Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Google+
Dresdner Initiative "Goldstück e.V" wird beim startsocial-Wettbewerb geehrt

Gemeinsam gegen einsam Dresdner Initiative "Goldstück e.V" wird beim startsocial-Wettbewerb geehrt

Elisa Renschen und Frauke Angel haben im vergangenen Jahr ein Projekt ins Leben gerufen, um der Vereinsamung alter Menschen entgegen zu treten. Mit ihrem Verein „Goldstück e.V. – Bring Herz ins Heim“ zählen die beiden Dresdnerinnen zu den 25 innovativsten Initiativen beim startsocial-Wettbewerb.

Die Initiative hat bereits mehrere Projekte in Dresden durchgeführt. Ein besonderer Fokus liegt auf der künstlerischen Umsetzung.
 

Quelle: Goldstück e.V.

Dresden. Einige werden sich daran erinnern, dass sie von ihren Großeltern als Goldstücke bezeichnet wurden. Für andere sind es die eigenen Großeltern selbst. Doch viele Senioren fristen ihr Dasein in Pflegeheimen – und das meist weit weg von der Familie und sehr einsam.

Um das zu ändern, haben Unternehmerin Elisa Renschen und Künstlerin Frauke Angel im vergangenen Jahr ein Projekt ins Leben gerufen, um der Vereinsamung alter Menschen entgegen zu treten. Mit ihrem Verein „Goldstück e.V. – Bring Herz ins Heim“ zählen die beiden Dresdnerinnen zu den 25 innovativsten Initiativen beim bundesweiten startsocial-Wettbewerb.

Am 15. Juni wird der „Goldstück e.V.“ im Kanzleramt persönlich von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ausgezeichnet und darf sich gleichzeitig berechtigte Hoffnung auf eine gute Platzierung im Endergebnis des Wettbewerbs machen. Immerhin ist die Dresdner Initiative die einzige unter den 25 Finalisten, die nicht das Thema „Flüchtlinge“ berührt sondern stattdessen rundum gelungene intergenerative Projekte in Senioren- und Pflegeheimen in der Landeshauptstadt anschiebt.

„Alte Menschen sollten nicht allein bleiben. Sie haben so viel zu geben und haben so viel erlebt. Vor allem für junge Menschen kann das auch eine riesige Bereicherung sein“, so Frauke Angel. Gemeinsam mit ihrer Partnerin Elisa Renschen, die mittlerweile auch eine sehr gute Freundin geworden ist, gründete sie im März 2015 den Goldstück Verein. Kennegelernt haben sich die Frauen vor vier Jahren bei diversen ehrenamtlichen Sozialprojekten. Beide haben direkt Erfahrung im Umgang mit den Themen Pflegeheim und Seniorenbetreuung gesammelt.

Während Renschens Mutter geistig behinderte Menschen pflegte, kam Frauke Angel mit dem Themengebiet in Berührung, als sie für ihre eigene Mutter ein Pflegeheim suchte. Diese beendete jedoch die Suche mit den Worten „lieber sterbe ich, als in ein Heim zu gehen.“ Da habe ich gemerkt, wie ernst die Thematik der Vereinsamung in Pflegeheimen ist“, erklärt Angel.

Die Idee hinter Goldstück ist es, Pflegeheime und Senioren durch verschiedene Projekte mit jungen Menschen in Kontakt zu bringen. Direkt nach der Gründung des Vereins bewarben sich die Dresdnerinnen beim bundesweiten Wettbewerb startsocial und wurden auf Anhieb unter die besten 100 Initiativen 2015 gewählt.

„Unser Konzept ist in Deutschlang bisher einzigartig“, so Jenichen. Der Goldstück e.V. erhielt in der Folge ein viermonatiges Beratungsstipendium mit zwei regionalen Experten aus Wirtschaft und Marketing, um ihr Projekt zu professionalisieren. Im Januar starteten Jenichen und Angel dann ihr erstes Projekt im Haus Löbtau der Cultus gGmbH. Zu Gast waren die Kinder der benachbarten Kita „Fröbelzwerge“.

Das Projekt dauerte über eine Woche. Kinder und Senioren erschufen gemeinsam „Sehnsuchtsorte“. An einem großen, selbst gebastelten Baum wurden offensichtliche Wünsche der Senioren angebracht, in einem Briefkasten die etwas geheimeren eingeworfen. „Der künstlerische Aspekt spielt eine große Rolle. Damit ist nicht das Basteln gemeint, sondern die gemeinsame Kreativität von Jung und Alt“, erklärt Frauke Angel. Sie selbst ist Schauspielerin und bringt dementsprechend ihre Erfahrung und eigene Kreativität in die Projekte ein.

Bei einem weiteren Engagement in einem DRK-Pflegeheim an der Yenidze fertigten Menschen aus einer Behindertenwerkstatt gemeinsam mit den Senioren gegenseitige Steckbriefe und Erinnerungsboxen an, die aus der jeweiligen Geschichte der Person resultierten. Das nächste Projekt mit dem Thema „Helden gesucht“ findet vom 27. Juni bis 1. Juli im Vitanas Seniorenzentrum am Schillerplatz statt. „Dabei handelt es sich um ein intergeneratives Fotoprojekt, wo allen Beteiligten keine kreativen Grenzen gesetzt sind“, so Renschen.

Neben den jeweils eine Woche andauernden Projekten unter dem Motto „Heimart“ gibt es auch noch weitere Tätigkeitsfelder des Vereins. In der Reihe „Heimglück“ werden den Senioren beispielsweise geheimste Wünsche erfüllt. „Wir haben kürzlich einer über 80 Jahre alten Dame ermöglicht, noch einmal für einen Tag an ihren alten Arbeitsplatz zurückzukehren. Es sind dabei unheimlich viele Tränen geflossen“, erklärt Frauke Angel.

Dabei sehen die beiden ihre Projekte aber nicht als das zentrale Anliegen des Vereins. „Wir versuchen, nur der Stein des Anstoßes zu sein. Wir hoffen, dass nach unseren Projekten der Kontakt zwischen Jung und Alt bestehen bleibt, und beispielsweise zwischen Kitas und Seniorenheimen feste Partnerschaften entstehen“, erklärt Renschen. Und in ihrer Vorstellungskraft sind die beiden noch lange nicht am Ende. Ganz nach dem Vorbild Skandinaviens schweben den Dresdnerinnen etwa Konzepte wie „kostenfreies studentisches Wohnen in Pflegeheimen“ vor.

Auch deshalb haben sie am 15. Juni vielversprechende Chancen auf eine gute Platzierung beim startsocial Wettbewerb. Die ersten sieben Platzierungen erhalten eine finanzielle Unterstützung von mehreren Tausend Euro.

Von Sebastian Burkhardt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.