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Dresdner Kita zu: Mütter müssen zu Hause bleiben

Dresdner Kita zu: Mütter müssen zu Hause bleiben

Besorgt blickte Claudia Engel wie viele andere Schaulustige gestern morgen an der Molenbrücke in Pieschen auf die Elbe. Kleine Rinnsale hatten sich bereits ihren Weg durch die gestapelten Sandsäcke gebahnt und flossen auf die Leipziger Straße.

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Claudia Engel konnte gestern nicht arbeiten, weil ihr die Kinderbetreuung fehlte.

Quelle: Madeleine Arndt

Die 34-Jährige war mit dem Rad unterwegs, die zweijährigen Zwillinge Sonja und Theresa saßen im Anhänger, die große Tochter Cornelia (4) hatte ihr Kinderrad dabei. "Die Große muss erst mal verstehen, warum es die ganze Aufregung gibt", erklärt die Mutter den Abstecher an die Elbe.

Die Elektro-Ingenieurin konnte gestern nicht arbeiten gehen, weil ihr die Kinderbetreuung komplett weggebrochen ist. Seit gestern hat die Kita Sternstraße in Mickten, die sich in Elbnähe befindet, wegen akuter Hochwassergefahr schließen müssen. Das ist nicht nur der Kindergarten ihrer Tochter Cornelia, hier gehen auch die Kinder von Claudia Engels Tagesmutter hin, die nun nicht mehr die Zwillinge betreuen kann. "Meine Arbeitsstunden muss ich irgendwann nachholen", sagte Claudia Engel. Es sei ein Glück, dass sie Gleitzeit habe, und dass sich ab heute die Oma um die drei Mädchen kümmern kann. Sie hatte sich extra mit dem Zug von Meerane nach Dresden aufgemacht.

Ivonne Kriesten hatte ihren fünfjährigen Nick vorsorglich zu Hause gelassen. Die Leiterin von Nicks Kindergarten, der Kaditzer Kita Buddelflink, konnte nicht sagen, wie lange die Zufahrtsstraße entlang des Elbeparks noch frei ist, hatte deshalb auch schon die Notfallnummer der Stadt gewählt. "Ich hatte Angst, dass ich nicht mehr zur Kita durchkomme und dann von meinem Kind getrennt bin", erklärt die Alleinerziehende die Beweggründe, warum sie mit ihrem Sohn daheim bleibt. Ihr Arbeitgeber habe vollstes Verständnis für ihre Situation. In der Wohnung der Mutter, die sich an der Leipziger Straße befindet, gibt es seit Dienstag kein warmes Wasser mehr. "Wenn der Strom abgestellt wird, gehen wir zur Oma nach Moritzburg", sagt die 31-Jährige. "Mit Kind und ohne Strom - das geht nicht."

Keinen verständnisvollen Arbeitgeber hat eine Mutter in Kleinzschachwitz, die ihren Namen aus Angst vor Kündigung nicht nennen wollte. Die kleine Tochter konnte sie über Beziehungen in einer anderen städtischen Kita unterbringen. Ihre größeren Kinder helfen beim überfluteten Haus. Vom Arbeitgeber freigestellt wird die Dresdnerin nicht, obwohl sie ein Hochwasseropfer ist.

57 Kindertagesstätten und Horte bleiben bis Ende der Woche geschlossen. Außerdem haben 22 Grundschulen, zehn Mittelschulen, acht Gymnasien, drei Förderschulen sowie die Freie Waldorfschule auf Grund der Hochwasserlage zu. Eine Notbetreuung in den Schulen ist nicht überall gesichert.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.06.2013

Madeleine Arndt

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