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Dresdner Elefanten ziehen im Juli um - Sanierung des Afrikahauses kostet sieben Millionen Euro

Dresdner Elefanten ziehen im Juli um - Sanierung des Afrikahauses kostet sieben Millionen Euro

Die drei Elefantendamen Drumbo, Mogli und Sawu drehen eine kleine Runde im Zoo: Im Juli ziehen sie aus dem maroden Afrikahaus in den eigens errichteten Interimsbau auf dem Gelände des alten Raubtierhauses.

Später sollen sie ins sanierte Elefantenhaus zurückkehren. Wann das sein wird, steht allerdings in den Sternen. DNN-Redakteurin Katrin Richter beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema.

Wann wird der Interimsbau für die Elefanten fertig?

Anfang Juli, hofft Wolfgang Ludwig, der Zoologische Leiter. Mit den Fundamenten für die Seitenwände ist man so gut wie fertig, so dass der Hochbau beginnen kann. Die Halle entsteht bekanntlich auf dem Gelände des alten Raubtierhauses, misst 21 mal 33 Meter, wenn sie fertig ist, wird knapp acht Meter hoch und kostet um die 800 000 Euro. Sie wird allerdings für Zoo-Besucher nicht einsehbar sein.

Wann ziehen die Elefantendamen Drumbo, Mogli und Sawu um?

Sobald die Halle fertig ist, sagt Zoo-Chef Karl-Heinz Ukena. Das liege daran, dass die Boxen im Afrikahaus ab- und im Interimsbau wieder aufgebaut würden. Die Dickhäuter schlafen in der Halle, können sich aber tagsüber auf dem Außengelände und auch im Afrikahaus aufhalten.

Das Afrikahaus ist 1999 für zwölf Millionen D-Mark erbaut worden. Warum ist es schon jetzt so marode, dass es saniert werden muss?

Nicht das gesamte Haus sei verschlissen, sondern die dem Biergarten zugewandte Nordfassade, berichtigt Ludwig. Die zahlreichen Holzstützen hätten sich wegen der tropischen Temperaturen im Haus als ungeeignet erwiesen und würden deshalb durch eine massive Wand ersetzt. "Alle anderen Bauarbeiten haben mit der Umstellung auf den geschützten Kontakt der Elefantenpfleger zu den Dickhäutern zu tun", erklärt der Zoologische Leiter. Diese Auflage hatte der Zoo von der Stadt bekommen, seit der schlimme Unfall mit Elefantenjungen Thabo passiert war, der einer Pflegerin fast das Leben gekostet hatte.

Wer trägt die Verantwortung für den Pfusch Ende der 1990er Jahre?

"Der Zoo hat sich vermutlich wegen der Optik und aus Kostengründen damals für Holz entschieden", erklärt Ukena. Die Architekten treffe keine Schuld, sie hätten die einstige Geschäftsführung zuvor darauf hingewiesen, dass eine Stahlkonstruktion sinnvoller sei als eine aus Holz.

Was genau ist geplant im Afrikahaus?

Die Pfleger werden auf jeden Fall nicht mehr unmittelbar vor den Elefanten stehen, sondern die Tore aus der Ferne bedienen. Außerdem kommen die Nachtställe der Dickhäuter weg und auch die Flächen, auf denen sich jetzt Grünpflanzen und Besucherwege befinden. Auch die Besucherbrücke wird es nicht mehr geben. Dafür verdoppelt sich die Lauffläche für die Elefanten. Die Rüsseltiere werden zu großen Teilen auf Sand und nicht mehr auf Asphalt laufen müssen. Unmittelbar an das Afrikahaus angrenzend entstehen auf der jetzigen Außenanlage ein Anbau für die Nachtställe der Elefanten und ein Vorgehege.

Wird das Außengehege dann nicht deutlich kleiner?

Nein. Die Fläche des Raubtierhauses - da, wo jetzt der Interimsbau entsteht - werde dem Außengehege zugeschlagen, sagt Ludwig.

Wieviel kostet der Umbau und woher kommt das Geld?

Maximal sieben Millionen Euro, nennt Zoo-Chef Karl-Heinz Ukena eine Summe. Davon habe der Zoo selbst rund zwei Millionen Euro angespart. "Was den Rest angeht, wird es eine Vorlage für den Stadtrat geben, der ja darüber zu befinden hat", erklärt er. Das werde aber vermutlich erst nach den Kommunalwahlen passieren.

Wann kann mit dem Umbau des Afrikahauses begonnen werden?

Theoretisch im Spätsommer, wenn die Elefanten in den Interimsbau umgezogen sind. "Wir werden mit der Sanierung des Afrikahauses allerdings nicht anfangen, bevor nicht die Gesamtfinanzierung in trockenen Tüchern ist", betont Ukena. Dann dauert es noch mal zwei Jahre, bis das Haus fertig saniert ist.

Kann später auch ein Elefantenbulle gehalten werden?

Ja, aber nicht viel länger als ein Jahr, betont Ludwig. Zwar werde ein bullensicherer Stall gebaut. Die Außenanlage aber sei nicht groß genug, um einen Bullen separat darauf zu halten. Diese Möglichkeit müsse es aber geben, wenn der Bulle die Kühe störe oder gar aggressiv werde.

Bleibt Platz für die Mandrills im Afrikahaus?

Ja, der neue Besucherweg wird in etwa dort liegen, wo sich jetzt der Wassergraben der sechs Mandrills befindet. Der breite Graben verschwindet und wird durch eine Begrenzung aus Panzerglas und Stein ersetzt. Die Nacktmulle im Foyer bleiben. Von anderen Tieren wie dem Lungenfisch und dem Langohrigel wird sich der Zoo verabschieden. Und vom tropischen Wald bleibt ein kleiner Grünstreifen übrig, der sich an den Besucherweg anschließt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.04.2014

Katrin Richter

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