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Dresdner Fahrradfahrer dokumentiert Verkehrsrowdys bei Youtube

„Der ganz normale Wahnsinn“ Dresdner Fahrradfahrer dokumentiert Verkehrsrowdys bei Youtube

Eigentlich sollte es nur ein Test sein: Moritz* ist Fahrradfahrer und pendelt täglich zwischen seinem Wohnort Dresden und seinem Job in Radebeul. Zu Versuchszwecken montierte er eine Gopro-Kamera am Fahrradlenker und dokumentierte so den „ganz normalen Wahnsinn auf der Straße“, wie er es nennt.

Mit einer kleinen Kamera filmt er seine tägliche Strecke
 

Quelle: Stephan Lohse

Dresden.  Eigentlich sollte es nur ein Test sein: Moritz* ist Fahrradfahrer und pendelt täglich zwischen seinem Wohnort Dresden und seinem Job in Radebeul. Zu Versuchszwecken montierte er eine Gopro-Kamera am Fahrradlenker und dokumentierte so den „ganz normalen Wahnsinn auf der Straße“, wie er es nennt.

Herausgekommen ist ein knapp fünf Minuten langes Video auf Youtube, in dem von Geisterfahrern über zugeparkte Radwege bis hin zu Fast-Zusammenstößen jede Menge Probleme festgehalten sind, mit denen sich Verkehrsteilnehmer herumschlagen müssen. Ins Internet stellt er die Szenen vor allem, um diejenigen aufzuklären, die seine Erzählungen bislang mit „Das kann ich mir nicht vorstellen“ abtaten, berichtet der 36-Jährige. Daher nimmt er täglich seinen Fahrtweg auf. „Markante Szenen merke ich mir. Diese werden herausgeschnitten und hochgeladen. Danach der Rest der Fahrt gelöscht.“ Dabei geht es ihm aber nicht nur um Autofahrer. In dem Video tauchen auch viele Fahrradfahrer auf, die sich nicht an die Regeln halten.

Am liebsten würde Moritz für seinen Arbeitsweg den Elberadweg nutzen. Das gehe aber nur in den „Übergangsmonaten“, wie er es nennt. „Ich fahre um zu pendeln, nicht um die Aussicht zu genießen“, sagt er. Im Winter wird die Strecke nicht geräumt, im Sommer ist sie voll mit Freizeitradlern, Skatern, Kindern und Fußgängern. Daher fährt er meist Straße.

„Dort kam und kommt es immer wieder zu kritischen Situationen“, berichtet er. Gleich beim ersten Test sei ihm ein Auto direkt an den Lenker gefahren. Seitdem sei so viel passiert, dass er sich entschloss, die schlimmsten Szenen zusammenzuschneiden und am Stück zu veröffentlichen.

„Als Radfahrer fühle ich mich in Dresden oft nicht ernst genommen“, klagt er. Man werde im Straßenverkehr als Radfahrer oft nicht beachtet oder ernst genommen. „Dies ist auch in meinen Videos dokumentiert. Die Häufigkeit, mit welcher einem als Radfahrer die Vorfahrt genommen wird oder mit wesentlich zu geringem Abstand überholt wird, Sperrflächen ignoriert und leichtfertig die Gesundheit oder das Leben von anderen Verkehrsteilnehmern gefährdet wird lässt einen Angst und Bange werden“, sagt er.

Rechtlich sind die Videos aber problematisch. Denn der Einsatz der Kameras ist prinzipiell nicht erlaubt, da das Filmen anderer Verkehrsteilnehmer gegen Datenschutz-Regeln verstößt. Der 36-Jährige veröffentlicht seine Videos deswegen anonym. „Ich mache das ja nicht für mich“, sagt er, „sondern um zu zeigen, was auf der Straße passiert“.

*Name von der Redaktion geändert

Von Stephan Lohse

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