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Dresdner Krankenhäusern drohen Forderungen in Millionenhöhe

Dresdner Krankenhäusern drohen Forderungen in Millionenhöhe

Doch hinter den Kulissen tobt oft ein erbitterter Kampf zwischen Krankenkassen und Kliniken. Rechnungen von Dresdner Krankenhäusern im Wert von über 20 Millionen Euro werden derzeit durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) geprüft.

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Quelle: dpa

Alle wollen gute Medizin. Allein das Uniklinikum hat 11,4 Millionen Euro zurückgestellt, weil die Gefahr besteht, dass Krankenkassen Behandlungen nicht oder nicht komplett bezahlen. Das Städtische Klinikum rechnet mit einem Risiko von über zehn Millionen Euro. Beim St. Joseph Stift stehen der Abschluss von Behandlungen im Wert von mehreren hunderttausend Euro aus, auch das Diakonissenkrankenhaus muss mit einer Rückzahlung in ähnlicher Größenordnung rechnen. Insgesamt handelt es sich um über 15 000 Rechnungen, die teilweise bis in das Jahr 2008 zurückgehen. In ganz Sachsen sind es rund 175 000 Gutachten.

„Immer mehr Rechnungen werden von den Kassen zur Prüfung gegeben“, sagt Jürgen Richter, Verwaltungsdirektor des Städtischen Klinikums. „Die Untersuchungsraten steigen permanent“, erklärt auch Wilfried Winzer, Kaufmännischer Vorstand des Uniklinikums. Eine „Tendenz der stetig steigenden Prüfanfragen“, sieht Peter Pfeiffer, kaufmännischer Direktor des katholischen Krankenhauses St. Joseph Stift.

Der Hintergrund: Nach der Behandlung von Patienten, senden Krankenhäuser die Rechnungen an die Kassen. Zweifeln diese die Abrechnung an, schicken sie die Papiere zum MDK zur Begutachtungen. Der prüft abgerechnete Diagnoseverfahren, Therapien und die Verweildauer im Krankenhaus.

Die Vorstände aller Kliniken betonen diplomatisch die gute Zusammenarbeit mit dem MDK. Unterschwellig gibt es jedoch Kritik an der Bearbeitungszeit. „Der MDK hat sich lange zu viel Zeit bei der Prüfung der Unterlagen gelassen“, sagt Richter vom Stäsdtischen Klinikum. „Die Bearbeitungszeit ist sehr lang“, findet auch Pfeiffer. „Für die Krankenhäuser ist es nicht zumutbar, offene Verfahren über vier Jahre zu haben. Eine Bearbeitungszeit von höchstens 12 bis 18 Monaten wäre wünschenswert“, sagt Matthias Schröter, Verwaltungsdirektor im Diakonissenkrankenhaus.

„Längere Bearbeitungszeiten konnten in der Vergangenheit durchaus festgestellt werden“, räumte der MDK Sachsen gegenüber den DNN ein. Dies solle sich jetzt ändern. Ein neues Prüfverfahren verpflichte den MDK, Gutachten binnen neun Monaten zu erledigen. „Wie sich diese Regelung auf das Prüfgeschehen auswirkt, ist momentan noch offen“, so Schröter.

Pfeiffer vom St. Joseph Strift sieht in der langen Bearbeitungszeit eher Symptom als Ursache. „Weder der MDK noch die Kassen sind das Problem“, sagt er. Problematisch sei das DRG-System, das immer komplizierter und prüfaufwändiger werde. Über DRG (Diagnosis Related Groups) – diagnosebezogene Fallpauschalen werden die Leistungen der Krankenhäuser abgerechnet.

Katrin Tominski

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