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Dresdner Eltern sollen für Kitas tiefer in die Tasche greifen

Intensive Debatten Dresdner Eltern sollen für Kitas tiefer in die Tasche greifen

Ab September 2016 sollen die Elternbeiträge für Krippen, Kindergärten und Horte steigen. Das kündigte die Stadtverwaltung am Donnerstag an. Der Geschäftsbereich von Sozialbürgermeisterin Kris Kaufmann (Die Linke) legte entsprechende Pläne vor.

Ab September 2016 sollen die Elternbeiträge für Krippen, Kindergärten und Horte steigen. Das kündigte die Stadtverwaltung am Donnerstag an.

Quelle: dpa

Dresden. Ab September 2016 sollen die Elternbeiträge für Krippen, Kindergärten und Horte steigen. Das kündigte die Stadtverwaltung am Donnerstag an. Der Geschäftsbereich von Sozialbürgermeisterin Kris Kaufmann (Die Linke) legte entsprechende Pläne vor, über die der Stadtrat voraussichtlich am 17. März entscheiden soll.

Folgende neue Monatssätze sieht die Stadt für eine neunstündige Betreuung vor: Krippe - 203,93 Euro (alt: 198,89 Euro); Kindergarten - 140,79 Euro (alt: 137,74 Euro). Eine sechsstündige Betreuung im Hort soll 82,24 Euro (alt: 81,52 Euro) kosten. In den Horten an Förderschulen soll der Elternbeitrag von 118,15 Euro auf 108,02 Euro sinken.

Erstmals sollen Eltern von drei Kindern für das dritte Kind einen Elternbeitrag zahlen. Bisher war das dritte Kind beitragsfrei, künftig sollen 20 Prozent vom Regelbeitrag fällig werden. Das heißt: In der Krippe werden 40,79 Euro pro Monat fällig, im Kindergarten 28,16 Euro und im Hort 16,45 Euro. Wieviele Eltern von dieser Neureglung betroffen wären, kann die Stadt nicht sagen, da sie keine Daten zu den dritten Kindern vorliegen hat, wie es in der Vorlage heißt. Laut einer Hochrechnung würden etwa 1480 dritte Kinder einer Familie die Dresdner Einrichtungen besuchen.

Tarifabschluss nicht eingepreist

Laut der Statistik könnten davon rund 494 Kinder aus sozial schwachen Familien kommen, die ohnehin keinen Elternbeitrag zahlen müssen. Somit wären vom Wegfall der Ermäßigung 986 Kinder betroffen. Die Stadt rechnet mit Mehreinnahmen von 311 395 Euro durch den Wegfall der Ermäßigung.

Von den Plänen sind nach Angaben der Verwaltung 48 550 Betreuungsverhältnisse betroffen. Die neuen Beiträge gelten nicht nur in den Einrichtungen des städtischen Eigenbetriebes Kindertagesstätten, sondern auch in den Kitas der freien Träger. 9750 Verträge in Krippen, rund 20 000 in Kindergärten und 18 800 in Horten müssten an die neuen Preise angepasst werden.

Sollte der Stadtrat der Vorlage zustimmen, würde die Stadt in diesem Jahr 255 000 Euro von September bis Dezember als Mehreinnahmen verbuchen und im Jahr 2017 rund 760 000 Euro. Die neuen Elternbeiträge richten sich nach den Betriebskosten der Kindertagesstätten im Jahr 2014, die durchschnittlich um 1,5 Prozent gestiegen seien. Die geplante Reduzierung der Sätze für den Hort an Förderschulen resultiere aus niedrigeren Instandhaltungsaufwendungen im Vergleich zu den Vorjahren, so die Verwaltung.

Die in diesem Jahr deutlich gestiegenenen Gehälter für die Erzieherinnen und Erzieher würden sich erst im Jahr 2017 auf die Kalkulation der Elternbeiträge auswirken, so die Stadt. Heißt: Im nächsten Jahr ist mit einer deutlichen Erhöhung zu rechnen. Besonders in den Krippen, in denen auch noch die seit 1. September 2015 gültige Verbesserung des Betreuungsschlüssels zu Buche schlagen wird.

Politische Entscheidung

"Wir müssen uns zu diesen Plänen noch in der Fraktion positionieren", erklärte Michael Schmelich, sozialpolitischer Sprecher der Grünen im Stadtrat. "Aber in einer Stadt, in der es erfreulich viele Geburten gibt, werden wir das sicherlich nicht unkritisch sehen", kündigte er an. Dana Frohwieser, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, sieht den geplanten Wegfall der Ermäßigung für das dritte Kind besonders kritisch. "Die Diskussion gab es schon im vergangenen Jahr, da haben wir das durchkreuzt. Das ist eine politische Entscheidung und wird wieder zu intensiven Debatten führen", glaubt sie.

Thomas Baumann-Hartwig

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