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Dresdner Firma "Ortner" zeigt zur Semicon einen autonomen Laderoboter für Reinräume

Dresdner Firma "Ortner" zeigt zur Semicon einen autonomen Laderoboter für Reinräume

Dresden.Er kann Hindernissen ausweichen, Chipscheiben-Körbe im Wert eines Mittelklassewagens millimetergenau aus Maschinen ziehen und in andere Anlagen bugsieren, fährt selbstständig zur Ladestation, wenn sein "Hunger" übermächtig wird, und hört auf den Namen "Scout" (Fährtensucher): ein neuentwickelter autonomer Roboter, den die Dresdner Automatisierungsfirma "Ortner" für Chipfabriken konstruiert hat und nun als Hingucker für die Fachbesucher auf dem Halbleitermesse "Semicon" im Dresdner Messegelände fahren lässt.

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Ortners Roboter "Scout aktive" zeigt derzeit auf der Semicon, wie selbstständig er sich im Raum orientieren kann.

Quelle: Heiko Weckbrodt

Er soll künftig in Reinräumen Transportaufgaben übernehmen und die Fabs dadurch effektiver machen.

Frei im Raum

"Um Anlagen in Reinräumen zu be- und entladen, verwenden viele Halbleiterfabriken Roboter auf Schienen, die sich nur auf festen Pfaden bewegen können", erklärt Automatisierungs-Chef Karli Hantzschmann von "Roth & Rau Ortner". "Unser Roboter dagegen kann sich frei im Raum orientieren und selbstständig Hindernissen ausweichen."

Zwar werden solche freifahrenden Roboter bereits in einigen Fabriken eingesetzt - so gleiten bei Infineon Dresden solche Kunstkollegen durch die Fabrik, um das Reinraumwetter zu überwachen. Doch diese autonomen Geräte nehmen es mit der Präzision nicht allzu genau, würden zentimeterweit danebengreifen, wenn man sie beauftragen würde, mit den sogenannten Wafer-Carrier zu hantieren. Die Ortner-Ingenieure haben ihrem "Scout" daher Laser-Abstandssensoren sowie eine Stereokamera an einem Schwanenhals verpasst, damit der Roboter einerseits den Raum um ihn herum "versteht" und selbst unregelmäßig geformte Hindernisse richtig erkennt, andererseits auch "sieht", wo genau sein Greifarm gerade hinfasst - und bei Bedarf dessen Griff bis auf den Millimeter genau präzisiert. Seine Aufträge bekommt der "Scout" drahtlos über WLAN-Datenfunk.

Roboter kosten Jobs

Im reinen Fahrbetrieb könne der "Scout" bis zu 18 Stunden lang mit einer Akku-Ladung durchhalten, erklärt Hantzschmann. Sind die Abholstationen für die Chipscheiben mit Ladestationen ausgestattet, kann er dort auch zwischendurch nachtanken, während er gerade mit seinem Metallarm herumhantiert. Ist sein Akku dann doch fast leer, verdünnisiert sich "Scout" und ruht sich an der nächsten Ladestation aus.

Solche Laderoboter sind derzeit vor allem in älteren Chipfabriken, die nachträglich automatisiert werden, derzeit sehr gefragt. Dadurch sollen vor allem Mikroelektronik-Werke in Hochlohnländern wie Deutschland wettbewerbsfähig zur asiatischen Konkurrenz gemacht werden. Die Kehrseite: Durch den Robotereinsatz fallen meist auch Jobs für Menschen weg, wie sich jetzt wieder bei Infineon Dresden gezeigt hat (DNN berichteten). Das Dresdner Infineonwerk bestellt allerdings seine Roboter bei der - ebenfalls in Dresden ansässigen - Firma HAP.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.10.2013

Heiko Weckbrodt

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