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Dresdner Infinus-Finanzskandal: Verfahren beginnen jetzt Schlag auf Schlag

Dresdner Infinus-Finanzskandal: Verfahren beginnen jetzt Schlag auf Schlag

Im Anlegerskandal rund um die Dresdner Infinus-Gruppe dürften die Insolvenzverfahren jetzt Schlag auf Schlag eröffnet werden. Die drei Monate, in denen Insolvenzgeld fließt, neigen sich dem Ende zu.

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Bis Ende Februar wickeln die acht MAS-Mitarbeiter ihre Firma in der Niedersedlitzer Straße 67 ab.

Quelle: Ralf U. Heinrich

Und um die laufenden Kosten einzudämmen, werden wohl in den nächsten Tagen und Wochen im großen Stil Kündigungen ausgesprochen und Mietverträge gekündigt.

Als erster Anwalt hatte der Dresdner Jurist Gunter Tarkotta sein Gutachten fertig. Ihm hatte das Amtsgericht Dresden von den insgesamt 17 insolventen Infinus-Firmen die MAS Finanz AG in Verwaltung gegeben, für die bereits am Dienstag das Insolvenzverfahren eröffnet worden ist (DNN berichteten).

Die MAS, so Tarkotta, sei eine Plattform für rund 150 selbstständige Makler gewesen, die hauptsächlich Lebens-, Kranken- und Sachwertversicherungen verkauft hätten. "Infinus hatte vor wenigen Jahren MAS-Aktien übernommen, um deren Vertriebskanal zu nutzen", erklärt Tarkotta auf DNN-Anfrage. Allerdings seien vergleichsweise wenig Infinusprodukte über die MAS an den Mann gebracht worden.

"Die MAS war ein Nebenkriegsschauplatz im Infinus-Gefüge", so Tarkotta, hier seien etwa 900 000 Euro an Provisionsansprüchen von Maklern aufgelaufen, es gebe rund 300 Gläubiger - eher marginal beim Blick auf die Gesamtmisere. Denn es wird davon ausgegangen, dass insgesamt mindestens 25 000 Kunden mit einer Anlagesumme von 400 Millionen Euro von dem Zerfall der Infinus-Gruppe betroffen sind. Es gibt auch Schätzungen, die von einer Milliarde Euro sprechen.

Den Infinus-Managern wirft die Staatsanwaltschaft Dresden vor, Kunden beim Verkauf ihrer Finanzprodukte mit falschen Prospektangaben gelockt zu haben. Von zehn Geschäftsmännern, gegen die ermittelt wird, sitzen sechs seit November 2013 in Haft. Die Staatsanwaltschaft vermutet hinter dem Infinus-Konstrukt ein riesiges Schneeballsystem, in dem auch dubiose Goldgeschäfte und ein gut geöltes Provisionskarussell eine Rolle spielen. Dabei wurden vielen kleinen Firmen angebliche Provisionen aus Goldinvestments angedichtet, die sofort nach ihrem Eintreffen auf das Firmenkonto des Mutterkonzerns Fubus (Future Business KG) zurückflossen. Auf diese Weise, heißt es, pumpte die Unternehmensgruppe Umsatz und Gewinne auf - und konnte mit glänzenden Bilanzen aufwarten.

Sicher werden die Gutachten der einzelnen Insolvenzverwalter ebenso wie die irgendwann vorliegenden Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft noch mehr Licht ins Dunkel bringen. Bis dahin jedoch dürfte das Konglomerat nur noch in Teilen existieren.

Gunter Tarkotta zumindest wird jetzt den acht MAS-Mitarbeitern zum 28.Februar kündigen, ebenso den Mietvertrag für die Villa in Niedersedlitz. "Ich muss die MAS schließen, die Kassenlage ist ziemlich schmal" erklärte er.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 31.01.2014

Barbara Stock

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