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Dresdner Industrie ist 2010 erneut geschrumpft

Dresdner Industrie ist 2010 erneut geschrumpft

2010 war für die Dresdner Industrie ein schlechtes Jahr - obwohl da die Weltwirtschaftskrise eigentlich schon ausgestanden war. Das geht aus den neuen Regionalübersichten des Statistischen Landesamtes Kamenz hervor.

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Mittlerweile bessert sich die wirtschaftliche Situation in der Landeshauptstadt aber wieder.

Von Heiko Weckbrodt

Laut den neuen Landesstatistiken sank im vergangenen Jahr der Umsatz in den Dresdner Industriebetrieben um 1,2 Prozent auf 6,05 Milliarden Euro, während er sachsenweit um 12,4 Prozent stieg. Bereits im Vorjahr, als Chipkrise und Weltwirtschaftskrise zusammenwirkten, war der Industrieumsatz in Dresden um knapp 21 Prozent abgesackt (DNN berichteten). Das Saldo aus Gewerbean- und -abmeldungen blieb zwar mit 595 neuen Betrieben unterm Strich positiv, halbierte sich aber glatt im Vergleich zum Vorjahr.

Auftragsbücher inzwischen gut gefüllt

Immerhin hat sich die Lage laut den neueren Dresdner Kommunalstatistiken in jüngster Zeit aufgehellt: Im ersten Quartal 2011 ist der Dresdner Industrieumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,7 Prozent gestiegen, der Auftragseingang sogar um 30 Prozent - angesichts solch gut gefüllter Orderbücher dürfte der Aufschwung also noch etwas anhalten.

Trotz Umsatzflaute neue Jobs entstanden

Wie sehr sich die Betriebe trotz sinkender Umsätze bemüht haben, ihre Belegschaften auch in der Nachkrisenzeit zu halten, zeigt sich in den Jobzahlen: Im Herbst 2010 waren 24 515 Menschen in der Dresdner Industrie in Lohn und Brot, das waren sogar 1,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Insgesamt hat sich somit im vergangenen Jahr ein Trend fortgesetzt, der Dresden bereits seit geraumer Zeit zu schaffen macht (DNN berichteten): Die einst zweistelligen Wachstumsraten der Industrie als Zugpferd der gesamten Dresdner Wirtschaft werden nicht mehr erreicht und auch im Sachsen-Vergleich hat Dresden viel von seiner früheren Dynamik eingebüßt. Weil viele Mittelständler, aber auch Leuchttürme wie AMD beziehungsweise Globalfoundries versucht haben, selbst in schlechten Zeiten ihr Personal zu halten, hat sich diese Wachstumsschwäche auf dem Arbeitsmarkt geringer als erwartet bemerkbar gemacht und wurde durch Zuwächse in anderen Wirtschaftssektoren überlagert. Eher eine Ausnahme war das Jahr 2009, als im Zuge der Qimonda-Pleite jeder siebte Industriejob in Dresden flöten ging.

"Neue" Industrieländer treiben Nachfrage

Derzeit aber schwimmt die hiesige Industrie offensichtlich im deutschen Konjunkturaufschwung mit: Obwohl sich weltweit erste Indizien für einen Abschwung in der Chipbranche und anderen Sektoren mehren, laufen die Geschäfte der bundesdeutschen Hightech-Unternehmen weiter prächtig, wie aus der jüngsten Konjunkturumfrage des Branchenverbandes "Bitkom" hervorgeht. Ein Treiber dieser Entwicklung ist unter anderem der hohe Investitionsbedarf aufstrebender Industrieländer wie China, Indien, Brasilien und Russland.

Und davon profitieren jetzt eben auch die Dresdner Industriebetriebe, die im Landesvergleich recht auslandsorientiert (Exportquote Dresden: 44,8 Prozent, sächsische Industrie: 34,8 Prozent) sind und recht viele Investitionsgüter herstellen. Hinzu kommt eine gute Binnennachfrage aus dem Unternehmenssektor: Auf dem Höhepunkt der Krise hatten 2009 auch die Dresdner Industriebetriebe ihre eigenen Investitionen nahezu halbiert - als das Tal durchschritten war, wurden dann viele Anschaffungen und Ausbauten nachgeholt und dies daraus entstehende Nachfrage für Bauleistungen und Anlagen belebt ebenfalls die hiesige Wirtschaft. Auch der milliardenschwere Ausbau der Chipwerke von Globalfoundries sorgte für Aufträge und dürfte auch zu Folgeeffekten auf dem Dresdner Arbeitsmarkt führen.

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