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Dresdner Institut für Holztechnologie gehört zu Top-Adressen für Möbel- und Holzindustrie

Dresdner Institut für Holztechnologie gehört zu Top-Adressen für Möbel- und Holzindustrie

Das "Institut für Holztechnologie Dresden" (IHD), das in diesem Jahr sein 60. Jubiläum feiert, gehört in Deutschland und ganz Europa zu den Topadressen für die Möbel- und Holzindustrie.

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Eine Probe wird im IHD-Labor untersucht - jede Holzart hat in ihrer Zellstruktur eine Art individuellen "Fingerabdruck", der unterm Mikroskop erkennbar wird.

Quelle: Andor Schlegel

Dresden . Die 105 Mitarbeiter helfen durch ihre Forschungen zum Beispiel, IKEA-Einkäufe leichter zu machen, Möbel zu "öko-normen" und testen Hölzer aller Art bis zur Belastungsgrenze. Aber sie verheiraten die Holzbranche auch mit der Hightech-Welt und entwickeln Biochips als Holzschimmel-Schnelltester.

Bruno Bruch* ist ein notorischer Einbrecher: Stunden-, ja oft tagelang hebelt er mit Stemmeisen Türen auf, fuhrwerkt mit Schraubenziehern an Fenstern herum, malträtiert Holztore mit brachia- ler Gewalt. Das Beste daran: Die Polizei lässt ihn gewähren, und er lässt sich sogar in letzter Instanz von Staat und Wirtschaft dafür bezahlen. Ein Skandal ersten Ranges? Keineswegs. Denn unser Berufseinbrecher ist am Dresdner Holzins-titut angestellt - seine Arbeit mit dem Kuhfuß soll Häuser rundum sicherer machen.

Auf dem großen IHD-Campus am Zelleschen Weg unterwerfen die Holzforscher Möbel, Laminate und andere Holzprodukte im Auftrag von Firmen und Ministerium systematischen Belastungsproben, um neue Konstruktionen und Materialien für den Hausbau zu testen, formschöne Designerideen für Yacht-Innenausstattungen auf Praxistauglichkeit zu untersuchen und ökologische Möbel-Normen mitzuformen. In den Testhallen werfen sie Sandsäcke gegen Holzplatten (das simuliert Briganten, dies sich gegen Eingänge werfen), lassen unermüdliche Roboter Türen 10 000 Mal auf- und zuschlagen, bis die Beschläge brechen, Fenster künstlich dauerberegnen, bis die erste Feuchtigkeit durchsickert, und unterziehen neue Möbel heißen Feuerproben.

"Etwa 60 Prozent unserer Arbeit machen durch Bundes- und Landesministerien kofinanzierte Forschungsprojekte aus, 40 Prozent sind Dienstleistungen für die Holzindustrie, etwa zehn Prozent Vorlaufforschung", erklärt IHD-Direktor Steffen Tobisch. Und dazu gehören - anders, als es alle Klischees über die Holzbranche vermuten lassen - längst Hochtechnologien.

Weil die Designwünsche der Kunden immer anspruchsvoller werden, hat das Institut zum Beispiel einen riesigen Holzplotter mitentwickelt. Der kann Möbelteile mit Furnieren aller Coleur bedrucken - auch in Einzelanfertigungen.

Mit der Dresdner Firma "Biotype" zusammen vermählten die IHD-Ingenieure Holz- und Gentechnologie: Sie konstruierten Biochips, die mittels DNA-Analysen holzzerstörende und Schimmelpilze identifizieren. Der Bedarf an solchen Schnelltestern steige, betonte Tobisch. "Moderne Häuser sind derart dicht gebaut, dass kaum noch Luftaustausch mit draußen stattfindet", sagt der 47-jährige Ingenieur. "Dadurch ist die Schimmelgefahr in Neubauten gestiegen."

In ihrer Arbeit stützen sich die Holztechnologen auf 60 Jahre Erfahrung. 1952 gründete der Dresdner Ingenieur Herbert Flemming das "Institut für Holztechnologie und Faserbaustoffe" (IHF), das aus der Holzknappheit der Nachkriegszeit heraus Möbel mit sparsamem Holzverbrauch entwickelte, ganze Furnierwerke für die DDR-Industrie konzipierte und schon vor der Wende mit Marken wie IKEA und den Deutschen Werkstätten Hellerau zusammenarbeitete. Diese und andere Firmen kooperieren heute gern mit dem Nachfolger IHD - die Hellerauer zum Beispiel, um ihre Möbeldesigns zu testen, die Schweden, um ihren Kunden giftstofffreie Möbel und möglichst leichtgewichtige Einkäufe zu sichern. Heiko Weckbrodt

*Name geändert

Mehr Infos im Netz: computer-oiger.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.05.2012

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