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Dresdner Heilsarmee hilft Menschen ohne Obdach

Dresdner Heilsarmee hilft Menschen ohne Obdach

Gert Scharf ist Leiter der Dresdner Heilsarmee und fährt seit ein paar Tagen jeden Abend mit seinem Kollegen Lothar Walter durch die Stadt. Im Gepäck ein paar Teekannen und warme Schlafsäcke.

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Gert Scharf und Lothar Walter (v.l.) versorgen einen Wohnungslosen mit Tee und haben für seine Probleme ein offenes Ohr.

Quelle: Carola Fritzsche

Die beiden Helfer sind auf der Suche nach Wohnungslosen, die unter der anherrschenden Kälte besonders leiden. "Bei Temperaturen kurz unter dem Gefrierpunkt haben die Wohnungslosen noch kaum Probleme, aber jetzt nehmen sie die Hilfe gerne an", erklärt Scharf. Die Heilsarmee ist eine kirchliche Organisation, die sich für bedürftige Menschen engagiert.

227 Wohnungslose sind in Dresden in Übergangswohnheimen untergebracht. Doch nicht alle wählen den Weg in eines der Heime. "Um einen Platz zu bekommen, müssen die Wohnungslosen zum Sozialamt gehen. Aber nicht jeder schafft diesen Gang, weil meist das Vertrauen zu den Behörden fehlt", erklärt Scharf. Vertrauen sei aber das wichtigste Gut bei seiner Arbeit. Es zu bekommen, erfordere Zuwendung und Feingefühl. "Es dauert sehr lange, bis sich die Wohnungslosen öffnen und uns erklären, warum sie auf der Straße leben", so Scharf. Doch erst durch ein ehrliches Gespräch kommen die Helfer ihrem Ziel ein Stück näher - die Menschen von der Straße in ein normales Leben zurückzuholen.

An einer überdachten Hausecke hat sich ein junger Wohnungsloser niedergelassen. Er wird von der Heilsarmee mit Tee versorgt. Einen neuen Schlafsack lehnt er ab, wünscht sich aber eine Suppe. "Wir erfahren im Gespräch, was diese Menschen wirklich brauchen", meint Scharf. Am nächsten Abend wird der junge Mann seine Suppe bekommen. "Bei ihm hoffen wir sehr, dass wir ihn bald von der Straße bekommen", meint Scharf und sein Kollege stimmt zu.

In einer Bahnhofshalle treffen die beiden einen alten Bekannten, der sich sichtlich über den Besuch der Helfer freut. Der Mann ist der letzte Bedürftige, dem die beiden an diesem Abend helfen können. "Auch wenn wir nur ein oder zwei Wohnungslose versorgen können, hat sich die Fahrt gelohnt", resümiert Scharf.

Wohnungslose haben die Möglichkeit, die Nacht im Nachtcafé zu verbringen. An jedem Wochentag bietet ein anderes Nachtcafé eine Übernachtungsmöglichkeit. Wohnungslose erhalten dort auch ein warmes Essen und ein Frühstück. Außerdem können sie sich hier duschen und ihre Wäsche waschen. Einmal wöchentlich werden die Wohnungslosen von Ärzten untersucht.

Öffnungszeiten: abends 20 Uhr bis morgens 7 Uhr

Diese Nachtcafés haben geöffnet:

Montag: ev. Dreikönigskirche (an der Dreikönigskirche 12)

Dienstag: ev. Christopheruskirche Laubegast (Hermann-Seidel-Str.3)

Mittwoch: kath. Pfarrei Zschachwitz (Meußlitzer Str. 108)

Donnerstag: ev. Gemeindehaus Loschwitz (Grundstraße 36)

Freitag: ev. Zionskirche (Bayreuther Str. 28)

Sonnabend: Heilsarmee (Reicker Str. 89)

Sonntag: kath. Pfarrei St. Petrus Strehlen (Dohnaer Str. 53)

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.02.2012

Marleen Hollerbach

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