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Dresdner Krankenpfleger soll für soziales Engagement geehrt werden

Dresdner Krankenpfleger soll für soziales Engagement geehrt werden

Der Dresdner Krankenpfleger Emiliano Chaimite ist für den Panter-Preis der Tageszeitung Taz nominiert. Der Preis ehrt Menschen, die sich mutig und kreativ für andere einsetzen.

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Emiliano Chaimite vor der Kulisse der Dresdner Altstadt.

Quelle: Privat

Die Preisverleihung an einen der sechs nominierten ist am 15. September im Deutschen Theater in Berlin.

Für den Preis vorgeschlagen wurde Emiliano Chaimite von einem Arbeitskollegen. Denn bereits seit vielen Jahren engagiert sich der 45-Jährige in Dresden für Menschen in Not. Seit 1996 gehört er dem Ausländerbeirat an und ist Gründer und Vorsitzender des Vereins Afropa.

Vor allem Ausländern, die von der Abschiebung bedroht waren oder sich im deutschen Behördendschungel verirrt hatten, konnte er in der Vergangenheit mit Rat und Tat zur Seite stehen und dabei helfen, sich in Deutschland ein Leben aufzubauen. „Ich habe viele Dinge selbst erlebt. Aus diesem Grund wollte ich, nachdem es mir gut ging, anderen helfen“, sagt Chaimite, der 1986 genauso wie der 1991 ermordete Jorge Gomondai als Vertragsarbeiter aus Mosambik in die DDR kam.

Zunächst erlernte er den Beruf des Gießereifacharbeiters in Schönebeck bei Magdeburg. Nach der Wende sollten die früheren Vertragsarbeitnehmer jedoch wieder nach Hause zurückkehren. Emiliano Chaimite wollte aber bleiben, weil der Beruf in seiner Heimat nicht benötigt wurde. Durch glückliche Umstände lernte er den Dresdner Pfarrer Christoph Webers kennen. Dieser machte ihn auf ein Umschulungsprogramm aufmerksam. So kam es, dass er von 1991 bis 1994 die Chance bekam, im Krankenhaus Friedrichstadt den Beruf des Krankenpflegers zu erlernen. Noch heute arbeitet er in dem Haus. Den Beruf liebt er seit dem ersten Tag. Für ihn ist es schlicht und einfach ein Traumberuf, sagt er selbst.

Als Pfarrer Webers in den Ruhestand ging, gab er Emiliano Chaimite einen wichtigen Ratschlag. „Er sagte, dass wir uns als Einwanderer organisieren müssen, damit wir uns in Deutschland behaupten können“, berichtet der 45-Jährige. Aus diesem Grund gründete er 1994 zunächst den Verein Palhota, der sich für die Integration der ehemaligen mosambikanischen Vertragsarbeiter einsetzte und 2003 den Verein Afropa, der die afrikanisch-europäische Verständigung vorantreiben möchte und nach wie vor Menschen in Not zur Seite steht.

Dass Emiliano Chaimite den Hilfsgedanken sehr ernst nimmt, wird auch daran deutlich, dass er in der Vergangenheit teilweise fünf oder sechs Asylbewerber bei sich zu Hause aufgenommen hat, wenn diese keine andere Bleibe hatten. „Ich habe ihnen aber nur geholfen, wenn sie Eigeninitiative gezeigt haben und es wirklich schaffen wollten“, betont Chaimite. Nicht wenigen ist es Dank seines Engagements tatsächlich gelungen, ihr Leben zu ändern.

Dennoch ist es für die meisten Migranten noch immer ein sehr schwerer Weg. „Es gibt einige Mitstreiter von mir, die in Sachsen irgendwann resigniert haben. Sie sind nach München und Hamburg gegangen und haben es dort wesentlich leichter gehabt, beruflich Fuß zu fassen“, so Chaimite.

Auch die gelungene Integration von Ausländern in die deutsche Gesellschaft sieht er nach wie vor problematisch: „Jahrelang wurde nur gesagt, dass sich die Ausländer anpassen müssten. Mittlerweile gibt es zwar Integrationskonzepte, aber richtig klar ist noch immer nicht, was Integration ist, was sie kostet und wer dafür zuständig ist“, ärgert sich der 45-Jährige.

Stephan Hönigschmid

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