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Dresdner Gartenplaner wollen durch mitwachsendes Hochbeet Kinder spielerisch für die Natur begeistern

Dresdner Gartenplaner wollen durch mitwachsendes Hochbeet Kinder spielerisch für die Natur begeistern

Ihre erste Firma haben Claudia und Peter-Paul Petzold bereits vor drei Jahren gegründet. Über ihren Onlineshop gardomat.de bieten die Landschaftsarchitekten professionelle Gartenplanung an.

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Claudia und Peter-Paul Petzold mit dem Prototyp ihres Piratenschiffes. Worum es dabei eigentlich geht, verrät die Möhre auf der Seeräuberflagge.

Quelle: Holger Grigutsch

Rund 300 grüne Oasen sind seit Mitte 2011 bundesweit mit ihrer Hilfe entstanden. "Immer öfter", erzählen sie, "geht es dabei auch um Hochbeete. Die, so die Gartenplaner, seien nicht nur gefragt, weil sie anderswo als zu ebener Erde interessante Gestaltungsmöglichkeiten in Gärten und auf Balkons eröffnen. Sie böten auch eine Möglichkeit für rückenschonende Gartenarbeit. "Geht es auch etwas kleiner?" fragten schließlich Gartenbesitzer mit Kindern und brachten die Planer so noch auf eine ganz andere Idee.

"Besonders in der Stadt wissen heute viele Kinder gar nicht mehr, wo die Nahrungsmittel eigentlich herkommen, wie und wo zum Beispiel eine Möhre wächst", sagt Peter-Paul Petzold, "Wir wollen ihnen über das eigene Hochbeet, das über die Jahre mit ihnen mitwächst, spielerisch dieses Wissen vermitteln.

Weil sie selbst Eltern sind, wissen die Firmengründer genau, dass man beim Nachwuchs mit einem einfachen Pflanzkübel, der noch dazu die Übernahme von Verantwortung für Gießen und Pflege erfordert, nicht punkten kann. "Die Kinder müssen das Beet in ihre Fantasiewelt integrieren können", sagt Claudia Petzold. Wie das funktionieren kann, lernt sie zu Hause von den drei und fünf Jahre alten Testpersonen für das neue Produkt. In den Varianten Piratenschiff, Ritterburg, Feuerwehrauto und Prinzessinnenkutsche soll es auf den Markt kommen. Später sei auch noch eine Eisenbahn vorstellbar, sagt Peter-Paul Petzold.

Weil Spielzeuge schnell ihren Reiz verlieren, müssen die Kinderhochbeete immer wieder Neues bieten. Die Petzolds denken deshalb an ein Abo, das sich mit wechselnden Themen an das Alter der Kinder anpasst. Für die ganz Kleinen soll es vor allem um Sand, Wasser und Matsch gehen, bevor im Vorschulalter Pflanzen dazu kommen sowie Tipps fürs Säen, Pflegen und Ernten. "Für die älteren Schulkinder könnte es dann zum Beispiel um Bodenproben und die Bestimmung des ph-Wertes gehen", sagen sie.

Damit so ein Hochbeet für Kinder über Jahre attraktiv bleibt, muss es aber vor allem mit der Zielgruppe im Alter von zwei bis etwa zwölf Jahren mitwachsen. Im Gardomat-Büro in der Gutzkowstraße liegen deshalb zurzeit viele Bretter neben halbfertigen Prototypen. "Wir stellen gerade die Pakete zusammen, sagt Peter-Paul Petzold, die wir neben Informationsmaterial als Erweiterungsbausätze anbieten. Jedes Jahr könne das Kinderhochbeet damit umgebaut werden, bevor es neu bepflanzt wird - "am besten mit Obst und Gemüse, das die Kinder später selbst ernten und essen können", sagt Claudia Petzold.

Zur Zeit verhandeln die Gründer mit potenziellen Produktions- und Vertriebspartnern für ihre Produktidee. Die solle individuell sein, sich von Produkten aus dem Supermarkt abheben, sagen sie. Aber sie müsse auch bezahlbar sein. Deshalb hoffen sie, einen Investor zu finden, der sich um den Vertrieb kümmert.

"Kinder sind eine sehr kritische Zielgruppe, der man nicht mit Etikettenschwindel kommen kann", weiß Claudia Petzold. Deshalb lassen sich die Gründer bei der Feinplanung auch von einer Kinderpsychologin beraten und denken über scheinbare Nebensächlichkeiten nach. "Vielleicht ersetzen wir am Piratenschiff den aufgeklebten Anker doch lieber durch einen richtigen, den man mit einer Kette herunterlassen und einfahren kann", sagen sie.

Beim Existenzgründerwettbewerb "futureSax" haben es die Petzolds mit ihrer Idee unter die letzten Zehn geschafft. Sollten sie gewinnen, wollen sie mit dem Preisgeld einen Internetauftritt und die erste Produktreihe finanzieren. Ehrgeizige Ziele haben sie: In fünf Jahren wollen sie 300 Kinderhochbeete verkauft und 500 Abonnenten gewonnen haben, die sich viermal im Jahr von ihren Pflanztipps inspirieren lassen und von ihren Ideen, wie man Kinder spielerisch für die Natur begeistern kann. Auch an Kitas denken sie dabei. Erfolg vorausgesetzt sei vorstellbar, dass sie ihr Produkt nicht nur bundesweit anbieten, sondern auch in den europäischen Nachbarländern.

Bis 30. Juni können Internet-Nutzer beim Gründerwettbewerb "futureSax" für den Online-Preis abstimmen. Auch das Projekt von Gardomat ist dafür nominiert.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.06.2014

Holger Grigutsch

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