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Dresdner Industriekletterer: Arbeit in schwindelerregenden Höhen

Dresdner Industriekletterer: Arbeit in schwindelerregenden Höhen

Lars Thielsch (25) hängt in den Seilen. Unter ihm kommt ein paar hundert Meter erst einmal nichts und dann der Boden. Er hat es fast geschafft.

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Für Industriekletterer Lars Thielsch (l.) geht es aufwärts. Hier arbeitet er mit einem Kollegen am Gebäude "The Squaire" am Frankfurter Flughafen.

Quelle: PR

Von hauke heuer

Nur noch wenige Handgriffe und Klimmzüge trennen ihn von der höchsten Plattform des riesigen Getreidesilos. Man könnte denken, dass es ein Adrenalinjunkie ist, der in diesen Höhen herumkraxelt und den "Kick" sucht, aber weit gefehlt - Thielsch ist ein Industriekletterer.

Wenn Reparaturen und Arbeiten an schlecht zugänglichen Gebäuden und in großer Höhe anfallen, kommen die Arbeiter mit dem Klettergurt zum Einsatz. Ihr Aufgabenfeld ist groß - ihre Fähigkeiten sind vielseitig. Heute gilt es noch Bäume dort zu beschneiden, wo keine Hubbühne eingesetzt werden kann, wie zum Beispiel in den Innenhöfen der Dresdner Neustadt, morgen steigt der schwindelfreie Bautrupp in das 160 Meter tiefe Kesselhaus des Kraftwerks in Boxberg, um die beim Verbrennungsvorgang abgelagerte Asche abzuschlagen. Arbeit gibt es für die Spezialisten immer mehr, denn sie schaffen es schnell und unkompliziert, Probleme in der Höhe zu lösen.

"Wenn heute ein Gebäude gebaut wird, achten die Architekten oft darauf, unorthodoxe Formen zu schaffen. Geht es darum die Scheiben zu putzen, stellen sich Überhänge und Rundungen in der Fassade als hinderlich heraus. Dann kommen wir zum Einsatz", erklärt Thielsch, warum seine Arbeit immer öfter gefordert ist. Vor zwei Jahren gründete der 25 jährige gelernte Übertragungstechniker in einer Dresdner Garage am Zelleschen Weg das Industriekletter-Unternehmen Vertikalis. Seitdem geht es im wahrsten Sinne stetig bergauf. Vor etwa einem Jahr hat er das Büro in seine Wohngemeinschaft verlegt. In einem Monaten zieht er in ein Bürohaus an der Bamberger Straße. Vier Festangestellte bringt der Jungunternehmer in Lohn und Brot. Für Großaufträge setzt er teilweise bis zu 15 Industriekletterer ein. Diese rekrutiert der Hobby-Bergsteiger aus seinem Bekanntenkreis, denn Thielsch ist einer der Vorstände im Dresdner Bergsteigerbund. Nicht nur Häuserfassaden, auch die Kalksandsteinrouten in der sächsischen Schweiz sind sein Revier. Doch wer klettern kann, darf nicht automatisch auf einer Höhenbaustelle arbeiten. "Die Sicherheit hat oberste Priorität", betont Thielsch immer wieder. "Wir sind alle ausgebildete Höhen- und Industriekletterer. Einige von uns sind zudem Höhenretter", sagt er. Größere Unfälle gab es in den vergangenen Jahren noch nicht. Wenn es nach Thielsch geht, soll das auch so bleiben.

Die Industriekletterer von Vertikalis haben sich in den vergangen zwei Jahren einen großen Kundenstamm aufgebaut und arbeiten längst nicht mehr nur in Sachsen. Ihr größtes Projekt war bis jetzt der Austausch von 250 Kilogramm schweren Glasscheiben am "The Squaire", dem neuen Gebäude über dem ICE-Bahnhof am Flughafens Frankfurt am Main. "Natürlich sind das herausragende Projekte. Trotzdem sind wir auch oft für die Besitzer von Wohn- und Gewerbeeigentum unterwegs", beschreibt der Gründer seinen beruflichen Alltag. "Besonders in der jetzt wieder anstehenden nasskalten Jahreszeit werden wir zu Hilfe gerufen, um Dachrinnen zu reinigen oder Dächer auszubessern. Dabei ist unser großer Vorteil, dass wir nur ein Seil zum Arbeiten benötigen, was oft kostengünstiger und zeitsparender als der Aufbau eines Gerüsts oder der Einsatz einer Hebebühne ist", sagt Thielsch und hofft auf mehr Aufträge aus Dresden, um sein junges Unternehmen weiter voranzutreiben.

"Höhenarbeiter haben gute Aufstiegsmöglichkeiten, aber wenn es ums Arbeiten geht, seilen sie sich schnell ab", witzelt er zum Abschied, packt seine Ausrüstung, steigt in seinen Wagen und freut sich auf den nächsten großen Aufstieg.

info@industrieklettern-vertikalis.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.11.2012

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