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Dresdner Innenstadt: Robotron weicht Lingner-Altstadtgarten

Abrissbagger am Georgplatz Dresdner Innenstadt: Robotron weicht Lingner-Altstadtgarten

Der Abriss des Atriums I im einstigen Robotron-Gelände in der Pirnaischen Vorstadt ist in vollem Gange. Auch das Atrium II, ein nahezu baugleiches Gebäude, ist der Abrissbirne geweiht, wenn die Mietverträge ausgelaufen sind. 2017 soll mit dem Bau des „Lingner-Altstadtgartens“ begonnen werden.

Die Abrissarbeiten am Atrium I sind in vollem Gange.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Mit lautem Dröhnen kämpfen sich Abrissbagger mit ihren mächtigen Schneidwerkzeugen Etage für Etage durch die Ruine und hinterlassen dabei Berge aus Betonschutt. Fassadenteile aus der Ära der Sozialistischen Moderne liegen vor dem Block. Arbeiter werfen aus den oberen Geschossen Fensterrahmen nach unten, deren Scheiben klirrend zerspringen. Der Abriss des Atriums I im einstigen Robotron-Gelände in der Pirnaischen Vorstadt ist in vollem Gange. Der Bürokomplex am Georgplatz, in dem in der späten DDR-Zeit hunderte Mitarbeiter des Elektronik-Kombinats Robotron unter anderem mit der Entwicklung von Hard- und Software beschäftigt waren, soll einem großen Wohnpark weichen.

Mit Wehmut blickt Günther Frank auf den Abriss. Der 75-Jährige arbeitete in den 1980er Jahren als Systemprogrammierer für Großrechner in dem Gebäude zwischen Hygiene-Museum, Neuem Rathaus und Bürgerwiese. „Für die damalige Zeit war das Haus modern, mit geräumigen und lichtdurchfluteten Büros“, erzählt der Dresdner. Als Beschäftigter des Zentrums für Forschung und Technik tüftelte er in dem Bau an den Großvätern der heutigen Computer. „Die entpuppten sich alle als Nachbauten des US-Konzerns IBM, aber wir hatten ja eine Stillschweigeerklärung unterschrieben“, berichtet er. „Bei Robotron habe ich damals auch meine Frau kennengelernt, sie arbeitete bis 1990 im Atrium I“, sagt Günther Frank, dem auch die innenstädtische Lage seines langjährigen Arbeitsplatzes gefiel: „Und nach dem Mittagessen sind wir rüber zur Blüherstraße gelaufen und haben Dynamo Dresden beim Training zugesehen.“

Nun jedoch machen Abrissbagger den Erinnerungsort am Georgplatz dem Erdboden gleich. Ein Gebäudeflügel auf der Ostseite in Richtung Hygiene-Museum ist schon gefallen, die anderen sind größtenteils entglast. Wo noch vor wenigen Tagen umlaufende Bänder aus Fenstern und blauen Fassadengliedern zu sehen waren, findet sich nunmehr nur noch ein Betongerippe. Gerettet werden sollen dagegen zwei künstlerisch wertvolle Bleiglasfenster im Treppenhaus im Mitteltrakt des Gebäudes. Mitarbeiter der Abbruchfirma sollen sie ausbauen, um eine spätere Wiederverwendung möglich zu machen.

Mit dem Atrium II steht direkt nördlich der Lingnerallee ein nahezu baugleiches Gebäude, das ebenfalls zu dem 1968 bis 1974 gebauten, ursprünglich für 6500 Arbeitsplätze ausgelegten Instituts- und Verwaltungskomplex des Robotron-Kombinats gehörte. Als Atrium wurden die beiden Bauten wegen ihrer je zwei großzügigen Innenhöfe bezeichnet. Doch auch das Pendant, in dem unter anderem die Cityherberge und seit 2010 auch die Dresdner Straßenverkehrsbehörde ihren Sitz haben, ist der Abrissbirne geweiht, wenn die Mietverträge ausgelaufen sind.

Nach dem Abriss des Atriums I am Georgplatz beginnt dort im kommenden Jahr der erste Bauabschnitt des Großprojekts „Lingner-Altstadtgarten“. Vor zwei Jahren hatte die Kasseler Unternehmensgruppe Immovation AG das 98000 Quadratmeter große Grundstück gekauft. In mehreren Abschnitten sollen bis etwa zum Jahr 2025 zwischen Lenné- und St. Petersburger Straße bis zu 3000 Wohnungen und Gewerbeeinheiten entstehen.

Von Stefan Schramm

Dresden, Georgplatz 51.046232 13.741552
Dresden, Georgplatz
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