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Dresdner Kinderstudie: Interesse an politischer Beteiligung sinkt

Dresdner Kinderstudie: Interesse an politischer Beteiligung sinkt

Kinder haben im Kreis der Familie viel zu sagen, doch im öffentlichen Bereich fällt ihre Meinung kaum ins Gewicht. Dieses konträre Bild zeichnen erste Ergebnisse der 3. Dresdner Kinderstudie, die Prof. Karl Lenz von der TU Dresden gestern präsentierte, im Rahmen einer Podiumsdiskussion der Unicef zum Thema Kinderrechte.

Hinsichtlich ihrer Beteiligung befragt wurden vor zwei Jahren 2100 Schüler der dritten bis neunten Klassenstufe, was einem Zehntel der Dresdner Schüler in dieser Altersklasse entspricht. Rund 80 Prozent gaben an, ein Mitspracherecht in Sachen Familienfeste, Urlaub und Wochenendausflüge zu haben - ähnlich wie in den Vorgängerstudien im Jahre 2000 und 2005. Einzig zurückgegangen ist laut Studie das Mitspracherecht von Kindern und Jugendlichen bei der Anschaffung von Konsumgütern.

Rückläufig ist vor allem das Interesse und die Mitarbeit von Kindern und Jugendlichen bei öffentlichen Angelegenheiten. Lenz sprach hier von markanten Rückschritten unter anderem beim Interesse und der Mitarbeit bei städtischen Entscheidungen, bei Organisationen sowie in Sachen Natur- und Tierschutz. Hier gelingt es nicht, die jungen Dresdner einzubinden. Nur bei der Mitwirkung von der Gestaltung von Spielplätzen ist die Beteiligung und Bereitschaft zum Mitmachen von 30 auf 33 Prozent gestiegen. Dabei sind die Schüler durchaus nicht desinteressiert. Etwa 44 Prozent der Befragten würden sich gern für die Belange von Organisationen, den Tier- und Naturschutz und in anderen Bereichen einsetzen. Es spiele aber eine maßgebliche Rolle, ob Beteiligung etwas bringt. "Planspielmentalität wird durchschaut", sagte der Soziologe.

SPD-Stadtrat Axel Bergmann kritisierte daraufhin die Rahmenbedingungen in der Stadt, die den Kindern und Jugendlichen die Lust an Beteiligung nehmen. So würde bei Schulsanierungen über sie hinweg entschieden. Dass Kinder durchaus sinnvolle Vorschläge anbringen können, zeigte ein Kreativ-Wettbewerb an Schulen. Auf die Frage, wofür sich ein Kinderbeauftragter einsetzen sollte, gab es neben "für weniger Hausaufgaben" auch Vorschläge, wie für besser beleuchtete Gehwege oder für mehr Abfalleimer auf Spielplätzen. M.A.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.11.2012

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