein internationales Aushängeschild für Dresden. Ich bin dagegen, dass man alles auf die Eltern abwirft. Wir müssen Lösungen finden, die verträglich für Eltern, Kultur und Stadt sind.

Annekatrin Klepsch, Linke

Der Kreuzchor ist ein Aushängeschuld für Dresden. Trotzdem erhalten die Jungen Vorzüge, die andere Eltern teuer bezahlen müssen. Hier müssen wir in eine Gerechtigkeitsdebatte einsteigen. Man muss die Dinge im Verhältnis betrachten. Wir brauchen eine Lösung für den Kreuzchor, aber auch für das Heinrich-Schütz-Konservatorium und viele andere kulturelle Einrichtungen.

Matteo Böhme, FDP:

Dass sich der Kreuzchor und viele andere kulturelle und soziale Projekte nicht angemessen im Haushalt wiederfinden, ist das Ergebnis eines Haushaltes, der die großen Prestigeprojekte auf Teufel komm raus absichern will. So eine Politik geht nun einmal auf Kosten vieler kleiner Projekte. Deshalb schlagen wir vor, Operette und Theater der Jungen Generation (TJG) im Bestand zu sanieren, dann ist auch Geld für die kleineren, aber genauso wichtigen Projekte da.

Christoph Hille, Freie Bürger:

Ich bin sehr froh, dass der Kreuzchor auf seine desaströse Situation aufmerksam gemacht hat. Weil es wichtig ist, die ganze Bandbreite der Dresdner Kultur zu erhalten, müssen wir uns überlegen, ob wir uns das sehr ambitionierte Kulturpalast-Projekt noch leisten wollen. Es ist abzusehen, dass der Kulturpalast noch viele weitere Millionen kosten wird. Wir sehen an der Elbphilharmonie in Hamburg wie die Kosten explodieren können. Warum soll das in Dresden anders sein. Es ist kein Jux, sondern echte Sorge, dass sich die Stadt Dresden mit diesem Projekt seine Schuldenfreiheit - auf die sie einst so stolz war - langfristig verspielt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.12.2012

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