Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Google+
Dresdner Hotels bei Verdienst pro Zimmer auf einem Abstiegsplatz

Dresdner Hotels bei Verdienst pro Zimmer auf einem Abstiegsplatz

Für Touristen ein Traum, für die Dresdner Hoteliers ein Albtraum: Fast in keiner anderen deutschen Großstadt sind die Hotel-Preise so preisgünstig wie in Dresden - vielleicht mit ein Grund, warum die sächsische Residenzstadt im vergangenen Jahr erneut an Gästen zugelegt hat.

Doch den Betreibern der Hotels geht es eher schlechter als besser. Was den Umsatz pro Zimmer angeht, befindet sich Dresden gemeinsam mit Dortmund auf einem Abstiegsplatz.

Das renommierte britische Hotel-Forschungs-Institut Hotel Consultancy Research hat aktuell die neuesten Daten zur Stadthotellerie in Deutschland im 1. Quartal 2012 ermittelt. Demnach erwirtschafteten die Kölner Hotel-Betriebe einen Umsatz pro verfügbares Zimmer von satten 82 Euro - Platz eins in der Hotellerie-Tabelle deutscher Großstädte. Traurig: Dresden erzielt nicht einmal die Hälfte der Kölner Umsatzzahl, kommt zusammen mit Dortmund auf gerade einmal 39,60 Euro Umsatz pro Zimmer.

Das Bedrohliche an der Dresdner Situation ist: Der Trend zeigt weiter nach unten. "Es wird noch negativer", weiß Taschenbergpalais-Kempinski-Chef Gerold Held aus den April-Zahlen. Auch bei den Faktoren Zimmerbelegung (53,4 Prozent) und durchschnittlicher Netto-Zimmerpreis (75,28 Euro) rangiert Dresden weit unten. Die Gründe für die mauen Verdienstmöglichkeiten der Hotelbranche in der sächsischen Residenzstadt sind vielfältig. "Wir haben die Tendenz, uns gegenseitig die Preise kaputt zu machen, denken oft zu kurzfristig", sieht Held auch einen hausgemachten Grund.

Doch vor allem mangele es Dresden an großen Messen und einer vernünftigen Kongress-Kultur, ist sich Kempinski-Chef Held mit Antoni Knobloch, Direktor der Ibis-Hotels, einig. "Die Stadt muss mehr Anlässe schaffen und mehr Geld in Kongress- und Veranstaltungs-Marketing stecken", findet Knobloch. Selbst Ereignisse wie das Dampflokfest ziehen laut Knobloch Gäste von außerhalb nach Dresden.

"Es gibt in Dresden insgesamt zu viele Hotels", zählt Knobloch einen weiteren Grund für die Umsatz-Misere auf. Und die Zahl der Zimmer nimmt weiter zu. So hat erst am 1. April das Swissôtel Am Schloss eröffnet, ein Fünf-Sterne-Haus, das mit Eröffnungspreisen gelockt und somit natürlich auch den anderen Hotels Gäste abgezogen hat. Im Jahres-Quartals-Vergleich noch gar nicht drin ist ebenfalls, dass ein Etap- und ein Holiday-Inn-Hotel erst Mitte des vergangenen Jahres neu eröffnet haben. Das alles verschärfe die Situation in Dresden, so Knobloch.

Hinzu komme, dass Dresden 2011 hervorragende Rahmenbedingungen gehabt habe, sagt der Ibis-Hotel-Direktor. Mit dem evangelischen Kirchentag und der Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft habe Dresden herausragende Ereignisse gehabt, die in diesem Jahr fehlen. Auch das Weihnachtsgeschäft mit vier vollen Adventswochenenden sei so gut wie lange nicht mehr gewesen, so Knobloch, der für dieses Jahr auch eher skeptisch ist. Ralf Redemund

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.06.2012

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
18.10.2017 - 12:05 Uhr

Die jahrzehntelange Geschichte der SG Dynamo Dresden hatte unzählige bekannte und weniger bekannte Gesichter. Wir erinnern uns an einige von ihnen.

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.