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Dresdner Kita „Kleiner Globus“ fordert mehr Spielfläche

Freifläche oder Wohnbebauung? Dresdner Kita „Kleiner Globus“ fordert mehr Spielfläche

In der Kindertagesstätte „Kleiner Globus“ vom Ausländerrat Dresden e. V. teilen sich 156 Kleinkinder knapp 1500 Quadratmeter Freifläche – entsprechend der Minimalanforderung des Sächsischen Sozialministeriums. Die Erzieher und Eltern empfinden dies als unzureichend. Die Stadt wiegelt jedoch ab.

Die strittige Fläche in der Uhlandstraße befindet sich im kommunalen Besitz. Noch – die Stadt plant einen Verkauf der Fläche.

Quelle: Foto: Paul Felix Michaelis

Dresden. Die 156 Kinder der Kindertagesstätte „Kleiner Globus“ teilen sich 1500 Quadratmeter Freifläche. „Kinder brauchen Freiräume um sich auszuprobieren Doch wir haben so wenig Platz, dass wir die Kinder im Schichtsystem zum Spielen rausschicken müssen“, beklagt die Kitaleiterin Swetlana Kreismann.

So stehen jedem Kind zehn Quadratmeter Außenfläche zur Verfügung – das entspricht der Minimalanforderung der seit 2005 geltenden Empfehlung des Sächsischen Sozialministeriums. Dabei unterscheidet der Gesetzgeber jedoch nicht zwischen Grün-, Wirtschafts- und Spielfläche. Wege oder Abhänge werden ebenso mit gerechnet.

Für die Erzieher und Eltern ist dies viel zu wenig. Die Kinder sollen sich richtig austoben, etwas entdecken oder sich auch einmal zurückziehen können. Die Einrichtung wird vom Ausländerrat Dresden betrieben und bietet Platz für 27 Flüchtlingskinder und je eine russisch-deutsche sowie eine englisch-deutsche Gruppe. Das friedliche Miteinander und kindgerechte Freiräume stehen bei der Betreuung im Vordergrund.

Der Elternrat setzt sich zusammen mit der Kitaleitung für eine Vergrößerung ein. Das Nachbargrundstück würde das Areal um 1250 Quadratmeter erweitern. „Wir werden in den nächsten zwei Jahren 20 Vorschüler in der Kita haben“, erklärt Kreismann die zukünftige Entwicklung. „Doch ist es uns hier beispielsweise unmöglich Sport anzubieten. Wir sind also gezwungen, Flächen und Räumlichkeiten bei einer Grundschule anzumieten.“ Seit Wochen engagiert sich der Kitaelternrat, die angrenzende Fläche an das Kita-Gelände anzugliedern.

„Natürlich lässt sich der Kitabetrieb qualitativ immer verbessern“, findet Stadtrat Vincent Drews, integrations- und sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, „doch sind die minimalen Gesetzesanforderungen nicht immer optimal und die Situation ist hier durchaus kritisch zu sehen.“ Vor allem die Kita „Kleiner Globus“ sei aus integrationspolitischer Sicht ein prima Projekt, denn die Kinder kämen früh mit Menschen aus anderen Kulturkreisen in Kontakt und lernen voneinander, so Drews.

Für die Stadt stellt sich der Sachverhalt anders dar. Auf DNN-Anfrage erklärt das Rathaus, dass die Außenspielfläche der Kita die minimal erforderliche Fläche übersteige. Darüber hinaus stiegen mit zusätzlichen Außenspielflächen auch die Investitions- und Betriebskosten der Einrichtungen. „Vor allem mit Blick auf die begrenzt verfügbaren Mittel muss deshalb stets das wirtschaftlich und pädagogisch sinnvolle Maß gefunden werden“, so das Presseamt.

Es sei Fakt, dass ein Dutzend Kitas in Dresden mit den verfügbaren Freiflächen ohne ein Schichtsystem zurechtkämen – der „Kleine Globus“ darf also von der Stadt nicht auf eine Sonderbehandlung hoffen. Es gelte der Grundsatz der Gleichbehandlung. „Wir versprechen uns von der Bebauung einen positiven Aspekt“, lässt das Rathaus wissen. „Das Wohnhaus wird den Lärmschutz der Kita zur stark befahrenen Reichenbachstraße verbessern.“

Im Gegensatz dazu befürchten Janine Kallenbach und Katrin Rohark vom Elternrat der Kita allerdings erst einmal monate- oder gar jahrelangen Krach durch Bauarbeiten. Im Sommer planen der Elternrat und die Kitaleitung zudem Sommerfeste sowie Begegnungen zwischen den einheimischen und neu angekommenen Familien – doch bei insgesamt 300 Eltern und 156 Kindern reicht dazu der Platz nicht aus. Elternrat Kallenbach meint dazu: „Der Ortsbeirat Plauen war am 1. März hier und bestätigt, dass das Gelände zu klein ist und die Kita am politischen Entscheidungsprozess teilhaben sollte.“ Auf der folgenden Ortsbeiratssitzung wurde ein entsprechender Ergänzungsantrag formuliert.

Bis zum 23. November 2015 sah die „Zweite Fortschreibung Spielplatzentwicklungskonzeption“ den Bau eines öffentlichen Spielplatzes auf dem Grundstück vor. Dieser Vorschlag wurde aufgehoben und die Fläche steht zum Verkauf. Die Einnahmen gehen an den Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen. Die Eltern und die Leitung der Kita „Kleiner Globus“ hoffen darauf, dass ihnen wenigstens ein Teil der Fläche zugesprochen wird. Ob eine Kompromisslösung zustande kommt, entscheidet der Stadtrat voraussichtlich im April.

Von Paul Felix Michaelis

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