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Dresdner Diätassistentin: Nicht jede Form des Fastens ist gesund

Dresdner Diätassistentin: Nicht jede Form des Fastens ist gesund

Heilfasten gilt inzwischen als schick und besonders gut für die Gesundheit. Den Körper entgiften, den Geist reinigen und dabei noch abnehmen: Für viele klingt das beim Gedanken an die Bikinifigur wie Musik in den Ohren.

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Egal ob Mayr-Kur, Fasten nach Buchinger oder Reistag: "Viel Wasser trinken ist bei jeder Methode das A und O", weiß Diätassistentin Manuela Hartig.

Quelle: Ralf U. Heinrich

Was aber bringt der temporäre Nahrungsverzicht tatsächlich? Die Dresdner Diätassistentin Magdalena Hartig erklärt im DNN-Gespräch, ob es sich lohnt zu fasten und welche Gefahren dabei lauern.

DNN: Gerade in der Fastenzeit wollen viele die Pfunde purzeln sehen. Hilft Fasten tatsächlich etwas im Kampf gegen überschüssige Kilos?

Magdalena Hartig: Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Grundsätzlich gilt: Ständiges Futtern macht krank. Der Mensch ist von seiner Entstehungsgeschichte her darauf programmiert, das ihm auch mal keine Nahrung zur Verfügung steht. Das ständige Überangebot an Lebensmitteln in unserer Gesellschaft entspricht also nicht seiner Natur. Deshalb kann es durchaus gut sein, mal eine kurze Zeit auf bestimmte Dinge zu verzichten.

Heißt das im Rückschluss, wenn ich mal für ein paar Tage gar nichts esse, tue ich meinem Körper einen großen Gefallen?

Das ist so auch nicht ganz richtig. Wer gar nichts mehr isst, der stellt seinen Körper auf Mangel ein. Der Stoffwechsel gewöhnt sich daran, mit weniger Energie auskommen zu müssen. Wenn ich nach einer extremen Fastenkur wieder anfange so zu essen wie vorher, sind die verlorenen Kilos blitzschnell wieder auf den Hüften. Und dann werden es eventuell sogar ein paar mehr.

Das klingt jetzt wiederum so, als wäre Fasten total ungesund...

Nein, auch das stimmt nicht. Auf das "Wie", also die Methode kommt es an. Fastenanleitungen, bei denen der Körper mit unter 500 Kalorien am Tag zurecht kommen muss, sind meiner Meinung nach nicht zu empfehlen. Denn der Körper greift nicht zuerst die Fettdepots an, sondern gewinnt Energie aus körpereigenen Eiweißen. Anstelle von Fett wird also vor allem Muskelmasse abgebaut. Dazu zählt zum Beispiel die Methode der Fasten-Ärzte Otto Buchinger und Hellmut Lützner. Dabei gibt es mehrere Tage nur Brühe, Wasser, Saft und Tee. Mehr als 300 Kalorien kommen da nicht zusammen.

Sie haben viel über die Risiken des Fastens gesprochen. Bringt der Nahrungsverzicht überhaupt positive Effekte mit sich?

Natürlich hat Fasten auch positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Die haben aber eher weniger mit Gewichtsverlust zu tun, denn der ist eigentlich nur ein Nebeneffekt des Fastens. Der Körper entschlackt und scheidet angelagerte Giftstoffe aus. Die Endorphinproduktion wird so sehr angeregt, dass manche in einen regelrechten Glücksrausch verfallen. Die Geschmacksknospen sensibilisieren sich. Was vorher fad schmeckte, ist nun viel intensiver im Geschmack.

Und welche Methode ist nun geeignet, damit es den Schwimmringen an den Kragen geht?

Nur wer dauerhaft Ernährung und Lebensstil umstellt, nimmt auch wirklich ab und kann danach das Gewicht halten. Eine Fastenkur kann aber ein guter Impuls sein, um das in Angriff zu nehmen. Viele Menschen brauchen einen klaren Schnitt, um dann von vorne anzufangen. Das kann auf gesunde Weise zum Beispiel die Mayr-Kur leisten. Dabei gibt es täglich drei Semmeln und einen viertel bis halben Liter Milch. Das nimmt die Verdauung kaum in Anspruch, die Milch entgiftet und sorgt gleichzeitig für einen Eiweißausgleich, der bei einer strengeren Kur nicht gegeben ist. Außerdem bieten sich einzelne Obst-, Gemüse- oder salzfreie Reistage an.

Worauf sollte man noch unbedingt achten, wenn man sich für eine Fastenkur entscheidet?

Wer sich auf ein Fastenexperiment einlassen möchte, sollte unbedingt vorher mit dem Hausarzt sprechen und ein Blutbild machen lassen. Ganz wichtig ist es auch, während des Fastens auf Salz zu verzichten. Das wür- de sonst das Wasser im Gewebe bin- den und so die Entschlackung verhindern. Wer nicht ganz gesund ist, sollte das Fasten lieber gleich lassen. Für Diabetiker, Schwangere, Stillende sowie Kinder und Jugendliche kommt das ebenfalls nicht in Frage.

Das Gespräch führte Susann Schädlich

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.03.2014

Susann Schädlich

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