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Dresdner Elektronikzentrum startet erst 2015 seine Forschungsprojekte

Dresdner Elektronikzentrum startet erst 2015 seine Forschungsprojekte

Das Ende 2012 gegründete Dresdner Exzellenzzentrum für fortgeschrittene Elektronik ("cfaed") hat noch nicht seine volle Arbeitsfähigkeit erreicht. Die Wissenschaftler können ihre ersten Forschungsprojekte zu Kohlenstoff-Chips, chemischen Rechnern, selbstorganisierenden Computern und ähnlichen Themen erst 2015 starten, hieß es gestern an der TU Dresden.

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Mit einer speziellen Software kann der Roboter am TU-Zentrum cfaed durch Gesten gesteuert werden.

Quelle: D. Flechtner

Immerhin konnte jetzt mit einem kolumbianischen Experten für molekulare Funktionsmaterialien nun der erste cfaed-Professor berufen werden, zwei weitere Professoren aus China und den USA sollen demnächst folgen, informierte Zentrums-Sprecherin Birgit Holthaus. Außerdem wurden inzwischen ein Nanoanalytik-Labor sowie Teile eines Roboterlabors für das cfead eingerichtet. Eigene Gebäude wird das Elektronikzentrum aber frühestens Anfang 2016 beziehen können: Ein Teil der Forscher wird im gerade begonnenen neuen TU-Physikinstitut an der Nöthnitzer Straße einziehen, außerdem soll am Barkhausen-Bau wenige Schritte weiter ein Erweiterungsriegel für das cfaed entstehen. Dort gilt es allerdings noch, Bedenken von Denkmalschützern auszuräumen. Cfaed-Vize Prof. Frank Ellinger äußerte sich gestern indes optimistisch, diesen Dissens lösen zu können.

Das cfaed wurde Ende 2012 gegründet und erhielt damals eine Startfinanzierung von 28 Millionen Euro aus dem Exzellenzprogramm des Bundes. Wie jüngst cfaed-Koordinator Prof. Gerhard Fettweis berichtete, konnte diese Finanzausstattung allerdings inzwischen durch die Akquise weiterer Mittel auf rund 100 Millionen Euro nahezu vervierfacht werden.

Angedockt werden an das TU-Zentrum auch Teile der Forschungsprojekte für den 5G-Mobilfunk der Zukunft. Dieser Funk soll nicht nur schneller als die bisherigen Standards LTE, HSDPA und UMTS, sondern vor allem imstande sein, sehr viele Geräte miteinander in Echtzeit zu vernetzen. Im Rahmen des Teilprojektes "FAST" (englisch für "schnell") wollen Prof. Frank Ellinger und sein Team untersuchen, ob und wie sich dieser 5G-Funk einsetzen lässt, um zum Beispiel Senioren mit Exoskeletten zu mobilisieren oder Fernoperationen ("Telechirurgie") zu ermöglichen.

Derweil hat TU-Rektor Hans Müller Steinhagen eine positive Zwischenbilanz der Dresdner Exzellenzinitiative gezogen, in deren Zuge neben dem cfaed beispielsweise auch das Zentrum für regenerative Therapien und diverse Nachwuchsförderprogramme entstanden. "Dadurch hat sich die internationale Sichtbarkeit der TU enorm erhöht", 227 Millionen Euro Drittmittel würden jährlich eingeworben. Kritisch sieht er: "Die deutschen Unis sind schlechter finanziert als Wettbewerber im Ausland, außerdem haben wir weniger Spielräume bei der Bezahlung der Professoren."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.06.2014

Heiko Weckbrodt

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