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Dresdner Feuerwehr will mehr Frauen für den Dienst begeistern

Dresdner Feuerwehr will mehr Frauen für den Dienst begeistern

Ganz neu ist das Projekt nicht, lebt aber gerade wieder auf: "Frauen in die Feuerwehr". Im Frühjahr startete die Stadt Dresden - als Teil einer bundesweiten Kampagne "Frauen am Zug" - eine Plakataktion (DNN berichteten).

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Feuerwehrsprecher Thomas Mende

Quelle: Catrin Steinbach

Unter dem Motto "Frauen an den (Brand-)Herd" wurde das Thema auf unkonventionelle Weise in die Öffentlichkeit gebracht und - wie zu erwarten - kontrovers diskutiert. Auch bei der jüngsten Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Dresden und der Delegiertenversammlung des Stadtfeuerwehrverbandes ging es u.a. um den Frauenanteil. Catrin Steinbach sprach mit Frieder Hofmann, Chef des Stadtfeuerwehrverbandes e.V., und Thomas Mende, Feuerwehr-Sprecher, über das Thema.

Wie viele Frauen sind bei der Dresdner Feuerwehr vertreten? Thomas Mende: In der Freiwilligen Feuerwehr sind 35 Frauen in der aktiven Abteilung dabei. Dem gegenüber stehen 559 Männer. Bei der Berufsfeuerwehr zählt die Einsatzabteilung 460 Männer. Dem stehen zwei Feuerwehrfrauen und eine Frau in der Ausbildung gegenüber.

Gibt es zu wenig Nachwuchs, so dass man jetzt in der Not die Frauen mobilisieren möchte?

Thomas Mende: In den Landkreisen haben die Feuerwehren Nachwuchssorgen. Dresden hat diese Sorge nicht. Hier ist es leichter, weil Wohnen und Arbeiten noch in einer vertretbaren Entfernung stattfindet. Auch von der Altersstruktur her gibt es in der Landeshauptstadt keine Probleme. Trotzdem hätten wir gern ein paar Mädels mehr, ohne den Zwang einer Quote. Es tut der Männerdomäne einfach gut, wenn Frauen mitmischen. Frauen können zum Beispiel auch bei der Betreuung Betroffener anders agieren.

Wie hoch ist denn der Anteil von Mädchen und jungen Frauen bei der Jugendfeuerwehr?

Thomas Mende: Da sind von den 308 Mitgliedern immerhin 67 Mädchen und junge Frauen. 2012 haben wir acht junge Menschen in die aktive Abteilung der Feuerwehr übernommen. Alles Jungs.

Warum wollen denn so wenig Frauen zur Feuerwehr? Thomas Mende: Schauen Sie sich mal historische Fotos an. Da sieht man ausschließlich Männer mit Schnauzbart, Uniform und blank geputzten Stiefeln. In der öffentlichen Wahrnehmung und Darstellung wird die aktive Tätigkeit bei der Feuerwehr noch immer als Männerdomäne gesehen. Es hat zwar schon immer auch Frauen bei der Feuerwehr gegeben - aber eben sehr wenige. Zudem ist die Arbeit eine körperliche Herausforderung. Allein schon die persönliche Schutzausrüstung ist schwer. Und bei einem Einsatz kann kein Unterschied gemacht werden nach dem Motto: Du bist eine Frau, du brauchst das nicht machen. Ich weiß, dass es diesbezüglich bei den Feuerwehrmännern viele Befürchtungen und Vorurteile gibt. Kristina Winkler, ehemalige Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Dresden, hat sich jetzt in ihrer Masterarbeit mit den Ursachen der Unterrepräsentanz von Frauen im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst am Beispiel der Berufsfeuerwehr Dresden beschäftigt. Dieser Arbeit kann man entnehmen, dass Zugangsvoraussetzungen wie Lkw-Führerschein oder eine Ausbildung zum Rettungssanitäter bzw. eine Ausbildung in einem feuerwehrfördernden Beruf wie Schlosser oder Mechaniker sowie eine Mindestkörpergröße von 1,65 Metern und Sporttests im Sinne einer "Bestenauslese" möglicherweise Frauen abschrecken.

Was ist Ihrer Meinung nach zu tun?

Thomas Mende: Zum einen muss man die Zugangsvoraussetzungen überdenken. Zum anderen ist es wichtig, den Frauen die Scheu vor der Arbeit bei der Feuerwehr zu nehmen und bei den Männern die Vorurteile abzubauen. Da gilt es Aufklärungsarbeit zu leisten. Ein Grundstein dafür ist mit dem Brandschutzerziehungszentrum gelegt. Hinderlich für die Nachwuchsgewinnung bei der Berufsfeuerwehr ist zudem, dass der Beruf trotz zweijähriger Ausbildung nach wie vor nicht als Ausbildungsberuf anerkannt ist.

Frieder Hofmann: Wir gründen im Stadtfeuerwehrverband ein Referat, das sich damit befasst, wie wir Frauen für die Feuerwehr gewinnen können. Zudem hapert es mit der Würdigung und Anerkennung der Arbeit der Kameraden und Kameradinnen bei den Freiwilligen Feuerwehren. Da gibt es noch viel zu tun.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.04.2013

Catrin Steinbach

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