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Dresdner Kita-Mangel reißt Geschwister auseinander - Stadtelternbeirat moniert Qualitätsprobleme

Dresdner Kita-Mangel reißt Geschwister auseinander - Stadtelternbeirat moniert Qualitätsprobleme

Die Krippen-Engpässe nötigten Dresdner Eltern nicht nur zu langen Suchaktionen nach freien Plätzen für ihre Kinder, sondern hätten auch zu einem Qualitätsverlust in der Kita-Betreuung geführt, kritisiert der Stadtelternbeirat.

Zudem habe der Kita-Eigenbetrieb in aller Stille den früher nahezu eisernen Grundsatz beerdigt, dass Geschwisterkinder gemeinsam in einem Kindergarten beziehungsweise einer Krippe unterkommen sollen.

Letzteres sei nicht nur misslich für die Geschwister, sondern führe auch dazu, dass immer mehr Eltern vor und nach der Arbeit quer durch die Stadt fahren müssen, um ihre Kinder zur Kita zu bringen und abzuholen, kritisierte Elke Schramm vom Stadtelternbeirat: "Ich kenne Fälle, da haben Familien ein Kind in der Neustadt, konnten für das andere Kind aber nur in Prohlis einen Platz bekommen - die müssen dann täglich durch ganz Dresden touren."

Zudem bleiben laut Elternbeirat inzwischen in freien Kitas Erzieherinnen-Stellen teils bis zu ein Jahr unbesetzt, was die gesetzlich vorgeschriebene Betreuungsdichte in den Gruppen in Frage stelle. Auch verunsichere das Gezerre um die sich verspätende zentrale Kitaplatz-Vergabe per Internet zahlreiche Mütter und Väter.

"Oberste Priorität hat es für uns derzeit, den Kita-Rechtsanspruch zu erfüllen", erklärte Eigenbetriebs-Chefin Sabine Bibas die Abkehr vom früheren Geschwister-Prinzip. Angesichts der dünn gestrickten Platzdecke vor allem in den Krippen könne es sich die Stadt nicht mehr leisten, einen freigewordenen Kita-Platz länger unbesetzt zu lassen, nur um darauf zu warten, dass ein Geschwisterkind in das richtige Alter komme, um in die Kita zu gehen.

Den Vorwurf, freie Kitas könnten offene Kindergärtnerinnen-Stellen monatelang wegen Bewerberinnen-Mangel nicht besetzen, wies Bibas zurück. "Uns sind von keinem freien Träger derartige Probleme signalisiert worden", betonte die Eigenbetriebs-Leiterin. "Weil in den städtischen Kitas auf eine Stelle im Schnitt drei Kandidaten kommen, habe ich einen dicken Stapel Bewerbungen auf meinem Tisch und den freien Trägern mehrfach angeboten, sich davon zu bedienen, soweit die Bewerber einverstanden sind", so Bibas. "Bisher wurde dieses Angebot nicht genutzt."

Tatsächlich haben allerdings die freien Kitas meist größere Probleme, ihre Stellen zu besetzen, als kommunale Häuser: Viele Bewerberinnen ziehen den öffentlichen Dienst mit seinen soliden Tarifen offensichtlich vor. Erst jetzt hat der städtische Eigenbetrieb wieder 185 Erzieherinnen-Stellen - größtenteils für Neubau- und Container-Kitas - ausgeschrieben. Auch dies dürfte wieder Bewerber vom Arbeitsmarkt abziehen.

Mit seinen Sorgen steht der Dresdner Elternbeirat indes nicht allein da: Auch die Elternvertreter aus Leipzig und Chemnitz sehen einen schleichenden Qualitätsverlust in den Kitas. Allzu sehr gehe in den sächsischen Großstädten die quantitative Erfüllung des Kita-Rechtsanspruches zu Lasten der Qualität. "Wir sehen die derzeitige Entwicklung aus der täglichen Beobachtung kritisch", erklärte beispielsweise Konstanze Morgenroth vom "GesamtElternRat Leipziger Kindertageseinrichtungen". Und für Dresden forderte Schramm "endlich Klarheit für die Eltern", wann und wie das internetgestützte Kita-Vergabesystem starte. "Das ist doch mal wieder typisch Dresden", ärgerte sie sich. "Da wird viel Geld in ein Vergabesystem gesteckt, das andere Städte längst haben, und dann zieht sich das wegen seit langem bekannten Datenschutzproblemen ewig hin." Der Kita-Eigenbetrieb selbst sieht sich derzeit außerstande, den Eltern einen neuen Starttermin und Übergangsreglungen für das System zu nennen.

hw

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