Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Google+
Dresdner Forscher tüfteln an Augen für Jagdsatelliten

Raumfahrt Dresdner Forscher tüfteln an Augen für Jagdsatelliten

Forscher der TU Dresden entwickeln derzeit Sensoren für einen Jagd-Satelliten. Der soll im Jahr 2020 für die ESA den toten Umweltsatelliten ENVISAT vom Himmel holen, damit der keine Katastrophe auslöst.

Im April 2012 riss der Kontakt zu ENVISAT ab.
 

Quelle: ESA

Dresden.  Automatisierungs-Forscher der TU Dresden entwickeln derzeit künstliche Augen für einen kosmischen Jagd-Satelliten. Der soll voraussichtlich im Jahr 2020 im Auftrag der europäischen Raumfahrtagentur ESA den toten Umweltsatelliten ENVISAT vom Himmel holen, damit dieser keine Katastrophe im All auslöst.

Seit über vier Jahren hat die ESA bereits keinen Funkkontakt mehr zu dem acht Tonnen schweren Großsatelliten, der in etwa 767 Kilometern Höhe um die Erde kreist. „In dieser Umlaufbahn könnte ENVISAT theoretisch noch 150 Jahre bleiben“, erklärte Doktoringenieur Frank Schnitzer vom Dresdner TU-Institut für Automatisierungstechnik. Da in ähnlicher Höhe aber zwei weitere Satelliten unterwegs sind und ein Zusammenstoß eine katastrophale Trümmerwelle verursachen könnte, will die ESA einen Jagdsatelliten bauen lassen. Der soll sich bis auf zwei Meter an ENVISAT heranpirschen, den Ausreißer mit einem Roboterarm packen und auf eine niedrige Umlaufbahn zwingen.

Da aber ENVISAT einer der größten und schwersten Satelliten ist, die je von den Europäern ins All geschossen wurden, sehen die ESA-Experten keine Chance, dass der Irrläufer dann einfach abtrudelt und in der Erdatmosphäre verglüht. „Wir sprechen über acht Tonnen geschmolzenes Metall, die da runterstürzen sollen“, sagt Frank Schnitzer. Der Jagdsatellit muss also seine Beute sehr präzise nach unten ziehen, damit ENVISAT letztlich über dem Südpazifik und nicht über besiedeltem Gebiet abstürzt.

Die Automatisierungs-Experten der TU Dresden hatten von der ESA den Auftrag erhalten, Methoden zu entwickeln, wie der Jagdsatellit seine kosmische Beute auch unter ungünstigen Lichtverhältnissen im Erdschatten finden kann. Die Forscher wollen dafür normale Kameras, Infrarot-Kameras und Laser-Scanner so koppeln, dass diese künstlichen Augen den ENVISAT millimetergenau anpeilen können.

Die Dresdner leiten dieses Entwicklungsprojekt „Image Recognition and Processing for Navigation“(IRPN). Beteiligt sind als Partner die Airbus-Standorte Bremen und Friedrichshafen, Astos Solutions aus Stuttgart und Jena-Optronik. Die TU Dresden spezialisiert sich dabei auf die Handlungsanweisungen für die Navigation und die Computerprogramme für das Sensorsystem. Derzeit bauen die Dresdner Ingenieure ein 1:5-Modell von ENVISAT, um das Ortungssystem für den Jagdsatelliten zu testen.

Die ESA hatte Umweltsatelliten ENVISAT im März 2002 mit einer Ariane-5-Rakete gestartet, um das Erdklima, die Weltmeere und die Ökosysteme unseres Planeten zu überwachen. Nach zehn Jahren brach der Kontakt zu dem etwa 25 Meter langen Satelliten ab. Seitdem kreist er ungesteuert im Erdorbit.

Von Heiko Weckbrodt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Anzeige
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.