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Dresdner Klavierbauer Bert Kirsten schickt Weltneuheit "Piano-Klimat" auf den Markt

Dresdner Klavierbauer Bert Kirsten schickt Weltneuheit "Piano-Klimat" auf den Markt

Musikinstrumente wie Klaviere und Flügel sind zwar Gebrauchsgegenstände, aber anders als sonstige Dinge des Alltags sind sie höchst wertbeständig, werden mitunter sogar über mehrere Generation benutzt.

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Bert Kirsten (rechts) präsentierte gestern seinen schuhkartongroßen Piano-Klimaten im Coselpalais. Friedemann Stolte, leitender Korrepetitor in der Palucca-Schule, hat das Gerät bereits in vielen Testläufen in seiner Lehreinrichtung unter härtesten Feuchte- und Trockenheitsbedingungen erprobt und für tauglich befunden.

Quelle: M. Ernst

Dresden . Gute Pflege vorausgesetzt. Von Verschleiß durch die übliche Nutzung ist kaum die Rede, wohl aber von der Gefahr, die von zu hoher oder zu geringer Luftfeuchtigkeit ausgeht. Klavierbauer Bert Kirsten, Geschäftsführer des Dresdner Piano Salons im Coselpalais, hat gestern eine Lösung für dieses Problem präsentiert. Sein Piano-Klimat sei eine Weltneuheit und könne künftig die Schwankungen der natürlichen Luftfeuchte ausgleichen.

Bislang sei es auch in hiesigen Breiten üblich, erläuterte Kirsten, Klaviere und Flügel jeweils nach den Sommer- und Wintermonaten zu stimmen. Oftmals würden dabei beträchtliche Schäden an den Instrumenten festgestellt. Wenn aber der Resonanzboden eines wertvollen Flügels erst einmal gerissen ist, stünden enorm teure Reparaturen an.

Dass sich der Klavierbauer mit seiner Novität womöglich selbst um künftige Reparaturaufträge bringt, begründet er mit dem Bekenntnis zur Nachhaltigkeit: "Die Gesellschaft und insbesondere die Wirtschaft ist noch immer auf raschen Verbrauch und schnellen Umsatz orientiert. Das ist ein gravierender Fehler, der uns schon bald auf die Füße fällt."

Bert Kirsten ist nicht der Erste, der sich Gedanken um den Erhalt von Tasteninstrumenten gemacht hat. Er weiß von amerikanischen Experimenten und verweist auch auf ein Vorgängermodell aus eigener Hand. Nach mehr als einjähriger Entwicklungszeit und einer ausführlichen Testphase mit gründlichen Messreihen sei der Piano-Klimat seines Hauses nun aber ausgereift.

Die Funktionsweise klingt denkbar einfach: Über eine elektronische Steuerung wird aus einem Wasserspender im Resonanzkörper des Instruments die Feuchtigkeit auf ein Idealmaß reguliert. Damit sich kein Kondenswasser bildet, müsse die Temperierung exakt eingehalten werden. Über dem Wasserspender habe er daher eine kleine Heißplatte installiert, so Kirsten. Und beschreibt die Feinarbeit, die nötig war, um den schuhkartongroßen Piano-Klimat optimal zu platzieren.

Käme das Gerät, für das Kirsten bereits Musterschutz angemeldet hat, vor allem in klimatechnisch bedenklichen Gebieten nun flächendeckend zum Einsatz, könnte das "zigtausende Reparaturen ersparen". Diese Aussage stützt der Klavierbauer auf Probeläufe in der Palucca-Schule. Dort treffe aufgrund der körperlichen Aktivitäten beim Tanz eine gewisse Luftfeuchte mit Hitze und hoher Trockenheit zusammen, weil die großflächig verglasten Räume nicht über eine Klimaanlage verfügten.

Friedemann Stolte als leitender Korrepetitor der Lehreinrichtung zeigte sich mit dem Ergebnis für seine Tasteninstrumente zufrieden. Problematisch sei nur die Kostenfrage. Etwa 770 Euro müssten inclusive Einbau pro Piano-Klimat veranschlagt werden. Das mag sich für Privathaushalte, die ihr Instrument auch künftigen Generationen in gutem Zustand erhalten wollen, als gut angelegtes Geld erweisen. Wo aber - wie etwa in Musikschulen - gleich Dutzende Instrumente benutzt werden, dürfte das Budget für solche Investitionen knapp sein. Bert Kirsten erwägt daher, über Formen des Mietkaufs nachzudenken.

Natürlich könnte auch eine größere Serie die Preise drücken. Doch darüber entscheide die Nachfrage. Am Bau der bislang 200 Exemplare hat Kirsten ausschließlich sächsische Firmen beteiligt. Die Elektrotechnik stamme aus Kesselsdorf, die Edelstahlteile kämen aus Großröhrsdorf, weitere Komponenten aus Neustadt. Die Gesamtfertigung schließlich sei in Niedersedlitz erfolgt. Michael Ernst

www.pianosalon.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.05.2012

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