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Dresdner Forscher entwickeln Krankenhaus-Navigation mit WLAN und Handy

Dresdner Forscher entwickeln Krankenhaus-Navigation mit WLAN und Handy

In Arzt-Filmen sieht das immer ganz einfach aus: Ein Unfallopfer wird ins Krankenhaus eingeliefert, und sofort sind die richtigen Chirurgen und Spezialgeräte für genau diese Verletzung zur Stelle.

Dresden .

Dresden (DNN). In Arzt-Filmen sieht das immer ganz einfach aus: Ein Unfallopfer wird ins Krankenhaus eingeliefert, und sofort sind die richtigen Chirurgen und Spezialgeräte für genau diese Verletzung zur Stelle. In der Praxis ist es für große Klinken mit zahlreichen Stationen, Häusern und Etagen dagegen manchmal gar nicht so einfach, alle benötigten Anlagen sofort zu orten und die Spezialisten zusammen zu trommeln. Abhilfe soll da ein Haus-Naviga- tionssystem schaffen, das Dresdner Fraunhofer-Forscher zusammen mit der Schweizer Firma LPS nach dem Vorbild der bekannten "Auto-Navis" kreiert haben - nur eben für Innenräume, in die kein GPS-Satellit schauen kann.

Von Heiko Weckbrodt

"Denken Sie beispielsweise an eine Intensiv-Station", erklärt Teamleiter Hans-Jürgen Holland vom Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS) Dresden ein Szenario. "Da werden die Patienten eingeliefert, mit dem verfügbaren Equipment versorgt und dann mit diesen Geräten in die Fachstationen verlegt. Hinterher beginnt dann oft die Suche nach dem Motto: Wo ist unsere Infusionspumpe nun eigentlich gelandet?" Und andererseits sei es auch für Krankenhaus-Besucher oft schwierig, sich im teils labyrinthischen Gewirr von Fluren, Zimmerfluchten und Stationen großer Klinken zurechtzufinden.

Zwar gibt es für solche "Indoor"-Navigationszwecke bereits Speziallösungen auf dem Markt, diese sind aber meist aufwändig, teuer und inkompatibel zu anderen Systemen. Daher haben sich die Fraunhofer-Forscher eine viel simplere Lösung ausgedacht, um Menschen durch die Spital-Irrgärten zu lotsen sowie gefragte Ärzte und Technik schnell zu orten: Sie setzen auf drahtlose WLAN-Funknetze, wie sie inzwischen sehr viele große Unternehmen und Institutionen hausintern nutzen - und die allgegenwärtigen Com- putertelefone (Smartphones), die aus unseren Alltag kaum noch wegzudenken sind.

Das Team um Holland hat dafür eine "App", ein Mini-Programm für Telefone mit Googles Betriebssystem "Android" entwickelt, die im Hause navigieren kann, indem sie die Position des Handys relativ zu den WLAN-Sendestationen ausmisst. Nötig ist dafür ein gut konfiguriertes Funknetz, das bis in die letzten Ecken reicht - deshalb sind auch die Schweizer WLAN-Spezialisten von LPS an Bord. Ansonsten handelt es sich aber um eine Lösung mit Standardtechnik, die ohnehin vielerorts vorhanden ist. Und die App kann eben nicht nur Krankenhaus-Personal und -Gäste zu ihren Zielen navigieren, sondern auch die Position von Oberärzten, Krankenschwestern, Apparaturen und dergleichen im Notfall anzeigen - sie müssen nur ein WLAN-fähiges Gerät dabeihaben.

Präsentieren wollen die IPMS-Wissenschaftler ihre Lösung demnächst auf der Medizin-Fachmesse "Medica" (14.-17. November 2012) in Düsseldorf. Auch mit potenziellen Anwendern wie dem Universitätsklinikum in Dresden gebe es Gespräche über einen Einsatz, sagte Holland. Er ist überzeugt: "Auch Industriebetriebe und andere große Unternehmen, die WLAN-Netze verwenden, könnten davon profitieren".

Mehr Infos im Netz: computer-oiger.de

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