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Dresdner Heinz-Steyer-Stadion soll ab 2013 umgebaut werden – Endtermin steht in den Sternen

Dresdner Heinz-Steyer-Stadion soll ab 2013 umgebaut werden – Endtermin steht in den Sternen

Im Frühjahr 2013 soll nach dutzenden gescheiterten Anläufen der Umbau des Heinz-Steyer-Stadions in der Dresdner Friedrichstadt beginnen. Wie Sven Mania, der Leiter des Sportstätten- und Bäderbetriebes, gegenüber DNN-Online bestätigte, wird dann zunächst mit dem Abriss der maroden Holztribüne begonnen.

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Mehr Ruine als Stadion - in die Sanierung des Dresdner Heinz-Steyer-Stadions soll jetzt Bewegung kommen.

Quelle: Stephan Lohse

Am Ende soll ein modernes Stadion für etwa 12.000 Zuschauer stehen – wann es soweit ist, ist aber noch völlig unklar.

Man habe sich von den ambitionierten Plänen verabschiedet, das Stadion im Ganzen zu sanieren, so Mania. Dies würde rund 15 bis 18 Millionen Euro kosten – Geld, das die Stadt nicht hat. Stattdessen gehe man jetzt eine „Politik der kleinen Schritte“, bis am Ende ein fertiges Stadion steht. Das soll zum einen für die Footballer der Dresden Monarchs erstligatauglich sein, im Fußball die Bedingungen für die Regionalliga erfüllen und im Bereich Leichtathletik die Austragung nationaler Wettkämpfe ermöglichen.

Der erste kleine Trippelschritt ist bereits getan: Statt des alten Kameraturms stehen seit einigen Wochen zwei moderne Container zur Zeitmessung bei Leichtathletik-Wettkämpfen neben der Haupttribüne. Etwa 35.000 Euro hat der Sportstätten- und Bäderbetrieb hier investiert. Im Herbst soll es mit dem nächsten Schritt weitergehen.

Dann will die Stadt für 775.000 Euro zwischen Stadion und Energieverbund-Arena ein Funktionsgebäude mit acht Umkleidekabinen errichten. Diese sollen zum einen die alten und kaum noch nutzbaren Kabinen unterhalb der Holztribüne ersetzen und zum anderen den Platzmangel in den Kabinen der Stadion-Haupttribüne und der Energieverbund-Arena beseitigen.

Dort gibt es laut Mania regelmäßig Probleme. Neben den Sportlern in Eis- und Ballsporthalle wollen auch die Athleten auf der Freiluft-Eisbahn und den Sportplätzen im Ostragehege in die Umkleiden. Mit dem neuen Gebäude sollen die Sportler auf der Freiluftbahn und im Ostragehege nicht mehr auf die Halle angewiesen sein.

Wenn der Bau dann im Frühjahr fertig ist, sollen an der Holztribüne die Bagger anrollen. Ursprünglich hätte die Tribüne bereits im Herbst 2011 abgerissen werden sollen, gibt Mania zu. Damals hätten die Behörden aber ihre Zustimmung zu den ursprünglichen Neubauplänen wegen hochwasserschutzrechtlicher Bedenken verweigert. Danach plante die Stadt um. Anstatt die Kabinen direkt in der Tribüne unterzubringen, entsteht jetzt ein schlankerer Neubau, die Zuschauerränge werden somit graziler. Die Abrisskosten sind mit rund 170.000 Euro veranschlagt – die vorhandene Million für das Stadion demnach aufgebraucht.

„Es ist wichtig, dass überhaupt etwas beginnt“, sagt Sören Glöckner, Präsident der Dresden Monarchs. Der Abriss sei richtig, den Neubau wolle man auch in jedem Fall nutzen.

Allerdings ist die geplante Tribüne, die rund 1900 Zuschauern einen überdachten Sitzplatz bieten soll, noch nicht endgültig finanziert. Die Kosten betragen laut Mania rund zwei Millionen Euro, die bisher noch nicht sicher, aber für den nächsten Doppelhaushalt beantragt sind.

Zumindest für die Fußballer wären dann fast alle Anforderungen an die Regionalligatauglichkeit erfüllt. Ab der kommenden Saison schreibt der Nordostdeutsche Fußballverband NOFV 3000 Plätze im Stadion vor. Mindestens 300 Sitzplätze, davon 100 überdachte, müssen vorhanden sein, zudem benötigt das Stadion einen Gästeblock. Einziger Knackpunkt bleibt das vom Verband vorgeschriebene Flutlicht, über das das Stadion nicht verfügt. Die übrigen Bedingungen wären mit einer Sanierung beherrschbar. Dynamo Dresden hatte in diesem Jahr auf einen möglichen Aufstieg der zweiten Mannschaft in die Regionalliga verzichtet, unter anderem auf Grund des Stadions.

Wie es mit dem Rest des weiten Rundes weitergeht, das steht in den Sternen. „Dort wird sich auf Jahre nichts ändern“, sagt Sven Mania mit dem Gedanken an die Steintribüne. Theoretisch stünde als nächster Arbeitsschritt die Sanierung des Innenraums an. Die Weitsprunggrube soll hinter die Laufbahn gerückt werden. Die Tartanbahn muss erneuert werden, der Rasen braucht eine neue Entwässerung und auch der Sandstein an den Wänden der Tribüne müsste saniert werden, zählen Mania und Glöckner auf.

Allerdings ergebe laut Sven Mania wenig Sinn, erst den Innenraum und dann die Steintribüne zu sanieren, da die Arbeiter dann mit schwerem Gerät durch den neuen Innenraum fahren müssten. Für die Steintribüne, deren Sanierungskosten er auf rund drei Millionen Euro schätzt, sei aber momentan keine Finanzierung in Sicht. Dies gelte erst recht für die beiden Kurven, die größtenteils gesperrt sind und auf denen das Unkraut wuchert. Wann das Stadion fertig wird, sei völlig unklar.

Zumindest das Sportcasino in der Steintribüne sei in einem guten Zustand, so Glöckner. Die Zuschauerränge seien dagegen marode und vor allem nicht überdacht. Daher kämen bei Spielen im Steyer-Stadion längst nicht so viele Zuschauer wie bei den Saison-Highlights, bei denen die Monarchs ins ungleich komfortablere, aber auch ungleich teurere Glücksgas-Stadion umziehen.

Das Heinz-Steyer-Stadion in der Dresdner Friedrichstadt wurde 1919 eröffnet und fasste zeitweilig mehr als 60.000 Zuschauer. Aktuell dürfen nur noch 4500 Besucher gleichzeitig in das Stadion – und das auch nur per Sondererlaubnis, die jährlich erneuert werden muss. Neben den Footballern der Dresden Monarchs tragen auch die Fußballer der zweiten Mannschaft von Dynamo Dresden hier ihre Spiele aus. Hinzu kommen die Leichtathleten sowie die Fußballer des Dresdner SC, die hier ihre historische Heimstätte haben.

Stephan Lohse

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